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Sonnenblumen für den Grünen-Kandidaten: Bernd Pfitzner mit seiner Gemeinderatskollegin Christine Nimbach (l.) und seiner Kollegin im Kreisvorstand, Kerstin Täubner-Benicke.

Bürgermeisterwahl 2018

Bernd Pfitzner will ins Tutzinger Rathaus

Bernd Pfitzner ist erwartungsgemäß zum Kandidaten der Tutzinger Grünen für die Bürgermeister-Wahl am 14. Januar gekürt worden.

Tutzing – Der 49-jährige Bernd Pfitzner, gelernter Großhandelskaufmann und studierter Wirtschaftsmathematiker, war der einzige Bewerber bei der Aufstellungsversammlung der Tutzinger Grünen am Montagabend. Der nur zehn Mitglieder, aber zwei Gemeinderatsmandate zählenden Ortsverband bestimmte Pfitzner einstimmig zum Kandidaten.

Der gebürtige Kölner Pfitzner ist der Sohn einer Bad Reichenhallerin und eines Niederbayern mit schlesischen Wurzeln, er ist verheiratet und Vater einer dreijährigen Tochter und nennt „Wandern, Kajakfahren, Reisen und Kochen“ als seine Hobbys. Er lebt seit zwölf Jahren in Tutzing, sitzt seit 2014 im Gemeinderat, ist ebenso lange Kreistagsmitglied und schon seit 2007 Kreisvorsitzender. Er arbeitet beim Leasing-Unternehmen LHI, „der Firma, die einst Pöcking als Gewerbesteuerzahler reich gemacht hat“.

Damit war der designierte Kandidat bei seinem persönlichen Wahlprogramm angelangt, das er als „Bürgerkompass“ bezeichnete: „Über mein Tutzing kann ich lang reden“, warnte er scherzhaft, ehe er ins Detail ging wie bislang kein anderer Tutzinger Kandidat. „Man muss als Bürgermeister moderieren können, kreative Lösungen finden – also genau das, was ich bei der LHI auch mache“, schickte Pfitzner selbstbewusst voraus.

Programm bis ins Detail

Als Beispiele für solche kreativen Lösungen nannte er den in Tutzing noch immer fehlenden Bürgersaal: Warum sollten nicht die Gemeinde und das Kloster Andechs als Eigentümer des Andechser Hofes gemeinsam die Sanierung stemmen? „Die Gemeinde zahlt monatlich 4000 Euro, und der Eigentümer geht mit dieser Sicherheit zur Bank, um einen Kredit für die inzwischen nicht mehr so teuer geschätzte Sanierung zu erhalten.“ Das Mayer-Haus könne man für Mitarbeiter-Wohnungen herrichten. Das Thema „bezahlbarer Wohnraum“ war ebenfalls auf dem Tisch: Konzepte wie „Wohnen gegen Hilfe“ werde er selbstverständlich unterstützen. „Tempo 30“ vor Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen sehe er als zwingend an. Beim Stichwort Gewerbeansiedlungen plädierte er für innerörtliche Standorte und sprach sich gegen weitere Flächenversiegelungen „auf der grünen Wiese“ aus – den Gewerbepark in Wieling nannte er als abschreckendes Beispiel. Den derzeitigen Leerstand bestehender Gewerbebauten im Ortskern müsse man sich ebenfalls genauer ansehen, forderte Pfitzner.

„Es darf auf kommunaler Ebene keine Denkverbote geben“, so Pfitzner, der damit die „Weiter so“-Haltung mancher altgedienter Ratskollegen kritisierte und als erster grüner Bürgermeister für frischen Wind sorgen möchte.

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