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Die heutige Inhaberin: Julia Francke.

Aufgabe

Brahms-Apotheke in Tutzing schließt am Jahresende

56 Jahre nach ihrer Gründung wird die Tutzinger Brahms-Apotheke zum Jahresende geschlossen. Dann gibt es im Ortszentrum nur noch die Schloss-Apotheke.

Tutzing – Inhaberin Julia Francke hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. „Es war mir zunehmend unmöglich, die Apotheke so zu führen, wie es meine persönlichen Ansprüche fordern, und die Zerrissenheit zwischen den beiden Standorten war mitunter sehr belastend“, schreibt sie in einer Mitteilung an ihre Kunden.

2009 hatte sie die Brahms-Apotheke gekauft, 2011 hatte sie zusätzlich die Lindemann-Apotheke im neuen Einkaufszentrum an der Lindemannstraße übernommen. Dorthin hätten sich die Kundenströme immer mehr verlagert, erklärt sie. Auch die Folgen der Gesundheitsreformen haben sich nach ihren Angaben ausgewirkt, zudem zieht der Versandhandel mit Arzneimitteln seine Konsequenzen nach sich.

So hat Julia Francke „nach reiflicher Überlegung die „wirtschaftliche, personelle und persönliche Entscheidung getroffen“, die Brahms-Apotheke zu schließen. Von derem bisherigem Team übernimmt sie vier Mitarbeiterinnen in die Lindemann-Apotheke, zwei weitere nehmen die Schließung zum Anlass, ihre Tätigkeit aus Altersgründen zu beenden. „Insgesamt darf ich stolz darauf sein, ein Team von sieben Apothekerinnen, sechs pharmazeutisch technischen Assistentinnen, drei pharmazeutisch kaufmännischen Angestellten sowie drei Botinnen zu beschäftigen“, so die Apothekerin gegenüber dem Starnberger Merkur.

Die Brahms-Apotheke war 1961 von Dr. Karl-Otto Gigl gegründet worden, der von 1990 bis 1996 auch CSU-Gemeinderat in Tutzing war. Seine Familie steht nicht nur in Tutzing für eine lange Apotheker-Tradition. „Wir waren im Höchststand zwölf Apotheker in verschiedenen Generationen“, erzählt er.

Mit erst 26 Jahren hatte er sich 1961 gleich nach seiner Approbation im Gebäude der Familie Zistl an der Hauptstraße neben der Molkerei der Eigentümer selbstständig gemacht. Zeitweise war er der jüngste Apotheken-Besitzer Bayerns. Auch Gigls Frau Lieselotte ist Apothekerin. Sein Vater Otto Gigl hatte 1936 die damalige Apotheke Ziernbauer gepachtet und sie dann lange als „Tutzinger Apotheke“ geführt.

Gigl war für viele Tutzinger lange eine Vertrauensperson. Er ist zwar eigentlich seit 1996 im Ruhestand, doch mit der Arbeit hat er nie richtig aufgehört. Seine Frau hat über Jahre die Nord-Apotheke in München geführt, in der er lange mitgearbeitet hat. Bis heute ist sie in dieser Branche tätig – zurzeit in der St. Antonius-Apotheke in Percha. Von Lorenz Goslich

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