Fünf Häuser mit je 14 Wohnungen entstehen derzeit Am Kallerbach in Tutzing. Bei einigen der in den Hang gesetzten Gebäude ist außen bereits die graue Holzvertäfelung zu erkennen.
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Fünf Häuser mit je 14 Wohnungen entstehen derzeit Am Kallerbach in Tutzing. Bei einigen der in den Hang gesetzten Gebäude ist außen bereits die graue Holzvertäfelung zu erkennen.

Bauprojekt Am Kallerbach

170 Interessenten vor der offiziellen Bewerbungsphase: Begehrte geförderte Wohnungen in Tutzing

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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170 Interessenten gibt es für die geförderten Wohnungen Am Kallerbach in Tutzing bisher. Und das, wo nun erst die offizielle Bewerbungsphase beginnt. Der Innenausbau der fünf Häuser mit 70 Wohnungen läuft, sie sollen ab Juli 2021 bezogen werden.

Tutzing – Der Estrich ist drin, der Innenausbau läuft: Am Kallerbach in Tutzing schreitet das derzeit größte Projekt des Verband Wohnen im Landkreis Starnberg voran. Insgesamt 70 Wohnungen entstehen dort in fünf Häusern. Bei einigen der in den Hang gesetzten Gebäude ist außen bereits die graue Holzvertäfelung zu erkennen. Ab 1. Juli 2021 sollen sie bezugsfertig sein, wie Verbandsgeschäftsführer Michael Vossen auf Nachfrage des Starnberger Merkur bestätigt.

Großes Interesse für die Sozialwohnungen gibt es schon, seit die Planung des Bauprojekts im Jahr 2017 bekannt wurde: Etwa 170 Bürger haben seither alleine im Tutzinger Rathaus angefragt, sagt Hauptamtsleiterin Kathrin Bernwieser. Die Vergabe läuft wie folgt: Die Gemeinde schlägt dem Verband Wohnen 80 Prozent der Mieter vor, für die restlichen 20 Prozent der Wohnungen sind Bürger anderer Kommunen des Landkreises berechtigt.

Bei den Vorschlägen seien der Gemeinde in gewisser Hinsicht „die Hände gebunden“, sagt Bernwieser. Denn: Für 52 der 70 Wohnungen müssen laut Landratsamtssprecherin Barbara Beck Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein berücksichtigt werden – dementsprechend hoch ist dieser Anteil für die Tutzinger Plätze. Viele Bürger mit Schein stehen auf der Warteliste im Rathaus. Wer ihn besitzt, weist offiziell nach, dass er eine mit öffentlichen Mitteln geförderte Wohnung beziehen darf – und damit unter anderem, dass er eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreitet. Sie liegt für Alleinstehende bei einem Netto-Jahreseinkommen von 22 600 Euro und für Zwei-Personen-Haushalte bei 34 500 Euro. Die Werte variieren aber je nach Lebenssituation (Kinder, Behinderung, Ehe etc.). In Tutzing haben nicht nur Arbeitslose einen Wohnberechtigungsschein – sondern auch Handwerker oder Putzkräfte mit Vollzeitjobs. „Das ist mittlerweile normal im Landkreis“, sagt Bernwieser. Für die Mieter ohne Schein lege der Haupt- und Finanzausschuss die Kriterien fest.

Fragebogen: Für Wohnung Vermögen und Einkommen angeben

Worauf es ankommt, zeigt seit wenigen Tagen ein Formular auf der Homepage der Gemeinde. Sie rief kürzlich zur Bewerbung bis 30. September auf. Im Fragebogen müssen Interessenten unter anderem ihr Vermögen, ihr Netto-Einkommen, Infos zur aktuellen Wohnung und den Grund, warum sie in Tutzing wohnen möchten, eintragen.

Sowohl junge als auch ältere Menschen sollen Am Kallerbach ein neues Zuhause finden. Hauptamtsleiterin Bernwieser sagt: „Wir wollen ein buntes Miteinander und kein Getto irgendeiner Art.“ Unterbringen müsse man zum Beispiel Leute aus Häusern, die vor dem Abriss stehen. Das gilt für die langgezogenen Gebäude an der Niederebersdorfer und der Sudetendeutschen Straße. Dort will der Verband Wohnen eines Tages ebenfalls 70 neue Wohnungen bauen.

Am Kallerbach entstehen 36 Zwei-Zimmer-, 22 Drei-Zimmer- und zwölf Vier-Zimmer-Wohnungen. Die Mieten sollen 7,50 Euro je Quadratmeter für Bewerber mit Wohnberechtigungsschein und zehn Euro je Quadratmeter für die ohne Schein betragen. Wegen der steigenden Baupreise vermutet Verband-Wohnen-Chef Vossen, dass die Mietpreise bei künftigen Projekten höher liegen könnten. „Für Tutzing werden wir die aktuellen Mieten aller Voraussicht nach halten“, sagt er. Zum Vergleich: In der kürzlich bezogenen Wohnanlage der Wohnungsgenossenschaft Starnberger See an der Himbselstraße in Starnberg liegt die Quadratmeter-Miete bei 12,50 Euro. Mieter, die staatliche Förderungen bekommen, zahlen zwischen sechs und acht Euro.

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