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Vom Bahnhof an die Hallberger Allee: die Betreiber von „Café Käthe“, Jens Hassel und Jana Thieme-Hassel.

Bahnhofsviertel

„Café Käthe“ zieht um, „Simson“ startet

Die Wartezeit hat ein Ende: Auf dem Ex-Roche-Gelände soll mit dem Bau begonnen werden. Gegenüber zieht das „Café Käthe“ um. Neue Mieter werden demnächst erwartet.

Tutzing – Am Samstag dieser Woche wird es spannend im „Café Käthe“. Die drei Verfasser des kürzlich vorgestellten Tutzinger Krimis „15 Tage“ lesen um 17 Uhr aus ihrem Werk: die Schriftstellerin Dr. Rosemarie Benke-Bursian mit den beiden Nachwuchsautoren Veronika Otto (20) und Jonas Höbenreich (18). Fürs Café, das seit November 2015 nah am Tutzinger Bahnhof ansässig ist, wird es eine der letzten Veranstaltungen dort sein: Seine Betreiber Jens Hassel und Jana Thieme-Hassel verlassen diese Räume schon wieder. Am 1. Juni wollen sie ihr Café an der Hallberger Allee neu eröffnen – dort, wo Ulrike Stadler lange ihr Handarbeitsgeschäft hatte.

Spannende Zeiten sind es auch sonst im Tutzinger Bahnhofsviertel. Auf der anderen Seite der Bräuhausstraße, auf dem Ex-Industriegelände von Boehringer-Mannheim und Roche, soll Anfang Mai mit dem schon lange angekündigten Neubau eines Aparthotels „Simson“ begonnen werden. Nach Angaben der Sprecherin der Starnberger Projektentwickler ehret+klein, Anke Witzel, ist die Fertigstellung für April 2019 vorgesehen.

Das zweite auf diesem Grundstück geplante Gebäude an der Bahnhof-/Ecke Bräuhausstraße könnte wohl im Frühjahr 2019 an der Reihe sein. Dort wird das Software-Unternehmen Lobster einziehen. Drei weitere Gebäude sollen später hinzukommen.

Für die betreffenden drei Baufelder, die an das Klinikgelände angrenzen, läuft zurzeit ein Architekturwettbewerb, dessen Ergebnisse ehret+klein Ende Mai erwartet. Mit dem Abbruch der noch bestehenden Altgebäude werde Ende April oder im Mai begonnen werden. Die Rotunde soll vorerst noch stehen bleiben.

Der Auszug des „Café Käthe“ zeigt, dass sich die Geschäftsstrukturen in den bahnhofsnäheren Gebäuden erst nach und nach herausbilden. Relativ neu ist am Eck von Bahnhofstraße und Hubert-Hupfauf-Platz ein Geschäft für Präsente und Feinkost, das Renate und Manfred Brückner aus Seeshaupt eröffnet haben. Ein Jahr lang sind sie auf der Suche nach geeigneten Produkten unterwegs gewesen, „von Bozen bis Hamburg“, erzählt Brückner. Ihr Anspruch: Bayerische, deutsche, europäische Produkte wollen sie anbieten. Sonst gebe es ja vielfach nur noch asiatische Ware.

Zufrieden mit seinen neuen Geschäftsräumen zeigt sich auch Jochen Twiehaus, der mit seinem Architektur- und Ingenieurbüro ins Erdgeschoss des Gewerbekomplexes „Foursite“ eingezogen ist. „Erstaunlich viele Leute gehen hier durch“, sagt er. Er hatte sich bewusst für die Erdgeschosslage entschieden und fühlt sich bestätigt.

Nebenan betreibt die Drogeriemarktkette Rossmann eine Filiale, doch in den Obergeschossen sind noch etliche Flächen frei. Offenbar wird demnächst mit neuen Mietern gerechnet. Einige Namen stehen schon auf den Schildern neben den 24 Klingeln.

Fürs „Café Käthe“ gibt es bisher noch keinen Nachmieter. Seine Betreiber Jana Thieme-Hassel und Jens Hassel planen unterdessen längst für ihre neuen Räume an der Hallberger Allee. Sie wollen teils ähnlich wie am Bahnhof mit antiquarischen Möbeln eine Wohnzimmer-Atmosphäre schaffen und sich noch mehr in Richtung Lese-Café orientieren. Unter ihren Präsentatoren sind Beatrice Reszat, bekannt von Texten für Udo Lindenberg und Peter Maffay, und die „Geschichtenfrau“ Martina Sattler aus Starnberg mit ihrer Harfenbegleiterin Brigitte Schröder. Nun gehören auch die drei Autoren des Tutzinger Krimis dazu, die mit der Suche nach einem verschwundenen Jugendlichen in Tutzing und Umgebung für spannendes Rätselraten sorgen.

Von Lorenz Goslich

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