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Neu und leer: Der Neubau des Refugiums Beringerpark in Tutzing steht leer. Der 4,5-Millionen-Euro-Bau ist jedoch fremdfinanziert – das setzt die Gesellschafter bei der Nachnutzung unter Druck.

Ende des Hospizes

Beringerpark: Viele Gesellschafter machen weiter

Tutzing - Nach dem schnellen Ende des neuen Tutzinger Hospizes wird unter Zeitdruck eine neue Lösung gesucht. Über die Hintergründe können die Gesellschafter des Tutzinger Hospizes nur spekulieren – die Vorgänge um das Aus sorgen jedoch für Diskussionen.

Fünf Gesellschafter haben schon ihre Konsequenzen gezogen: Dr. Doris Dobbelstein, Dr. Alfred Leclaire, Josef Steigenberger, Friederike Heß und Mark Habdank sind aus der gemeinnützigen Gesellschaft für Hospiz- und Palliativmedizin ausgeschieden. Grund: Der Betrieb des erst vor neun Monaten eingeweihten Tutzinger Hospizes Refugium Beringerpark, das sie errichtet hat, musste wie berichtet schon wieder eingestellt werden, weil die Krankenkassen einen Versorgungsauftrag abgelehnt haben. Die Mitarbeiter verlieren ihren Job, Patienten werden schon nicht mehr in dem Neubau betreut.

Fünf weitere Gesellschafter sind aber an Bord geblieben: Krista Frembs, Dr. Egon Gniwotta, Walter Eberl, Prof. Gernot Klein und Ernst Knop. Sie haben die Anteile der anderen Teilhaber übernommen und suchen nun, quasi im halben verbliebenen Gesellschafterkreis, nach einer neuen Lösung.

Über die Vorgänge im Vorfeld wird unterdessen heftig diskutiert. Die Verträge mit Einrichtungen schließt eine Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium. Schon vor Eröffnung der Anlage war ein Versorgungsauftrag abgelehnt worden. Die Betreiber vertrauten jedoch auf Signale, dass Einzelfallabrechnungen möglich seien. Das schien zunächst zu klappen – doch auf einmal war Schluss.

„Die Kassen müssen eine Direktive von oben bekommen haben“, vermutet Dr. Wolfgang Weber-Guskar, der Vorsitzende des Hospizvereins Fünf-Seen-Land. Auffallend kritisch begleitet worden war das Tutzinger Projekt von der Vorsitzenden des Hospizvereins Pfaffenwinkel, der früheren CSU-Landtagsabgeordneten Renate Dodell. Vor Monaten hatte sie dies unter anderem mit befürchteten Spendenrückgängen für das Pollinger Hospiz begründet. Nun lehnt sie auf Anfrage jedoch eine Stellungnahme zum Refugium ab.

Die Tutzinger Initiatoren haben für die Widerstände nie Verständnis gezeigt. Sie verwiesen auf Wartezeiten im Pollinger Hospiz und auf einen anderen Einzugsbereich. Weber-Guskar sagt, dass die Kassen eigentlich zu einem Kompromiss bereit gewesen seien. Doch die Politik habe nein gesagt. Als Argument gedient habe stets eine alte Regel, nach der es je 60 000 Einwohner ein Hospizbett geben soll. Dass heute eher wohnortnahe Unterbringung sterbender Patienten gewünscht werde, habe keine Rolle gespielt.

Die Suche nach einer neuen Nutzung der leer stehenden, noch kein Jahr alten und in den Außenbereichen noch gar nicht fertigen Anlage steht unter Zeitdruck: Die Kosten von 4,5 Millionen Euro sind weitgehend fremdfinanziert worden. Die Verhandlungen laufen nicht ausschließlich auf einen reinen Hospiz-Betrieb hinaus, sondern auch auf die Pflege von Schwerstkranken. „Wir wären über Spenden glücklich“, sagt Ernst Knop, einer der verbliebenen Gesellschafter: „Das würde uns etwas Zeit geben.“ Lorenz Goslich

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