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Auf dem Podium: Florian Schotter (CSU), Bernd Pfitzner (Grüne), Merkur-Redaktionsleiter Peter Schiebel und Marlene Greinwald (Freie Wähler) (v.l.).

Bürgermeisterwahl Tutzing

Die Podiumsdiskussion des Starnberger Merkur im Liveticker

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Am Sonntag ist Bürgermeisterwahl in Tutzing. Kurz vor dem Urnengang treffen sich die Kandidaten zum letzten Schlagabtausch auf dem Podium des Starnberger Merkur. Wir berichten live aus dem Roncallihaus.

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21.35 Uhr: Redaktionsleiter Peter Schiebel dankt allen Anwesenden und den Kandidaten für ihre Ausdauer, die spannende und lebendige Debatte. Damit verabschieden wir uns auch bei allen, die hier mitgelesen haben. Vielen Dank und schönen Abend noch!

21.31 Uhr: Eine Frage an die Kandidaten: Wer soll all die Wahlversprechen, die heute getätigt wurden, bezahlen? Pfitzner: „Anrufsammeltaxen sollen nicht gleich eingeführt, sondern die Debatte darüber angeschoben werden.“ Greinwald: „Der Kauf des Andechser Hofes ist nur ein Denkmodell, der könnte durchaus weiterverkauft werden, wenn das Konzept passt. Der Kauf des Bahnhofes wäre zu einem verhältnismäßig geringen Preis möglich. Müssen handlungsfähig bleiben, eventuell auch mal Kredite aufnehmen. Unsere Pro-Kopf-Verschuldung liegt deutlich unter dem Kreisdurchschnitt.“

21.26 Uhr: Jetzt wird es nochmal spannend: Wie stehen die Kandidaten zur Wiedereröffnung des Schwimmbads? Pöcking hat sehr viel aus seinem Schwimmbad gemacht. Florian Schotter: „Sehe keine Chance für die Gemeinde, auf absehbare Zeit, ein Schwimmbad zu finanzieren. Auch wenn der Bedarf absolut da ist.“ Marlene Greinwald: „Bei der Schließung gab es keine Mehrheit für die Sanierung. Raum kann nur noch als zusätzliche Bewegungshalle für Grund- und Mittelschule genutzt werden.“ Pfitzner: „Meine Frau liegt mir fast täglich in den Ohren, tummelt sich in Pöcking. Da ist es immer überfüllt, dennoch schießt die Gemeinde 300 000 Euro pro Jahr dafür zu. Ein Schwimmbad ist schweineteuer, das kann sich Pöcking noch leisten, Tutzing aber nicht.“

21.15 Uhr: Eine Frage zur Nachverdichtung, die Professor Burgstaller empfohlen hat. Pfitzner: „Das muss man nach und nach entscheiden, wenn die Hausbesitzer kommen und konkrete Anträge stellen. Professor Burgstaller macht sehr schöne Pläne.“ Schotter: „Kann mir an der einen oder anderen Stelle eine Nachverdichtung vorstellen, Tutzing soll aber nicht verstädtert werden.“ Greinwald: „Verdichtung wird kommen im Innenbereich - wo soll man es sonst machen. Aber wenn, dann in der zweiten Reihe der Hauptstraße, wenn die Erben bleiben wollen und bauen wollen.“

21.07 Uhr: Die nächste Frage dreht sich um die Straßenausbaubeiträge. Der Bürger möchte wissen, wie die Kandidaten dazu stehen. Greinwald: „Wir haben diese Satzung, denn ohne sie würden wir keine Kredite bekommen. Zudem wurden die ersten Bürgermeister verurteilt, weil sie die Satzung nicht angewendet haben. Allerdings haben die Freien Wähler ein Bürgerbegehren angestrengt. Ich habe die Hoffnung, dass die CSU im Wahlkampf diese große Ungerechtigkeit einkassiert.“ Bernd Pfitzner: „Zunächst einmal wird die Hauptstraße saniert und der Umleitungsverkehr durch das Zentrum geführt. In vier oder fünf Jahren können wir den Rest angehen - hoffentlich ohne Beiträge.“ Schotter: „Ich bin zwar CSU-Mitglied, werde aber trotzdem das Bürgerbegehren der Freien Wähler unterschreiben. Die heutige Regelung ist eine Ungerechtigkeit.“ Er verweist aber im Scherz auch darauf: „So eine schlechte Straße ist aber auch eine prima Verkehrsberuhigung.“

