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Bürgerbegehren zum Klimaschutz

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Das Logo wurde pünktlich zum Gründungstreffen fertig. Engagierte und Unterstützer der Klima-Initiative (v.l.) Hanna Krause, Bernd Pfitzner, Marco Lorenz, Uta Waldau, Manuel Lorenz, Bürgermeisterin Marlene Greinwald und Konrad Lang.
Das Logo wurde pünktlich zum Gründungstreffen fertig. Engagierte und Unterstützer der Klima-Initiative (v.l.) Hanna Krause, Bernd Pfitzner, Marco Lorenz, Uta Waldau, Manuel Lorenz, Bürgermeisterin Marlene Greinwald und Konrad Lang. © Lorenz Goslich

Die neue Initiative „Tutzing klimaneutral 2035“ erhält viel Zuspruch. Sie plant nicht nur vier Arbeitskreise – sondern auch ein Bürgerbegehren.

Tutzing – So gut besucht war der Sitzungssaal des Tutzinger Rathauses schon lange nicht mehr. Das Gründungstreffen der neuen Initiative „Tutzing klimaneutral 2035“ (wir berichteten) ähnelte am Donnerstagabend mit etwa 50 Teilnehmern einer Bürgerversammlung. Von einer „Initialzündung“ sprach Bürgermeisterin Marlene Greinwald. Die Gemeinde könne die Herausforderung nicht allein meistern, deshalb freue sie sich sehr über diese Anstöße. Marco Lorenz, einer der Initiatoren, wunderte sich selbst, „was für eine Dynamik das bekommen hat“.

Die Initiative lehnt sich als Lokalgruppe an die Klimaschutzorganisation „German Zero“ an. Für wesentliche Themenfelder stehen vier vorgesehene Arbeitskreise. Einer von ihnen soll für ein Bürgerbegehren zuständig sein. Mögliche Fragestellung: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Tutzing unverzüglich ein Planungsbüro beauftragt, das innerhalb eines Jahres einen Klimaaktionsplan zur Klimaneutralität bis 2035 in Tutzing erstellt?“ Davon erhofft sich Lorenz einen auf Tutzinger Verhältnisse zugeschnittenen Maßnahmenplan. Die erste, von überregionalen Daten abgeleitete „Klimavision“ sei ein grober Plan, sagte er auf kritische Anmerkungen hin.

In einer Gemeinde mit bis 10 000 Einwohnern müssten 1000 Unterschriften erreicht werden, erläuterte Lorenz’ Frau Uta Waldau. Ein weiterer Arbeitskreis soll auch künftig Tutzinger Klimatage organisieren. Hanna Krause, Lehrerin an der Grund- und Mittelschule, und Grünen-Gemeinderätin Flora Weichmann wollen den Bogen weiter spannen, auch mit der lokalen Geschäftswelt. Eine Idee ist das Tutzinger Repair-Café, das nächste Woche eröffnet werden soll.

Ein dritter Arbeitskreis soll eine Ideenwerkstatt sein und eine Plattform aufbauen. Manuel Lorenz, der dies angeregt hat, hält schnell umsetzbare Projekte wie das Repair-Café für wichtig. Allein 60 Ideen stehen schon auf einer Liste in Bernried, sagte Konrad Lang, der als „leidenschaftlicher Klimaschützer“ aus der Nachbargemeinde gekommen war und zu den Unterstützern von „German Zero“ gehört. Er empfahl, Experten erst zunächst nicht einzubeziehen, sondern den gesunden Menschenverstand walten zu lassen.

Ein vierter Arbeitskreis soll sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern, die Marco Lorenz für wesentlich hält. Ein Logo der Initiative war pünktlich zum Gründungstreffen fertig geworden. Lorenz hat schon etliche Sticker drucken lassen, die die Aktion auf Autofenstern, Rucksäcken und vielen anderen Stellen bekannt machen sollen. „Bitte schreibt euch auf unserer Webseite ein“, bat Lorenz die Anwesenden, „wir nehmen gern jede Hilfe in Anspruch, die uns zur Verfügung gestellt wird“.

An Vorarbeiten mangelt es in Tutzing nicht. Bernd Pfitzner, Gemeinderat der Grünen, berichtete über etliche Aktivitäten zum Klimaschutz über Jahre. In einem historischen Abriss erwähnte er zahlreiche Vorstöße der lokalen Agenda (2001) über die Gründung eines Klimapakts (2008) bis zur Mitgliedschaft im Energienetzwerk Oberland (2021), dem Tutzing als einzige Kommune des Landkreises beigetreten ist. Für regionale Zusammenarbeit stehe die geplante gemeinsame Energieagentur der Kreise Fürstenfeldbruck, Landsberg und Starnberg. Pfitzner hält professionelle Arbeit beim Klimaschutz für unerlässlich. Er betonte: „Auf ehrenamtlicher Ebene kriegen wir das nicht hin.“

Lorenz Goslich

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