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Untragbar: BRK-Mitarbeiter Andreas Stöckerl zeigt die katastrophalen Zustände in der BRK-Alm an der Greinwaldstraße.

BRK

Helfer in massiver Raumnot

Das Bayerische Rote Kreuz will in Tutzing aus einer Notsituation eine Tugend machen. Angestrebt wird ein Neubau an der Seestraße. Sogar ein für die Gemeinde nutzbarer Saal und Jugendräume werden für möglich gehalten.

Tutzing– Über schwierige Bedingungen auf der Rotkreuzalm klagt das Bayerische Rote Kreuz (BRK). Aus diesem Grund wird eine „neue und angemessene“ Rotkreuz-Wache für Tutzing angestrebt – und zwar auf einem Teil des alten Volksfestplatzes: am Georg-Roth-Weg, gegenüber des Minigolfplatzes. Dabei verweist das BRK auf mögliche Synergien – mit Vorteilen unter Umständen auch für die Gemeinde. Integriert werden könnten auch ein größerer Saal und Jugendräume, die beide von den Bürgern genutzt werden könnten, meint Kreisgeschäftsführer Jan Lang. Damit könnten quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, sagt er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Lang will dies ausdrücklich als Vorschlag des BRK an die Gemeinde Tutzing verstanden wissen. Er würde sich freuen, sagt er, wenn dies in der Gemeinde wohlwollend geprüft würde.

Rund um die Tennisplätze und den alten Fußballplatz waren schon sieben andere Standorte für eine neue BRK-Station in die Überlegungen einbezogen worden, die aber offenbar alle nicht mehr näher verfolgt werden. Fürs Parken auf dem alten Volksfestplatz bleibe trotzdem noch genug Fläche übrig, meint Lang. Für das Projekt werde eine Grundfläche von vielleicht 500 oder 600 Quadratmetern benötigt.

Sinnvoll wäre eine kombinierte Wache für Wasserwacht und Bereitschaft, so Lang. Gedacht wird an ein Gebäude mit Erdgeschoss und erstem Stock. Eine Bauvoranfrage werde nun bei der Gemeinde eingereicht. An Kosten für eine reine Ehrenamtswache würden nach Langs Schätzungen 500 000 bis 600 000 Euro anfallen, bei erweiterter Nutzung – mit größerem Saal und Jugendräumen – mehr. Auch für die Finanzierung gibt es laut Lang bereits Ideen. Er verweist auf Überlegungen beim Landkreis, so ein Projekt zu unterstützen, und auf weitere Fördermöglichkeiten. Und das Grundstück? „Wir würden uns wünschen, dass die Gemeinde Tutzing es uns kostenlos oder für eine symbolische Erbpacht zur Verfügung stellt.“

Lang spricht von einem brennenden Thema: „Wir wollen damit den gordischen Knoten zerschlagen, der die Arbeit unserer Ehrenamtlichen in Tutzing seit 2015 einschränkt.“ Seit der Räumung der Rotkreuzalm gebe es für das BRK keine funktionierenden Räumlichkeiten mehr, sagt Robert Lettenbauer, der zweite stellvertretende Vorsitzende und technische Leiter der BRK-Wasserwacht. Im noch stehenden Teil der Rotkreuzalm, dessen Abriss schon geplant gewesen sei, gebe es kein warmes Wasser und keine Heizung mehr, nur noch notdürftige Elektroheizkörper. Es gebe keinen Raum für Erste-Hilfe-Kurse, keine ausreichenden Büroräume, Garagen oder Lagerräume. Die Räume, die zur Verfügung stünden, seien in einem desolaten Zustand. Genauso schlimm schaue es bei der Wasserwacht aus. Bislang hätten die Ehrenamtlichen in Tutzing alles getan, um die massiven Probleme „irgendwie zu umschiffen“, aber langsam, sagt Lettenbauer, sei ihre Leidensfähigkeit „ausgereizt“.

Lorenz Goslich

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