21 Uhr: Ein Bürger fragt, ob es ein gesamtes Verkehrskonzept für die Gemeinde gibt. Marlene Greinwald antwortet: „Ein solches Konzept wurde vor vielen Jahren erarbeitet, kostete viel Geld und wurde schnell von der Zeit überholt.“ Florian Schotter: „Wir sind kein Durchgangsort. 80 Prozent des Verkehrs in Tutzing ist hausgemacht.“ Daher sei ein Gesamtverkehrskonzept nicht angebracht. Er sehe nicht, dass es in Zukunft noch mehr Verkehr geben wird. Immer mehr könnten und würden von zu Hause aus arbeiten. Statt dessen sollte man in Sachen ÖPNV in Tutzing weiter am Ball bleiben. Bernd Pfitzner: „Wir sollten lieber kleinere Maßnahmen ergreifen, um ohne Auto zum Ziel zu kommen.“ Er verweist unter anderem auf abschließbare Radlboxen am Bahnhof.

20.56 Uhr: Eine Anwohnerin beklagt sich über die vielen Radfahrer an der Brahmspromenade. Das sei sehr gefährlich für die Kinder auf dem Spielplatz. Pfitzner: „Mit der nötigen Rücksicht wäre das problemlos machbar. Die üben aber nicht alle. Das gleiche gilt für freilaufende Hunde auf dem Spielplatz. Ein Wachdienst ist aber auch keine Lösung.“ Schotter: „Die Stadt München hat einen Wachdienst im Paradies. Das kostet Geld. Aber wenn der Ansturm weiter so bleibt, dann muss man darüber nachdenken. Vielleicht wäre aber auch eine Lösung, wenn die Polizeiinspektion Starnberg eine Sicherheitswacht mit ehrenamtlichen Helfern ins Leben ruft.“

20.55 Uhr: So langsam wird der Sauerstoff knapp im Saal des Roncallihauses. Dennoch wird weiter intensiv nachgefragt.

20.48 Uhr: Es geht um die Badesituation am Kustermannpark und der Brahmspromenade. Ein Bürger beklagt, dass da trotz Verbotsschildern überall gebadet wird - teilweise sogar nackt. Greinwald: „Ich weiß, es ist nicht immer ganz angenehm, da durch zu flanieren, wenn einige Freikörperkultur betreiben. Aber sollen wir eine Badepolizei einführen? Leben und leben lassen.“ Schotter: „Schilder stehen, kontrollieren kann es niemand. Man kann vieles verbieten, wo keine Kontrolle, bringt auch kein Verbot etwas. Ich persönlich kann gut damit leben.“ Pfitzner: „Ich sehe da auch sehr viele Tutzinger, die da baden. Da fahren nicht die Münchner hin, um da baden zu gehen. Soll ich meiner dreijährigen Tochter, die auf dem Spielplatz an der Brahmspromenade spielt, verbieten, kurz ins Wasser zu springen?“

20.37 Uhr: Die Zugezogenen beklagen sich über eine mangelhafte Willkommenskultur im Ort - gerade mit Blick auf die Architektur. Greinwald: „Wir haben beschlossen, dass es keine neuen Flachdachbauten mehr gibt. Tutzing lebt von der Vielfalt im Ort. Gerade bei der Fischerhochzeit haben wir erlebt, wie offen Alteingesessene und Zugezogene miteinander gefeiert haben.“ Pfitzner: „Wir können im Gemeinderat Geschmack nicht vorschreiben. Wenn einer seinen modernen Kubus hinstellen möchte und es baurechtlich geht, sollte es auch gehen.“ Er sei mit zwölf Jahren im Ort „für Tutzinger Verhältnisse noch ein frisch Zugereister“. Pfitzner plädiert für einen Neubürgerempfang, bei dem sich die Vereine und Verbände vorstellen können und sagt: „Ich fühle mich zuhause in Tutzing.“ Die Zugereisten müssten aber auch auf die Tutzinger zugehen. Schotter: „Wer sich einbringt in den Ort, in die Vereine, der gehört ganz schnell dazu.“ Es sei halt ein Geben und Nehmen. „Zur Architektur ist genug gesagt. Leben und Leben lassen: Jodeln muss bei uns nix.“

