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Die Interimsbürgermeisterin im Büro mit Blick auf die Lindlwiese: Elisabeth Dörrenberg ist seit Monaten amtierende Bürgermeisterin. 

Ausblick 2018

Die Pflichtaufgaben für den Neuen

Egal, wer Bürgermeister in Tutzing wird und welche Akzente der oder die Neue im Rathaus setzen will – er oder sie kommt um einige Themen nicht herum. Etwa um die Sanierung der Hauptstraße oder der Mittelschule.

Tutzing Das neue Jahr bringt für die Tutzinger als erstes einen neuen Bürgermeister. Oder eine Bürgermeisterin, das entscheidet sich bei der Wahl am Sonntag, 14. Januar. Und eventuell bei einer Stichwahl zwei Wochen später. Einige Themen hat die amtierende Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg deshalb vertagt auf die Zeit nach der Wahl. Etwa die Verabschiedung des Haushalts für 2018: „Die großen Investitionen sind errechnet, aber die freie Spanne ist noch unklar. Das wird der neue Bürgermeister machen“, sagt sie. Die freie Spanne ist der finanzielle Spielraum einer Gemeinde. Der ist in Tutzing bekanntlich nicht groß. Große Investitionen stehen trotzdem an, um die der neue Bürgermeister nicht herumkommt.

Hauptstraße

In diesem Jahr soll der Ausbau der Tutzinger Ortsdurchfahrt starten. „Wir hoffen, dass wir es mit der Ausschreibung so hinbekommen, dass wir im Herbst im Süden starten können“, sagt Bürgermeisterin Dörrenberg. Noch fehlten Daten zu den Kanälen des Abwasserverbands. Sicher ist, dass es im Süden losgeht. Dort ist die Straße sehr brüchig. Unsicher ist noch, ob es an der Ecke Lindemann-/Bernrieder Straße einen Kreisverkehr geben wird. „Die Polizei, das Staatliche Bauamt und ich sagen, dass ein kleiner Kreisverkehr nicht sinnvoll ist“, berichtet Dörrenberg. „Der ADFC sagt, dort sei ein Unfallschwerpunkt – aber das ist er definitiv nicht.“ Den Aufpreis von 150 000 Euro für den Kreisel müsste die Gemeinde bezahlen. Die Erstellung sei aufwändig, weil das Gelände dort nicht eben sei.

Während der Arbeiten soll immer eine Fahrspur offen bleiben, versichert die Bürgermeisterin. „Es wird in kleinen Abschnitten saniert, immer 50 bis 100 Meter, und jedes Haus ist jederzeit zugänglich“, verspricht sie. Details sollen die Tutzinger in einem weiteren Bürgerforum zur Hauptstraße erfahren. „Ich werde auch anregen, dass es nochmals eine nicht öffentliche Versammlung für die Gewerbetreibenden gibt.“

Die sind alarmiert, weil durch die Neugestaltung der Straße Parkplätze wegfallen sollen. Dies will die Gemeinde durch einen Tiefgarage auf dem TSV-Parkplatz an der Greinwaldstraße auffangen. „Wir müssen zuvor wissen, was wir obendrauf bauen wollen“, sagt die amtierende Bürgermeisterin. „Betreutes Wohnen oder Wohnungen, und auch für die Schule nebenan brauchen wir Platz – das wird ein Thema für den neuen Bürgermeister.“ Die gute Nachricht: Von der Bodenbeschaffenheit wäre eine Tiefgarage möglich. „Wir haben nichts Römisches gefunden.“

Wie der Radverkehr auf der sanierten Hauptstraße verlaufen soll, wo es Schutzstreifen geben wird, muss auch noch entschieden werden. „In der Ortsmitte ist wahrscheinlich kein Platz“, meint Dörrenberg. In Richtung nach Garatshausen schon, und es gebe Gespräche mit Feldafing, den Schutzstreifen auf Feldafinger Flur weiter laufen zu lassen. Die Gehsteige würden teilweise breiter. „Unser Ziel ist, alle Verkehrsteilnehmer miteinander zu versöhnen.“ Auch wenn das nicht zu 100 Prozent möglich sei.

Mittelschule

Der zweite große Brocken für die Tutzinger Verwaltung ist die Sanierung der Mittelschule. Die auf mehrere Jahre angelegte Generalsanierung wurde vergangenes Jahr ausgesetzt, um doch noch eine Mensa einzuplanen, mehr Platz für das Lehrerzimmer und eine andere Gestaltung der Physikräume. „Den Vertrag mit dem Bauunternehmer haben wir aufgelöst, wir müssen neu ausschreiben.“ Ein Lüftungs- und Heizungskonzept stehe auch noch aus. „Wir wollten bis 2021 fertig sein, das werden wir nicht schaffen“, räumt Dörrenberg ein.

Altes Lehrerhaus

Das alte Lehrerwohnhaus auf dem Gelände der Mittelschule, wo die Musikschule und Vereine untergebracht waren, wird 2018 statisch untersucht. Wie berichtet, musste das Haus geräumt werden, weil keine Statiknachweise vorhanden waren. „Es besteht keine Einsturzgefahr“, betont Dörrenberg. Bei den Recherchen sei man auf eine alte Decke aus der Zeit um 1915 gestoßen. Für die gebe es keine Unterlagen. „Man weiß, dass das Haus stabil ist, aber man weiß nicht, wie die Statik zu berechnen ist.“ Die Vereine und Gruppierungen – unter anderem Musikschule und JM – sind anderswo untergekommen. Der Hort ist in der Alten Tenne im Rathaus. „Der Plan ist, das denkmalgeschützte Gebäude so zu ertüchtigen, dass es wieder nutzbar ist.“ Was genau zu erledigen sei, müsse der Statiker sagen.

Turnhallen

Auch die Turnhallen sind 2018 weiter ein Thema. Das Beweisaufnahmeverfahren für die marode Dreifachhalle steht noch aus, und für die Doppelturnhalle am Gymnasium müsse eine Entscheidung getroffen werden, ob man sich mit der Realschule zusammentut. Das Dach der Zweifachhalle ist reparaturbedürftig.

Bahnhofsareal

2018 wird sich zeigen, ob der Park&Ride-Platz gebührenpflichtig wird. „Dann müssten wir auch in den bahnnahen Gebieten Parkgebühren verlangen“, fordert Dörrenberg. „Etwa auf dem Edeka- oder dem Aldi-Parkplatz.“ Ein Thema ist dann auch das alte Bahnhofsgebäude. „Die Bahn ist grundsätzlich bereit zu verkaufen“, sagt Dörrenberg. Dort könnte ich mir die Bücherei vorstellen.“ Die sollte in die Mittelschule, doch dort entsteht nun die Mensa.

Bauleitplanung

Die rund 80 Bebauungspläne, die die Verwaltung derzeit bearbeitet, werden diese auch weiter beschäftigen. „Einige müssen beschlussreif werden“, sagt Dörrenberg. Das Seehof-Gelände wird 2018 Thema, „dort wollen die Eigentümer eine Lösung haben“.

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