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Neue Zeiten brechen an am Midgardhaus in Tutzing. Arbeiter entkernen dieser Tage das Gebäude am Tutzinger Seeufer. 

Sanierung

Bauarbeiten am Midgardhaus haben begonnen: Das plant Augustiner

Das Midgardhaus, eine denkmalgeschützte Villa in Tutzing, wird renoviert. Die Neueröffnung ist schon bald geplant. Die Bauarbeiten haben begonnen.  

Tutzing – Am Midgardhaus brechen neue Zeiten an. Sowohl an der alten Villa selbst als auch an den Nebengebäuden sind Bauarbeiten im Gange. Ein Fußweg, der vom benachbarten Spielplatz an der Brahmspromenade über den dort in den Starnberger See mündenden Kalkgraben zum Parkplatz der Gaststätte führte, ist gesperrt.

Die Münchner Augustiner-Brauerei, die das Restaurant am Seeufer künftig führen will, hat nach früheren Angaben die Neueröffnung für das Frühjahr 2020 geplant. Damit müsste es mit den vorgesehenen Baumaßnahmen schnell gehen. Das Interesse von Augustiner an Tutzing und am Midgardhaus war in der Gemeinde von vornherein auf Wohlwollen gestoßen. Über Einzelheiten ist nicht viel bekannt geworden, weil die Diskussionen weitgehend in nicht-öffentlichen Sitzungen geführt wurden. Am Rande einer Bauausschusssitzung hat Bürgermeisterin Marlene Greinwald aber nun mitgeteilt, dass sich alle Beteiligten einig seien.

Mit im Boot sind drei Vertragsparteien: Augustiner, die Gemeinde als Eigentümer und Fritz Häring, der bisherige Wirt des Midgardhauses, der einen noch recht lange laufenden Erbpachtvertrag hat. Das hat wohl zu komplexen vertragsrechtlichen Konstellationen geführt. Inzwischen scheint aber alles geklärt zu sein. Die Verträge seien unterschrieben, sagte Greinwald. Nur die notarielle Beurkundung stehe noch aus.

Alte Garage wird weggerissen, Neubau soll unterkellert werden

Der Gaststättenbetrieb läuft seit Monaten nicht mehr. Häring hat ihn Mitte Oktober 2019 beendet und viele in aller Welt gesammelte Stücke sowie Bilder mit prominenten Gästen vom Midgardhaus in den Guggerhof an der Hauptstraße gebracht, den er vor einiger Zeit gekauft hat. Wie berichtet, plant Augustiner neben dem Midgardhaus, an der Stelle zweier bisheriger Nebengebäude, einen Festsaal, ein so genanntes Salettl, mit 120 Plätzen und weitere Einrichtungen, unter anderem ein Foyer. Die alte Garage wird weggerissen, der Neubau soll unterkellert werden. Für eine Erweiterung der Garage im Obergeschoss hatte Häring vor Jahren schon eine Baugenehmigung, die aber mittlerweile erloschen ist. Die Neubauten sollen etwas größer werden als die alten Nebengebäude.

Das 1853 vom Grafen von Vieregg errichtete Midgardhaus soll nach den bisher bekannten Informationen äußerlich weitgehend unverändert bleiben. Innen wird der Betreiber den Stil einer Augustiner-Gaststätte realisieren wollen. Nicht zuletzt die Toiletten im Untergeschoss müssen erneuert werden.

Das alles muss behutsam geschehen, weil die alte Villa unter Denkmalschutz steht. Mit dem dafür zuständigen bayerischen Landesamt scheint das genau abgesprochen zu sein. Der Biergarten des Midgardhauses wird wohl erhalten bleiben. Neuer Wirt soll Alexander Urban werden, der lange Zeit den Andechser Klostergasthof geführt hatte.

Lorenz Goslich

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