20.32 Uhr: Kommt ein dritter Aufzug am Bahnhof? Greinwald: „Der Bahnvertrag läuft aus, da steht eine große Umgestaltung an.“ Die Gemeinde wolle das Bahnhofsgebäude kaufen. In diesem Zusammenhang müsse auf der Westseite ein barrierefreier Zugang geplant werden. „Wir haben Ansprechpartner bei der Bahn gefunden. Ich hoffe, die bleiben auch.“ Schotter: „Es wird niemanden geben, der die Sinnhaftigkeit eines Fahrstuhls auf der Westseite nicht sieht. Jetzt muss die Bahn auf uns zukommen, ich bin da sehr hoffnungsvoll.“ Pfitzner: „Bahn meinte bislang immer nur, unser Bahnhof ist über die Ostseite erschlossen.“ Zwar gebe es 100 000 Euro, die an Spenden gesammelt wurden, aber wenn die Gemeinde das selbst gebaut hätte, hätte sie auch die Wartungskosten übernehmen müssen: „Da sind sie im Jahr bei einem vielfachen der 100 000 Euro.

20.29 Uhr: Frage: Was gibt es zum Seehof zu sagen? Seit drei Jahren hört man nichts. Schotter: „Gelände gehört der Münchner Grund. Ich bin nach wie vor für die Nutzung als Hotel und nicht für Luxuswohnungen. Das hat nur Vor- und keine Nachteile. Kann aber nicht versprechen, dass die da auch bauen.“ Greinwald: „Es gibt einen Bebauungsplan mit Hotel und Cafe. Die Investoren wollen das nicht, müssen sich aber auch auf uns zu bewegen. Sie haben das Gelände unter Hotelnutzung gekauft und sollen diese auch umsetzen.“ Pfitzner: „Drei Jahre nichts passiert. Münchner Grund kann sich freuen: 30 Prozent Gewinn, ohne etwas zu tun. Ich bin aber als Gemeinderat nicht bereit, den Spekulationsgewinn der Münchener Grund zu realisieren.“

20.22 Uhr: Ein Bürger fragt, ob es genaue, weitergeführende Planungen gibt, um Gewerbe anzusiedeln. Pfitzner verweist auf die gwt, mit der man sich zusammensetzen soll. Er höre aber immer wieder, dass das Gewerbe bezahlbaren Wohnraum für die Mitarbeiter brauche. „Die Bewerber wachsen bei einer Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent hier nicht auf den Bäumen.“ Greinwald: „Setze auch auf enge Zusammenarbeit mit der gwt und Herrn Winkelkötter.“ Die Firmen, die sich für eine Ansiedlung auf der Roche-Fläche interessieren, kämen aus der Region und bräuchten daher nicht unbedingt vor Ort Wohnflächen für ihre Mitarbeiter. Florian Schotter verweist auch auf den dringend weiter nötigen Breitbandausbau. Das Problem sei das Geld: „Wenn wir wie andere Kommunen Millionen auf dem Konto hätten, wäre es leichter.“ So müsse man „proaktiv rausgehen und Unternehmen suchen, die hier Gewerbesteuern zahlen.“

20.21 Uhr: Im Saal entbrennt eine Debatte über wirtschaftliche und ehrenamtliche Interessen des BRK. Es sollen aber auch noch andere die Gelegenheit bekommen, ihre Fragen zu stellen.

20.18 Uhr: Florian Schotter, Polizist und Feuerwehrmann: „Ich weiß, dass solche Zustände auf die Motivation der Ehrenamtlichen drücken. Mit mir hätten sie auf lange Zeit einen Ansprechpartner.“

20.14 Uhr: Karlheinz Anding, stellvertretender BRK-Kreisvorsitzender kritisiert diese Einstellung. „Wir brauchen seit Jahren eine Lösung. Die Zustände sind unhaltbar.“ Gemeinde und Landratsamt würden sich die Bälle zuspielen und eine Lösung verhindern. „Wir sind auf freiwillige Leistungen des Landkreises und der Gemeinde angewiesen. Wir brauchen ein Grundstück, das uns die Gemeinde zur Verfügung stellt. Am liebsten umsonst oder günstig zur Pacht.“ Die vielen Vertreter des BRK seien nicht zur Absicherung da, sondern dazu, die Dringlichkeit zu unterstreichen. „Wir sind inzwischen beim siebenten Grundstück, dass wir binnen fünf Jahren mit der Gemeinde besprechen.“

