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Bürggermeisterkandidat Bernd Pfitzner (Grüne).

Bürgermeisterwahl

Pfitzner präsentiert sein 100-Tage-Programm

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Was will der Grüne Bernd Pfitzner zuerst angehen, wenn er am 14. Januar zum Bürgermeister in Tutzing gewählt werden sollte? Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur hat er es verraten.

Tutzing – An Selbstbewusstsein fehlt es dem Bürgermeisterkandidaten der Grünen in Tutzing, Bernd Pfitzner, nicht. Gestern präsentierte er im Rahmen einer Pressekonferenz sein 100-Tage-Programm und damit die Aufgabenliste, mit der er seinen Dienst im Rathaus antreten will.

Warum das Ganze? „Die bisherigen Podiumsdiskussionen waren mir zu unkonkret“, meinte Pfitzner. Er habe ganz konkrete Vorstellungen, wie er die Gemeinde voranbringen wolle. Wenn er all die Punkte auf seiner Liste umsetzen will, dürfte es allerdings recht knapp werden mit dem Nachtschlaf. Als ersten und wichtigsten Punkt nennt Pfitzner „Gewerbe“. Er will die 14 wichtigsten Unternehmen in Tutzing besuchen, um mit ihnen über Wünsche, Probleme und Perspektiven zu reden. „Ich hatte das Gefühl, dass in den Podiumsdiskussionen der Eindruck entstanden ist, ich sei ein Gewerbefeind. Das Gegenteil ist der Fall“, so Pfitzner. Er setze aber darauf, die Unternehmen im Ort zu halten und zu unterstützen, anstatt neue anzulocken. Dazu gehöre auch, mögliche Erweiterungsflächen anzubieten – etwa gegenüber der Autowerkstatt Parsdorfer in Traubing. Untrennbar mit der Unternehmensförderung verbunden sei auch die Schaffung von preiswertem Wohnraum, so Pfitzner. Er fordert dabei ein Umdenken im Gemeinderat. „Wir müssen eine Satzung zur sozialen Bodennutzung beschließen, der Tutzinger Weg, der auf Freiwilligkeit beruht, reicht nicht aus und ist juristisch nicht wasserdicht.“ Will meinen: Wer Bauflächen ausweisen oder nachverdichten möchte – etwa durch Aufstocken seines Hauses – gibt einen Teil der Flächen an die Gemeinde ab, die dort bezahlbaren Wohnraum schafft.

Zudem kündigte Pfitzner an, dass der Tutzinger Sonderweg, wonach es Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser nur bei einer Mindestgrundstücksgröße von 600 Quadratmetern gibt, „überdacht werden soll“. Wenn Flächen für ein Einheimischenmodell bereit stehen, dann sollen diese mit Mehrfamilienhäusern bebaut werden: „Auf der Fläche von zwei Doppelhaushälften könnten so sechs bezahlbare Eigentumswohnungen entstehen.“

Auch sonst plant Pfitzner in seinen ersten 100 Tagen, zahlreiche alte Zöpfe abzuschneiden: Er will, dass das, was in Dießen problemlos funktioniere – die Einrichtung einer Tempo-30-Zone auf einer Staatsstraße – auch in Tutzing auf der Hauptstraße durchsetzen. Der Landkreis soll das Gymnasium komplett übernehmen, weil „die heutige Regelung, bei der Tutzing zehn Prozent der Kosten und 90 Prozent der Verwaltungsarbeit übernimmt, ein Bürokratiemonstrum ist“. Anrufsammel- oder Anruflinientaxen sollen dafür sorgen, dass die Bewohner der Ortsteile rund um die Uhr mindestens einmal pro Stunde zum S-Bahnhof kommen können. Das und noch viel mehr hat sich Pfitzner für seine ersten 100 Tage vorgenommmen. Ein ganzer Haufen Arbeit.  set

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