+
Gesichert von beiden Seiten: Der Druck auf die Traubinger Friedhofsmauer ist durch Kiespakete abgedämpft. Die Straße ist deshalb halbseitig gesperrt und wird es wohl auch bis Mitte nächsten Jahres bleiben.

Friedhofsmauer Traubing

Aufwendig, aber alternativlos

  • schließen

Bis die Traubinger Friedhofsmauer saniert werden kann, wird es noch dauern. Unter anderem, weil der noch stehende Rest unter Denkmalschutz steht.

Traubing Zumindest einspurig ist die Weilheimer Straße in Traubing seit einigen Wochen wieder passierbar. Doch viel mehr wird an der im Juli eingestürzten Friedhofsmauer erst mal nicht passieren – bei der Sanierung muss vieles berücksichtigt werden. Das braucht Zeit, für Untersuchungen und Konzepte. Eines ist aber sicher: Die Sanierung wird sicher teuer. Pfarrer Leander Mikschl rechnet damit, dass die Sperrung noch bis Mitte nächsten Jahres andauert.

Mitte Juli war die Mauer an einem Samstagvormittag auf einer Länge von etwa fünf Metern eingebrochen. Die Flusssteine, ihr Hauptbestandteil, sind zwar extrem robust und haltbar. „Aber der Zement, der sie zusammenhält, hat unter der Witterung gelitten“, sagt Pfarrer Mikschl. Und zwar nicht nur an der bereits eingebrochenen Stelle, weshalb es nach wie vor extrem wichtig ist, die Mauer abzusichern, dass sie nicht weiter einstürzt. Denn sie hält auch den knapp zwei Meter über Straßenniveau liegenden Friedhof. Das mache die Sanierung schwierig, aber auch alternativlos, unterstreicht der Pfarrer. „Man kann das Gelände nicht abflachen und man kann auch den Friedhof nicht umsiedeln.“

Seit einigen Wochen ist die Absicherung der bestehenden Mauer so gestaltet, dass die Straße wieder einspurig befahrbar ist. Plastiksäcke mit Kies befüllt, so genannte Packs, sind entlang der Mauer gestapelt und stützen diese so. Doch der Rest sei nach wie vor einsturzgefährdet, sagt Mikschl. „Der steht keinesfalls bombensicher da.“

Denkmalamt will Reste der 300 Jahre alten Mauer retten

Derweil überlegen Pfarrei, Ordinariat, Denkmalamt und der beauftragte Statiker, wie eine Renovierung aussehen kann. Das Denkmalamt will die verbliebene, zum Teil 300 Jahre alte Mauer retten. „Das Alter wurde anhand alter Stiche rekonstruiert“, sagt Mikschl. Die Pfarrei und das Ordinariat wollen eine praktikable und bestenfalls nicht zu teure Lösung.

Probebohrungen des Statikers und der Archäologen in der Mauer ergaben laut Mikschl, dass vor die alte Mauer noch eine gesetzt wurde. Offenbar war das Problem des Einsturzes schon mal aufgetaucht. Zudem stellte sich heraus, dass es kaum ein Fundament gibt. „Früher hat man nicht in den Boden hinein fundamentiert“, sagt der Pfarrer. „Die Mauer ist in sich auch nicht stabil.“

All das muss der Statiker nun berücksichtigen. „Er soll Lösungsvorschläge erarbeiten. Dann können wir mit der Bischöflichen Finanzkammer klären, was wir machen“, sagt Mikschl. Am einfachsten wäre es, die Mauer abzureißen und neu zu betonieren. „Aber da stimmt das Denkmalamt nicht zu“, weiß Mikschl. Die Sanierung wird insgesamt nicht einfach, weil auf einer Seite Gräber liegen. Die sind zwar einen Meter entfernt und waren deshalb nie vom Abrutschen bedroht, aber ihre Existenz erschwert die Arbeiten.

Zu den voraussichtlichen Kosten lässt sich noch gar nichts sagen. „Da sind schnell mehrere 100 000 Euro zusammen“, sagt der Pfarrer. „Genaues weiß man noch nicht, es ist alles Spekulation.“ Klar ist, dass das Bistum mindestens mit 60 Prozent dabei ist, 40 Prozent müssen die Traubinger selber tragen. Nachdem Traubing nicht finanzstark ist, hofft Mikschl auf ein stärkeres Engagement aus Augsburg.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Heimlich nackte Mädchen gefilmt: Bewährung für Münchner Jugendtrainer
Weil er junge Frauen und Mädchen in Duschen und Umkleidekabinen eines Sportvereins im Geheimen fotografiert und gefilmt hatte, wurde ein ehemaliger Jugendtrainer nun …
Heimlich nackte Mädchen gefilmt: Bewährung für Münchner Jugendtrainer
Großeinsatz mit drei Hubschraubern am Starnberger See: Taucher in Klinik geflogen 
Nahe der Seeburg bei Allmannshausen ist es am Montagmittag zu einem Unfall gekommen. Taucher mussten offenbar einen Notaufstieg machen.
Großeinsatz mit drei Hubschraubern am Starnberger See: Taucher in Klinik geflogen 
Vom S-Bahnhof zum Ess-Bahnhof
Die Hechendorfer haben sich die Möglichkeit, den sanierten S-Bahnhof anzuschauen, am Samstag nicht entgehen lassen.
Vom S-Bahnhof zum Ess-Bahnhof
Kellerbrand mit geringem Sachschaden
Feuerwehren und Rettungsdienst waren am späten Montagvormittag in Erling im Einsatz. In einem Keller war ein Brand ausgebrochen.
Kellerbrand mit geringem Sachschaden

Kommentare