20.08 Uhr: Eine Bürgerin spricht davon, dass das BRK ein gemeinsames Gebäude für Jugend, Wasserwacht und einen Gemeindesaal auf dem Volksfestplatz errichten möchte. Greinwald: „Die letzten Gespräche mit dem BRK endeten mit einer geplanten Halle am Rand des Volksfestplatzes, den wir brauchen. Jetzt kommt - mitten im Wahlkampf - der Vorstoß. Das war ein geschickter Schachzug, da werden wir verhandeln müssen. Wenn das Landratsamt mitspielt, dass das an den Rand des Volksfestplatzes kommt, ist das vorstellbar. Für einen Gemeindesaal ist mir das eigentlich zu dezentral.“ Pfitzner: „So weit ich weiß, liegt der Ball im Feld des BRK. Das muss mit dem Landratsamt verhandeln. Wir wollten dort einen Beachvolleyballplatz errichten und hatten großen Ärger mit dem Landratsamt.“ Er betont, dass die Gemeinde die Flächen am Volksfestplatz im Sommer braucht.

20.02 Uhr: Jetzt haben die Besucher das Wort. Erste Frage: „Wie wollen Sie die Bäume in Tutzing schützen?“ Schotter: „Ich persönlich finde Tutzing noch massiv grün. Wir haben eine Baumschutzsatzung. Wenn ein Baum kaputt ist, muss er gefällt werden. Habe keine Baumfällungen en masse festgestellt.“ Greinwald: „Schützen können wir die alten Bäume im Endeffekt nur im Bebauungsplan.“ Da müsse man im Gemeinderat ganz genau aufpassen. Sie verweist aber auch darauf, dass es mehr Stürme gibt, die mehr Windbruch verursachen. „Wenn der Baum nicht mehr sicher ist, muss er weg. Wir sind in der Haftung und ich möchte deswegen nicht ins Gefängnis.“ Pfitzner: „Habe auch mit mir um den schönen großen Baum in der Schlucht gerungen, aber er war nicht zu retten. Die Sicherheit der Bürger geht vor.“ Ihm seien schon die einen oder anderen Bäume untergekommen, wo er sich nicht sicher sei, ob die gefällt werden mussten. Er halte nichts von einer Baumschutzverordnung, da gebe es andere Wege, alte Bäume auf privatem Grund zu schützen.

20 Uhr: Pfitzner meint, Krug habe ein transparentes System angefangen, das sei aber durch seine Erkrankung etwas eingeschlafen. „Wir müssen regelmäßiger was machen und die Bürger mitnehmen.“ 

19.58 Uhr: Greinwald lobt die Bürgerwerkstatt, die die Feldafinger zur Entwicklung des Konversionsgeländes veranstaltet haben. „Die anonyme Auswahl der Teilnehmer hat Charme.“ Sie habe sich in den vergangenen Monaten nicht durchsetzen können, das Thema Hauptstraße offener zu behandeln. Die Arbeitsgruppensitzungen sollen künftig nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden. „Wir müssen damit noch offener umgehen. Die Bürgerforen waren ein guter Anfang, den Rudolf Krug gegangen ist.“

19.55 Uhr: Das letzte Thema, bevor die Bürger ihre Fragen stellen können. Peter Schiebel: „Viele kritisieren mangelnde Transparenz bei der Planung der Hauptstraße - wie sollen die Bürger besser eingebunden werden?“ Schotter: „Ich bin für maximale Transparenz angetreten.“ Er fordert „eine transparente Geschichte mit Beteiligung der Anlieger“. Schotter meint aber auch, gerade mit Blick auf die Tempolimits werde es nie eine einvernehmliche Lösung geben.

19.53 Uhr: Schotter betont, dass es so einfach nicht würde: „Die Augustiner-Brauerei hat bereits dankend abgewunken. Die Wirte haben ein Saal-Trauma, wollen nicht ewig nachts arbeiten.“

19.50 Uhr: Greinwald will nicht ausschließen, dass die Gemeinde den Andechser Hof kauft, schließt aber aus, dass die Gemeinde ihn dann auch betreiben wird. Die Lösung müsse gemeinsam mit dem Gemeinderat erarbeitet werden. Sie meint, Pfitzner könne sich auch als Gemeinderat gewinnbringend einbringen. Greinwald: „Viele Hindernisse sind aus dem Weg geschafft. Es gibt keinen Denkmalschutz, da kann auch neu gebaut werden. Allerdings sollte der Saal erhalten bleiben. Ich finde es schön, wenn wir noch ein gutes weiteres Wirtshaus in Tutzing hätten.“

19.47 Uhr: Pfitzner: „Keine kann mit dem Saal etwas anfangen. Aber die Gemeinde Tutzing braucht einen Bürgersaal. Daher sollte die Gemeinde den Saal dauerhaft mieten. Ich komme aus der Immobilienfinanzierungsbranche, ich weiß, wie das funktionieren kann.“ Dadurch könnte der Investor einen günstigen Kommunalkredit für die Sanierung bekommen. „Das ist die einzige Chance, in den kommenden Jahrzehnten zu einem Bürgersaal zu kommen.“ Er wolle Bürgermeister werden, um in den Verhandlungen sein Finanzierungs-Know-How einzubringen.

19.42 Uhr: Thema Andechser Hof: Schotter berichtet, dass er die Verkaufspläne des Kloster Andechs öffentlich gemacht hat. „Ich komme aus der Gastronomie und hätte nichts lieber, als dass der Andechser Hof genauso wie er war wieder aufmacht.“ Aber das Gebäude gehöre nicht der Gemeinde. Er bezweifle, dass das Paket mit Saal und allem noch einmal so betrieben werden kann, verweist auf hohen Personalbedarf. „Da kann die Gemeinde nur vermitteln und moderieren. Ich würde als Bürgermeister die Finger vom Andechser Hof lassen, keinen Gedanken daran verschwenden, das Areal als Gemeinde zu erwerben.“ Er verweist darauf, dass die gemeindeeigenen Gaststätten in den vergangenen Jahren viele Probleme und geringe Erlöse erbracht hätten. Ein Investor habe gesagt, er wolle den Saal in weitere Zimmer umwandeln und ein kleines Hotel aufmachen. „Mit Blick darauf, dass sonst nichts passiert, muss man darüber nachdenken.“

19.40 Uhr: Pfitzner: „Wir können innerorts niemals so viele Parkplätze schaffen, um mit einem Lindemann-Areal konkurrieren zu können.“ Die Ladenbesitzer sollten für interessante Angebote sorgen - unterstützt von der Gemeinde, die die Rahmenbedingungen schafft. Er regt an, dass sich die Geschäfte zusammentun, im Internet Bestellungen annehmen und gemeinsam einen Lieferservice auf die Beine stellen.“

19.39 Uhr: Greinwald entgegnet, dass keiner vorhat, sämtliche Parkplätze an der Hauptstraße abzuschaffen. „Für die Verbesserung der Aufenthaltsqualität fallen einige Stellplätze weg, weil Parkbuchten geschaffen werden.“ Dafür werde aber als Ausgleich eine Tiefgarage im Ortszentrum geschaffen. Sie will mit den Betroffenen zusammenarbeiten, um kreative und bürgernahe Lösungen zu finden. Sie appelliert an die Anwesenden, nicht im Internet, sondern in Tutzing einzukaufen.

19.37 Uhr: Thema Einzelhandel: Beifall auch für Florian Schotter, der klarstellt, dass bei der Hauptstraßensanierung nicht alle Parkplätze wegrationalisiert werden dürfen. Sein Augenmerk werde daher auf dem neuen Parkhaus und der Parkplatzsituation liegen. „Wir haben ein lebendiges Ortszentrum, das wir schützen müssen.“

19.35 Uhr: Applaus für Marlene Greinwald: „Wir dürfen die Investoren, die auf dem Roche-Gelände Wohnraum zu überhöhten Preisen anbieten und nicht vermarktet bekommen, nicht dadurch belohnen, dass wir weitere Wohnbebauung zulassen.“

19.34 Uhr: Pfitzner widerspricht: „Gewerbe muss nicht immer lärmen und stinken. Man kann auch vom Wohnzimmertisch aus so viel Umsatz machen, das er ein guter Gewerbesteuerzahler ist.“

19.32 Uhr: Marlene Greinwald warnt davor, in Gewerbegebieten Wohnungen zu bauen: „Die Auflagen wären immens.“ Sie verspricht, dass in Traubing ein neues Feuerwehrhaus und ein neues Fußballfeld entstehen könnten, wenn dort ein Gewerbegebiet ausgewiesen würde und dadurch Flächen im Ort frei werden.

