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Interesse an einer Kandidatur: Marlene Greinwald (Freie Wähler) und Bernd Pfitzner (Grüne).

Bürgermeisterwahl Tutzing

Die große Kandidatensuche

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Die Entscheidung ist gefallen: Tutzing wird weiter hauptamtlich regiert. Nun geht es darum, unter welchen Personen die Tutzinger am 14. Januar ihren neuen Bürgermeister oder ihre neue Bürgermeisterin wählen können.

Tutzing – Die Enttäuschung war dem CSU-Fraktionschef im Tutzinger Gemeinderat, Thomas Parstorfer, gestern schon noch anzuhören: „Wir wollten mit Elisabeth Dörrenberg als ehrenamtlicher Erster Bürgermeisterin die Gemeinde in aller Ruhe bis zu den Kommunalwahlen 2020 führen. Nun ist anders entschieden worden.“ Er kündigte an, dass sich der Vorstand der Union am kommenden Montag treffen wolle, um die weiteren Schritte zu besprechen. An einem ließ Parstorfer aber keinen Zweifel aufkommen: „Die CSU wird sicher einen Kandidaten präsentieren, der für das Amt des Ersten Bürgermeisters geeignet ist.“

Auch Dr. Franz Matheis von der Unabhängigen Wählergruppe Traubing äußerte sich gestern enttäuscht: „Die Fortführung des Ehrenamtlichen-Gespanns Dörrenberg/Greinwald wäre eine gute Übergangslösung gewesen. Nun werde ein nahezu permanenter Wahlkampf eingeleitet – erst die Bürgermeisterwahlen, dann kurz darauf die Wahlen des neuen Gemeinderates. „Das bindet Personal, die Wahlen kosten die Gemeinde viel Geld, zudem droht permanenter Unfrieden“, sagte er. Angesichts der Debatten der vergangenen Tage könne er die Entscheidung Elisabeth Dörrenbergs, nicht mehr für das Amt der ehrenamtlichen Bürgermeisterin kandidieren zu wollen, gut verstehen. „Wir schauen uns nun an, was da für Figuren da im Wahlkampf jetzt auftauchen und entscheiden dann, ob und wen wir unterstützen“, so Matheis.

Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste) meinte, dass er schon mit einer gewissen Verwunderung beobachtet habe, wie sich binnen einer Woche das Abstimmungsverhalten von Freien Wählern und CSU geändert habe. „Wir haben noch nicht besprochen, wie wir mit der neuen Situation umgehen“, sagte er weiter. Die Tutzinger Liste, die erst seit 2013 bestehe, habe aber bisher noch keinen Bürgermeisterkandidaten unterstützt.

Helmut Kirchner (FDP) äußerte gestern sein Bedauern, dass „der Gemeinderat die Kontinuität nicht wahren konnte. Die Damen haben das gut gemacht.“ Ihm fehle derzeit die Fantasie, sich Gedanken zu machen, wer antreten könne. Die FDP werde höchstwahrscheinlich keinen eigenen Kandidaten an den Start schicken, so Kirchner. „Da ginge es nur darum, die FDP auf die Plakatwände zu bringen. Das wäre kaum sinnvoll.“ Georg Schuster (ÖDP) kündigte gestern an, dass er die Kandidatin Marlene Greinwald (Freie Wähler) unterstützen wird, wenn sie antritt. „Dennoch war es die richtige Entscheidung, dass Tutzing mit all den Großprojekten, die anstehen, weiter einen hauptamtlichen Bürgermeister haben wird“, sagte er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Die Konstellation mit Greinwald als Erster und Dörrenberg als Zweiter Bürgermeisterin „war von Anfang an eine Idee von mir. Ich bin froh, dass sie jetzt realistisch erscheint“.

Eines lag Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing) gestern besonders am Herzen: „Wir sind alle Elisabeth Dörrenberg zu Dank verpflichtet, dass sie im Ehrenamt gemeinsam mit Marlene Greinwald die Geschicke der Gemeinde ein Jahr lang gelenkt hat.“ Das sei in der Debatte am Dienstagabend zu kurz gekommen, so Marchner. Dennoch finde er, dass der Gemeinderat zum richtigen Ergebnis gekommen sei. Er rechne nicht damit, dass die Bürger für Tutzing einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahlen präsentieren werden: „Dafür sind wir zu klein, zudem hat sich auch bei mir noch niemand gemeldet, der sein Interesse bekundet hat.“ Er hoffe, auch mit Blick darauf, dass er 2020 nicht noch einmal für den Gemeinderat kandidieren werde, „dass der Ort in gute Hände kommt. Wenn es einen unserer Ansicht nach geeigneten Kandidaten gibt, dann unterstützen wir diesen auch“, so Marchner weiter.

Renate Geiger (SPD) war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Nun haben die Parteien und Wählergruppen bis zum 23. November Zeit, mögliche Kandidaten zu nominieren und den Tutzinger Wählern umfassend vorzustellen.

Zwei bekunden Interesse an Kandidatur

Am Mittwoch haben bereits zwei Gemeinderäte ihr Interesse an einer Kandidatur bekundet. Die Dritte Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) bestätigte dem Starnberger Merkur: „Ja, ich trete an.“ Sie habe bereits im Vorfeld mit ihrer Familie geklärt, dass sie das Amt der Ersten Bürgermeisterin gern im Hauptamt übernehmen würde „und ich habe deren volle Unterstützung.“ Das sei auch mit der Zweiten Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU) abgesprochen, die am Dienstag angekündigt hatte, nicht mehr bereit zu stehen, wenn sich der Gemeinderat auf einen ehrenamtlichen Ersten Bürgermeister verständigen würde (wir berichteten). „Sollte ich gewählt werden, würde Frau Dörrenberg allerdings weiterhin bis zu den Kommunalwahlen 2020 als Zweite Bürgermeisterin zur Verfügung stehen“, so Greinwald, die bereits seit über einem Jahr die Geschicke der Gemeinde gemeinsam mit Dörrenberg lenkt. Der bisherige Bürgermeister Rudolf Krug war lange krankheitsbedingt ausgefallen, bevor er Mitte August verstarb (wird berichteten). Zumindest zwei Gegenkandidaten werden sich allerdings am 14. Januar auf dem Wahlzettel in Tutzing finden. Bernd Pfitzner (Grüne) kündigte gestern an, dass er ebenfalls antreten wolle, „wenn die Parteibasis in Tutzing meine Kandidatur befürwortet.“ Er gehe allerdings davon aus, dass er die Unterstützung seiner Parteifreunde bekommen werde. Zu guter Letzt kündigte Thomas Parstorfer (CSU) an, dass auch die Union einen Kandidaten ins Rennen schicken werde. Wer das allerdings sein soll, sei noch nicht entschieden.

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