Vorreiter gibt es bereits bei den Nachbarn

Kinderkiste Anstoß für Second-Hand-Kette

Tutzing - Der Starnberger Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes übernimmt die Tutzinger „Kinderkiste“. Es soll ein Pilotprojekt werden: Weitere Läden für gebrauchte Ware sollen folgen - vor allem für Kleidung.

Es hat geklappt: Die „Kinderkiste“, ein Second-Hand-Geschäft für junge Leute in Tutzing, wird fortgeführt. Brigitte Rademacher, die den Laden seit 1997 betreibt, war sich noch im September nicht sicher gewesen, ob sie einen Nachfolger finden würde. Aber nach einem Bericht darüber in unserer Zeitung hat es nicht lange gedauert: Der kleine Laden an der Tutzinger Greinwaldstraße wird vom Starnberger Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) übernommen.

Dem BRK kommt diese Gelegenheit gerade recht: Der Kreisverband liebäugelt schon seit längerer Zeit mit dem Aufbau einer kleinen Kette von Second-Hand-Geschäften im Landkreis. Dabei wird besonders an Kleidung für Erwachsene gedacht, für die viel Bedarf gesehen wird, so zurzeit auch besonders für die vielen Asylbewerber. In der Kinderkiste wird zwar vor allem Ware für junge Menschen geführt - von Kleidung über Spielsachen bis zu Schulranzen. Doch das Tutzinger Geschäft wird beim Roten Kreuz dennoch als geeignetes Pilotprojekt für einen „richtigen Kleiderladen“ betrachtet, sagt BRK-Bereichsleiter Georg Rötzer.

In anderen Landkreisen gibt es solche Angebote des BRK bereits, so in Bad Tölz und Wolfratshausen. Im Landkreis Starnberg aber habe man bisher „nie den Anstoß gefunden“, sagt Rötzer. Besonders wegen der vielen Asylbewerber sei dies akut geworden: „Die Nachfrage ist sehr groß.“ Das gelte für Kinder- und Erwachsenenkleidung gleichermaßen.

In Tutzing wird jedoch, obwohl dort der Startschuss gegeben wird, wohl das bisherige Angebot beibehalten werden. An Kleidung für Erwachsene wird dort derzeit nicht gedacht. In anderen Kommunen hat das BRK noch keine geeigneten Ladenräume gefunden. Als Problem gelten die meist hohen Mietpreise. Deshalb würde sich Rötzer über Hinweise auf erschwingliche Räume freuen, so besonders in Starnberg, Gilching, Herrsching oder Gauting. Über den Tutzinger Vermieter äußert sich Rötzer positiv. Die Miete werde nicht erhöht.

Im Januar soll es in der Tutzinger Kinderkiste einen Räumungsverkauf geben. Nach einer kurzen Umstellungspause sollen die Geschäfte nahtlos fortgeführt werden. Darum kümmern soll sich BRK-Mitarbeiterin Claudia Kübli. Außerdem werden die bisherigen vier Beschäftigten der Kinderkiste mit an Bord bleiben. Weitere Interessenten werden für Teilzeittätigkeiten gesucht, vor allem für Nachmittage und Samstagvormittage.

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