19.29 Uhr: Pfitzner: „Die Gewerbetreibenden fühlen sich allein gelassen. Das muss zur Chefsache gemacht werden. So etwas wie die Firma Steinmüller, die weggeht, darf nicht noch einmal passieren.“ Er verweist auf das Roche-Gelände, wo ein Mix aus Wohnen und Gewerbe entstehen könnte. „Wir müssen aufhören, Wohnen und Arbeiten voneinander zu trennen.“ Pfitzner fordert, die Zusammenarbeit mit der gwt zu intensivieren. Deren Datenbank mit freien Gewerbeflächen weise nur eine Fläche in Tutzing aus, obwohl jeder fünf oder sechs Brachflächen aufzählen könnte, die geeignet wären.

19.26 Uhr: Greinwald: „Gewerbe, das zu uns kommt, darf nicht stören. Daher gibt es nur eine begrenzte Auswahl.“ Auch sie spricht sich dafür aus, ständig im Kontakt mit den Geschäftsleuten zu bleiben. Sie meint aber auch, eine Versammlung mit allen Gewerbetreibenden sei kaum arbeitsfähig. Die Unternehmer sollten sich eine Vertretung suchen, die ihre Interessen vertritt.

19.24 Uhr: Thema Wirtschaftsförderung: Florian Schotter will „Feldforschung betreiben“, sich kümmern, monatliche Treffen mit den Gewerbetreibenden veranstalten, um frühzeitig reagieren zu können. „Die Gewerbesteuern sind die größte Einnahmequelle der Gemeinde - da ist Tutzing nicht gerade auf Rosen gebettet.“ Er räumt ein, dass die Flächen für ein neues Gewerbegebiet wie in Wieling nicht vorhanden sind.

19.22 Uhr: Wo genau Flächen für den Bau von bezahlbaren Wohnungen liegen könnten, wollen weder Schotter noch Greinwald so genau sagen. Pfitzner verweist auf die so genannten Ortsabrundungen der Ortsteile - darauf sollte man sich fokussieren. Voraussetzung sei natürlich, dass die Eigentümer auch verkaufen wollen. Pfitzner verweist, dass bei dem geplanten Einheimischenmodell ursprünglich nur Einzel- und Doppelhäuser geplant waren.

19.20 Uhr: Schotter: „Wir brauchen Wohnungen für den 0815-Arbeitnehmer, den Normalverdiener.“ Er warnt gleichzeitig vor zu schnellem Wachstum: „Wir brauchen keine 15000 Einwohner.“ Es sei aber auch kein Zustand, dass junge Menschen, die in Tutzing aufgewachsen und verwurzelt sind, abwandern müssen, weil sie hier keine Wohnung finden.

19.19 Uhr: Pfitzner berichtet, dass er vor drei Jahren mit einem entsprechenden Vorstoß im Gemeinderat abgeblitzt sei. „Wir hätten schon viel weiter sein können“.

19.16 Uhr: Marlene Greinwald (Freie Wähler) sieht die Gemeinde in dieser Frage auf einem guten Weg. „So wie die SoBon in München ist, können wir sie nicht übernehmen. Das ist eher ein Großstadtmodell.“ Sie sieht eher die Gemeinde Andechs als Vorbild für eine rechtliche Regelung. „Der genossenschaftliche Wohnungsbau sollte von uns vorangetrieben werden“, fordert sie. „Einzelhäuser zu bezahlbaren Preisen sind kaum noch realisierbar“, so Greinwald mit Bezug auf Einheimischenmodelle. Dafür würden die Flächen in der Gemeinde einfach nicht ausreichen. Sie plädiert für Doppel- und Mehrfamilienhäuser.

19.14 Uhr: Auch Florian Schotter (CSU) meint, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum habe ihn angetrieben, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. „Ich kann mir das auch sehr gut vorstellen - die Stadt München hat damit gute Erfahrungen gemacht. Er appelliert, dass die Gespräche mit den Verkäufern sachlich und ohne Neid stattfinden sollen. „Es freut mich, dass bezahlbarer Wohnraum ein immer zentraleres Thema wird.“

