Wird gut angenommen: die Buslinie 978 zwischen Feldafing und Tutzing. Einer der Busfahrer dieser Linie ist Johan Misaras.
+
Wird gut angenommen: die Buslinie 978 zwischen Feldafing und Tutzing. Einer der Busfahrer dieser Linie ist Johan Misaras.

Erstaunte Bürger

Deshalb macht die neue Buslinie in Tutzing zwischen 7 und 8 Uhr Pause

Die ins Fischerbuchet und andere Tutzinger Gebiete erweitere Buslinie 978 hat sich gut etabliert. Aber morgens zwischen 7 und 8 Uhr fällt sie aus – und zwar voraussichtlich noch für längere Zeit.

Tutzing - Im Fischerbuchet, an der Kellerwiese und am Kallerbach hatten viele Bürger sehnlich auf sie gewartet, und seit dem 13. Dezember sind sie Realität: Stündliche Busverbindungen sorgen seit dem Fahrplanwechsel für deutlich verbesserten öffentlichen Nahverkehr in diesen Tutzinger Siedlungen. Doch der eigentlich recht gut gefüllte Fahrplan hat ein Loch: Morgens zwischen 7 Uhr und 8 Uhr lässt sich kein Bus blicken – ausgerechnet zur Zeit des Berufs- und Schulverkehrs. Auf den anderen Strecken fährt die Linie 978 auch zu dieser Zeit, so hinauf in die Siedlungen Luswiese und Zugspitzstraße sowie nach Feldafing.

Erstaunt haben Bewohner des Fischerbuchet Busfahrer nach dem Grund gefragt. Einer der Fahrer hat das nach ihren Angaben so erklärt: Zu dieser Zeit müsse er Schulkinder aus Feldafing befördern.

Auf Nachfrage des Starnberger Merkur hat sich Christian Kröck von der Pressestelle des Landratsamts Starnberg bei Verkehrsmanagerin Susanne Münster erkundigt und folgende Erklärung erhalten: „Der Bus wird zu dieser Zeit als Verstärkerfahrt von Feldafing über Artemed gebraucht.“ Bei der neuen Artemed-Klinik auf einem früheren Teil des Bundeswehrgeländes ist eine Haltestelle der Buslinie.

Erweiterung wegen langen Wartezeiten möglich

Die Buslinie 978 gibt es in Tutzing seit September 2019. Ihre Erweiterung sei zunächst nicht geplant gewesen, sagt Kröck, deshalb stünden nur die bereits in Einsatz befindlichen Fahrzeuge zur Verfügung. Es sei auch eine Frage der ausgeschriebenen Kapazitäten.

Die Erweiterung war wegen einer zuvor recht langen Wartezeit des Busses am Tutzinger Bahnhof von etwa 40 Minuten möglich. Diese Pause wird für die neue Strecke genutzt. Auch wenn die erweiterte Strecke noch als Probelinie gilt, hat sie sich nach Angaben von Kröck bereits etabliert. Auch zum Einkaufszentrum an der Lindemannstraße hat sie erstmals wieder eine öffentliche Verbindung gebracht, seit das von ehrenamtlichen Fahrern gesteuerte Bürgermobil eingestellt worden ist. Je höher die Einnahmen sind, umso weniger Kosten muss die Gemeinde Tutzing übernehmen, wie Verkehrsmanagerin Münster vor einiger Zeit erklärt hat. Der Landkreis Starnberg übernimmt die Hälfte des Defizits, den Rest teilen sich die Gemeinden Tutzing und Feldafing.

Weil der Bus gut ankommt, halten die Verantwortlichen für die Zukunft offenbar eine Kapazitätsaufstockung, also einen weiteren Bus auf dieser Strecke, für möglich. Dies sei aber erst bei der nächsten Ausschreibung möglich, sagt Kröck. Und die wird es nach seinen Angaben im Jahr 2023 geben. Bis dahin wird wohl morgens zwischen 7 und 8 Uhr im Fischerbuchet und rundherum weiterhin kein Bus fahren – es sei denn, aus irgendeinem Grund wird ein Fahrzeug auf einer anderen Strecke im Landkreis entbehrlich.

Lorenz Goslich

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare