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Ingo Ehrlicher, der Regionalvorsitzende der Drachenflotte Süd, überreichte die Meisterschale an Markus „Buale“ Glas.

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„Buale“ Glas erster Bayerischer Drachen-Meister

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Beim Pfingspreis der Drachensegler in Tutzing wurde erstmals auch ein Bayerischer Meister ermittelt. Und der heißt „Buale“ Markus Glas, der vor Michael Schattan und Anna Houdeck gewann.

TutzingEinen scherzhaften Seitenhieb auf den Sieger konnte sich Michael Schattan dann doch nicht verkneifen. „Buale, den musst du von Tutzing nach Starnberg hochsegeln“, forderte der Skipper aus dem Münchener Ruder- und Segelverein Markus Glas auf, eine der beiden Prämien beim Pfingstpreis der Drachen im Deutschen Touring Yacht-Club gleich an Ort und Stelle auszuprobieren. Neben einer silbernen Schale riss sich der Bootsbauer aus dem Bayerischen Yacht-Club auch noch die zweite Prämie unter den Nagel: Einen nagelneuen Opti für die Jugendabteilung seines Vereins.

Ingo Ehrlicher hatte sich einiges für die Regatta einfallen lassen. Der Regionalvorsitzende der Drachenflotte Süd lobte nicht nur einen Opti für die beiden besten Steuerleute eines Clubs aus, den Glas als Sieger und Anna Houdeck als Dritte an den Starnberger Nepomukweg entführten. „Die Alten machen etwas für die Jungen“, würdigte Schattan die Idee als besonders nachhaltig. Ehrlicher veranstaltete zum ersten Mal auch eine Bayerische Meisterschaft der Drachen. Der Titel lockte 45 Mannschaften nach Tutzing, die für das größte Feld in diesem Frühjahr im Fünfseenland sorgten. In den nächsten Jahren soll die Meisterschaft in wechselnden Revieren in Verbindung mit einer Traditionsregatta ausgetragen werden.

Allerdings hatten die Veranstalter vergessen, um gutes Wetter nachzufragen. „Die Windbedingungen waren extrem schwierig“, stellte Schattan fest. Am Samstag herrschte Flaute, am Sonntag sorgte die instabile Wetterlage für zahlreiche Kapriolen. „Bei jeder Wolke drehte der Wind mit“, so Schattan. Wettfahrtleiter Martin Bittner gab zwar sein Bestes, brachte aber nur ein einziges Rennen zustande. Weil sich einige Teams obendrein noch einen Fehlstart einhandelten, sank die Stimmung bei vielen Seglern gegen Null, zumal am Pfingstmontag nur eine schwache Brise wehte. Binder entschied sich noch zu zwei Wettfahrten. Nur hatten zu diesem Zeitpunkt schon 17 Mannschaften ihre Zelte in Tutzing abgebrochen.

Dagegen votierte die Flotte aus dem BYC dafür, zu bleiben, der sich eine Mehrheit der Teams anschloss. „Wir waren die Lachenden“, stellte Schattan fest, der sich von den Bayern umstimmen ließ und am Ende mit Marion Rommel und Hans Schneider Zweiter wurde (3/6/1), während Glas mit seinen Münchner Vorschotern Florian Grosser und Philipp Ocker souverän gewann (1/3/2) und Anna, Maria und Rudolf Houdeck Dritte wurden (7/2/3). „Buale Glas ist ein Genie“, verneigte sich Schattan vor dem Sieger, „man merkt, er kennt den See.“

Bei den schwachen Winden war vor allem die Fähigkeit gefragt, die Verhältnisse aufmerksam zu lesen. Nur fördert das Regelwerk nicht unbedingt dieses Feingefühl. Drachen sollen nicht unter fünf und nicht über 25 Knoten starten. Diese Verpflichtung kann bei grenzwertigen Bedingungen zu Konflikten führen, die Schattan jedoch für vermeidbar hält. „Man blockiert sich selbst, weil man sich Zwangsjacken anlegt“, plädiert er für eine gewisse Flexibilität in Ausnahmefällen. Regattaleiter Martin Binder hat sich die Freiheit genommen und zwei Rennen bei viereinhalb Knoten gestartet. Das ist sicherlich diskutabel, aber auch pragmatisch. Schließlich sind die 45 Teams nicht nach Tutzing gekommen, um die Statuten der Klassenvereinigung peinlich genau einzuhalten, sondern um zu segeln.

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