19.11 Uhr: Jetzt geht es ans Eingemachte. Wie kann in Tutzing für bezahlbaren Wohnraum geschaffen werden? Bernd Pfitzner (Grüne) hat in seinem 100-Tage-Programm gefordert, dass eine Satzung für soziale Bodennutzung beschlossen werden soll. Er erläutert seinen Vorschlag. Im Kern geht es darum, dass Grundstücksbesitzer, die Gewinne durch die Ausweisung von Bauland machen, einen Teil davon für die Schaffung von sozialem Wohnungsbau abgeben sollen. „Nur so können wir günstigen Boden gewinnen, den wir an Einheimische und Bedürftige abgeben können.“

19.10 Uhr: Moderator Schiebel stellt die einzelnen Kandidaten vor.

19.06 Uhr: Redaktionsleiter Peter Schiebel begrüßt die Anwesenden: „Das ist ein deutliches Zeichen, wie wichtig diese Wahl für Tutzing und die Tutzinger ist.“

19 Uhr: Pfarrer Peter Brummer begrüßt als Hausherr die Besucher. „Schön, dass sich so viele Menschen für die Fragen der Zukunft in Tutzing interessieren“. Er bittet um Verständnis: „Wir hatten mit vielen Menschen gerechnet, aber nicht mit so vielen“. Er lobt die drei Kandidaten, die sich bereit finden, Verantwortung zu übernehmen. Zudem erinnert er noch einmal an den verstorbenen Bürgermeister Rudolf Krug.

18.57 Uhr: Mit so einem Ansturm hatten auch wir nicht gerechnet. Mittlerweile stehen die Zuschauer in den Gängen.

18.46 Uhr: An dieser Stelle schon einmal ein Riesenkompliment an das Team des Roncallihauses. Bessere Gastgeber kann man sich kaum vorstellen, alles läuft wie am Schnürchen. Gerade werden schon noch in Windeseile zusätzliche Stühle herbeigetragen. Die 150 Plätze, die bereit standen, sind schon besetzt.

18.45 Uhr: Die Kandidaten sind gerade allesamt eingetrudelt. 19 Uhr geht es los.

Wer noch einen Sitzplatz braucht, der sollte sich besser sputen. Das Interesse der Tutzinger ist riesig.

18.40 Uhr: Alles ist aufgebaut und bereit. Fehlen nur noch die Kandidaten, dann kann es losgehen.

17.25 Uhr: So - wir brechen auf nach Tutzing und melden uns sofort wieder, wenn wir die Technik zum Laufen gebracht haben. Bis gleich!

16.55 Uhr: Die Tutzinger erlebten bislang einen Wahlkampf, der sehr sachorientiert und rücksichtsvoll geführt wurde. Die drei Kandidaten haben sich im Andenken an Rudolf Krug darauf verständigt, persönliche Attacken zu unterlassen. Krug hatte den lange zerstrittenen Gemeinderat geeint und darauf geachtet, dass Sachthemen lösungsorientiert besprochen wurden.

16.50 Uhr: Im Vorfeld der Wahlen hatte es eine intensive Debatte darüber gegeben, ob Tutzing für eine Übergangszeit auch einen ehrenamtlichen Bürgermeister bekommen könnte. Dadurch wäre es der derzeit amtierenden Rathauschefin Elisabeth Dörrenberg ermöglicht worden, für das Amt anzutreten. Schlussendlich entschied sich der Gemeinderat aber dafür, auch weiterhin auf einen hauptamtlichen Bürgermeister zu setzen

16.45 Uhr: Die Bürgermeisterwahl in Tutzing findet außer der Reihe statt. Sie wurde nötig, weil der bisherige Bürgermeister Rudolf Krug im August nach schwerer Krankheit verstorben war. In einer bewegenden Trauerfeier hatten die Tutzinger von ihm Abschied genommen.

16.40 Uhr: Drei Kandidaten bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters in der Gemeinde Tutzing. Für die Freien Wähler tritt Marlene Greinwald an, die CSU schickt Florian Schotter ins Rennen, die Grünen setzen auf Bernd Pfitzner. Alle drei werden sich heute Abend zuerst den Fragen des Redaktionsleiters des Starnberger Merkur, Peter Schiebel, stellen. Im Anschluss haben die Anwesenden die Gelegenheit, auch selbst Fragen an die Kandidaten zu richten.

16.30 Uhr: Herzlich willkommen zu unserem Liveticker! Noch ist Zeit, sich persönlich ein Bild zu machen: Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Roncallihaus in Tutzing (Kirchenstraße 10). Einlass ist ab 18.30 Uhr, der Eintritt ist natürlich frei.

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