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Die Sanierung der Hauptstraße bleibt eines der beherrschenden Themen in Tutzing.

Bürgerversammlung

Arbeitsreiche Jahre in Tutzing

Gut 100 Tutzinger haben am Donnerstag die Bürgerversammlung im Roncallihaus besucht. Obwohl natürlich wieder die Verkehrssituation ausführlich diskutiert wurde, was es insgesamt ein ruhiger Abend.

Tutzing – Die amtierende Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg (CSU) begann ihren rund 50-minütigen Vortrag mit einer Gedenkminute für den im August nach langer, schwerer Krankheit verstorbenen Rudolf Krug, der als Rathauschef noch im Januar die letzte Bürgerversammlung gehalten hatte: „In der viel zu kurzen Zeit, die er als Bürgermeister von Tutzing wirken durfte, hat er unglaublich viel auf den Weg gebracht“, würdigte sie Krugs Schaffen noch einmal ausführlich. Und fügte hinzu: „Sie sehen daran auch, dass dies kein leichtes Jahr war.“

Elisabeth Dörrenberg und Marlene Greinwald (Freie Wähler) als Krugs Stellvertreterinnen hatten 2017 nicht nur die von ihrem Vorgänger auf den Weg gebrachten Projekte wie die überfällige Kernsanierung der Mittelschule, das soziale Wohnbauprojekt Kallerbach, die Kindergarten-Neubauten Traubinger Straße und die Hauptstraßen-Planung zu bewältigen. Heuer galt es außerdem, die Jubiläumsfeierlichkeiten zu 1275 Jahren Tutzing sowie die deshalb vorgezogene Fischerhochzeit samt umfangreichen Vorbereitungen und Festwoche zu organisieren.

Daneben wartete auch die alltägliche Rathausarbeit, für die Rudolf Krug aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen konnte. „Wir hatten Anfang des Jahres mal die Diskussion, ob wir wirklich drei Bürgermeister brauchen – ich darf Ihnen sagen: Wir brauchen sie, denn selbst zu zweit haben Marlene Greinwald und ich die ganze Arbeit manchmal nicht geschafft“, sagte Dörrenberg. Sie bedankte sich bei dieser Gelegenheit für die gedeihliche Zusammenarbeit der Gemeinderäte „über Parteigrenzen hinweg“. Obwohl die amtierende Rathauschefin vor den Bürgerfragen darum gebeten hatte, „nicht nur den Hauptstraßen-Umbau“, sondern auch andere Themen anzusprechen, kreisten die meisten Wortmeldungen zumindest indirekt eine weitere Stunde lang genau darum.

Was passiert, wenn sich der Bau der Park-Tiefgarage zwischen Traubinger- und Greinwaldstraße verzögert? Kommt Tempo 30 flächendeckend oder nur vor dem Gymnasium? Warum gibt es keine Fahrbahnschwellen zur Geschwindigkeitsdrosselung auf der „Rennstrecke“ Traubinger Straße? Gibt es irgendeine Vision, den Durchgangsverkehr von Tutzing fern zu halten?

Dörrenberg musste bei den meisten Fragen darauf verweisen, dass man sich gerade erst in den Anfängen der Hauptstraßenplanung befinde und sich hinsichtlich Tempo 30 noch nicht festlegen könne, „um uns nicht selbst zu blockieren, wenn es um einen möglichen Radschutzstreifen geht“.

Auch die Tiefgarage sei „Sache des Bebauungsplanverfahrens“, so Dörrenberg. Gehe dieses zügig voran, werden auch rechtzeitig Parkplätze bereitstehen, wenn im mittleren Teil der Hauptstraße (der zweite Bauabschnitt ist von September 2018 bis Dezember 2020 vorgesehen) bisherige Stellplätze wegfallen. Notfalls müsse man den dritten Bauabschnitt „Nord“ (geplant März 2021 bis Dezember 2022) eben vorziehen. Nur das mit den Brems-schwellen sei ganz sicher nicht zu machen, sagte Dörrenberg, weil „in Deutschland gesetzlich verboten“.

Nur vage konnte eine Frage beantwortet werden, die sich offenbar auf den leidigen Gehweg-Streit zwischen der Gemeinde und Ex-Bürgermeister Stephan Wanner bezog: „Wie geht’s mit unserem Rechthaber-Bürgermeister weiter?“, wollte der Bürger wissen. Dörrenberg: „Ich kann Ihnen versichern, es geht weiter!“ Es gibt auch künftig viel zu tun in Tutzing.

Von Thomas Lochte

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