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Im August 2014 lebten noch Fische im Langen Weiher. In einer großen Aktion hatten sie Mitglieder des Kreisfischereivereins umgesiedelt, weil der Weiher abgelassen worden war.

Langer Weiher

Auf der Suche nach dem Kompromiss

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Seit vier Jahren streiten sich die Gemeinde Tutzing und das Wasserwirtschaftsamt über den Umgang mit dem Langen Weiher. Es geht um strenge Auflagen und Hochwasserschutz. Nun gibt es Gespräche – beide Seiten äußern Kompromissbereitschaft.

Deixlfurt – Die jüngste Vergangenheit des Langen Weihers in Deixlfurt ist eine Geschichte in drei Akten. Verwunderung, Ärger, Vorsicht. Verwunderung: Experten suchten im August 2014 nach einer undichten Stelle, dafür war das Wasser abgelassen worden. Ärger: Die Gemeinde wollte den Damm reparieren, dann schaltete sich das Wasserwirtschaftsamt Weilheim mit Auflagen ein. Vorsicht: Nach langer Funkstille stehen nun Gespräche zwischen Gemeinde und Wasserwirtschaftsamt an, beide Seiten äußern sich bedächtig.

In manchen Fälle lande man in einem Grenzbereich

„Es gibt einiges, was wir zu besprechen haben“, sagt Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald. „Unser Wunsch wäre, dass es wieder ein normaler Weiher wird. Es war früher wunderschön dort.“ Das ehemals zweitgrößte Gewässer im Tutzinger Ortsteil Deixlfurt hat eine wichtige Funktion für den Hochwasserschutz. Ein Auslauf führt zum Deixlfurter Bach, und der führt zum Schwarzen Graben in Traubing. Dort gab es nach Starkregen wegen Hochwassers immer wieder Schäden. Die Krux: Das Wasserwirtschaftsamt beharrte nach Ablassen des Wassers auf die Einhaltung von HQ-5000. „H“, steht für Hochwasser, „Q“ für die Abflussmenge und die Zahl für die Wiedereintrittswahrscheinlichkeit eines Hochwasser-Ereignisses in Jahren. Dass das Wasserwirtschaftsamt Auflagen für HQ-5000 ansetzte, sorgte in Tutzing für großen Ärger, von Behördenwillkür war die Rede.

Dafür gibt es aber festgelegte Kriterien, wie Bernhard Müller vom Wasserwirtschaftsamt erklärt. Diese richteten sich nach der Dammhöhe (vier Meter) und dem Stau-Volumen (150 000 Kubikmeter). In manchen Fälle lande man in einem Grenzbereich – dann wäre es denkbar, niedrigere Auflagen anzusetzen. „Man müsste dann mit dem Stauziel runtergehen und landet in einer anderen Klasse“, sagt Müller.

Der Damm müsse wieder hergestellt werden. „Ein reiner Weiher bietet keinen Hochwasserschutz für Traubing.“ Ein Problem: „Umso näher ein solches Rückhaltebecken am Ort ist, desto effektiver ist es. Der Lange Weiher ist sehr weit oberhalb von Traubing.“ Am effektivsten sei da noch ein Trockenbecken. „Durch den Weiher verschenkt man einiges an Volumen. Als Hochwasserrückhalt geht die Effektivität da gegen Null.“

„Das Leben besteht aus Kompromissen“

HQ-5000 wird das zentrale Stichwort für die anstehenden Gespräche. Es steht für ein Hochwasser, wie es alle 5000 Jahre zu erwarten ist – was nicht heißt, dass es eintreten muss. Es bedeutet auch nicht, dass die Menschen in so einem Fall geschützt sind, wie Müller erklärt: „Es geht nur darum, dass das Becken dabei nicht zerstört wird.“ Im Überlastungsfall solle Wasser kontrolliert abgelassen werden.

Eine Lösung möchte Greinwald in den Gesprächen vorschlagen: „Früher wäre der Lange Weiher übergelaufen, wenn er zu voll ist. Heute ist eine Regulierung möglich.“ Kündigt sich ein Hochwasser an, könne man in den Vortagen bereits Wasser ablassen. „Ein natürliches Rückhaltebecken“ schwebt Greinwald vor. Mit dem Wasserwirtschaftsamt müsse man aber über die Standfestigkeit des Beckens sprechen. „Das Leben besteht aus Kompromissen“, sagt Greinwald. Ein solcher wäre der vierte Akt dieser Geschichte.

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