Nicht so viele Rucksäcke wie sonst hängen an den Garderoben in den Kitas.  SymbolFoto: dpa
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Tutzinger Kindereinrichtungen müssen wegen Corona vorübergehend schließen.

Quarantäne und Schließungen

Corona legt vier Kinder-Gruppen in Tutzing lahm

  • vonSandra Sedlmaier
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Corona hat vier Kinderbetreuungsgruppen in Tutzing lahmgelegt. Das BRK-Kinderhaus Krambambuli ist bis Donnerstag zu, eine Gruppe in der BRK-Zwergerlalm bis 26. November in Quarantäne. Betreuungsalternativen gibt es nicht.

Tutzing – Das BRK muss den Kinderhort Krambambuli mit 82 Plätzen im Alten Schulhaus in Tutzing vollständig schließen sowie eine Krippengruppe des BRK-Kinderhauses Zwergerlalm in Tutzing. Im Kinderhort ist ein Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt, in der Zwergerlalm ist es eines der Kinder.

„Der Hort ist bis Donnerstag geschlossen“, sagt die Bereichsleiterin für Kinder, Jugend und Familie beim Roten Kreuz, Andrea Griese-Pelikan. Die relativ kurze Quarantäne habe das Gesundheitsamt verhängt, weil der Betreuer erst einige Zeit nachdem er Symptome gehabt habe, positiv auf Corona getestet worden sei. Alle drei Gruppen und insgesamt sechs Betreuer seien in Quarantäne, weil der erkrankte Mitarbeiter auch privat Kontakt zu den anderen Betreuern gehabt habe. „Das ist grundsätzlich positiv, wenn sich die Mitarbeiter auch privat verstehen, aber hier hat es eben unangenehme Folgen“, sagt Griese-Pelikan.

Für die Eltern der Hortkinder ist der Zeitpunkt denkbar schlecht: Am morgigen Mittwoch ist wegen des Feiertags Buß- und Bettag schulfrei, aber Angestellte müssen zur Arbeit. Im Kinderhort Krambambuli hätten die Kinder eine Feiertagsbetreuung bekommen – jetzt müssen sich die Eltern nach Alternativen umsehen oder daheim bleiben.

BRK-Mitarbeiterin: „Den ganzen Vormittag Eltern-Mails beantwortet“

Der Corona-Fall im Kinderhaus Zwergerlalm betrifft eine Krippengruppe. Die zwölf Kinder dieser Gruppe und die beiden Erzieher seien in Quarantäne, sagt Griese-Pelikan. Eine Vermischung der insgesamt vier Gruppen in der Zwergerlalm habe es den Vorschriften entsprechend nicht gegeben, weshalb die übrigen drei Gruppen ganz normal weiterliefen. Die betroffene Gruppe sei bis 26. November geschlossen, sagt Zwergerlalm-Leiterin Edith Ullmann-Simon. Die Eltern seien mäßig begeistert.

Das bekommt auch Griese-Pelikan zu spüren. „Den ganzen Vormittag habe ich nichts anderes getan, als E-Mails von Eltern zu beantworten.“ Manche hätten Verständnis, andere weniger. Man merke, dass die Eltern sehr angespannt seien. „Angst, Anspannung und Unsicherheit sind deutlich zu spüren“, sagt die BRK-Mitarbeitern. „Ich kann es leider nicht auflösen.“

An der Quarantäne geht für Kinder und Mitarbeiter ohnehin kein Weg vorbei. Die hat das Gesundheitsamt verordnet. Aber auch sonst sind dem BRK die Hände durch die Pandemie gebunden. Die wegen Corona nicht zulässige Vermischung von Gruppen oder gar Betreuungseinrichtungen hat laut Griese-Pelikan auch zur Folge, dass das BRK auch nicht Betreuer aus anderen Einrichtungen abziehen kann, um eventuelle Engpässe auszugleichen. „Auffangen ist nicht“, sagt sie in aller Deutlichkeit. „Deshalb mussten wir die Betreuungszeiten in den Randbereichen eindämmen.“ Vor Corona habe man Kinder aus zwei Gruppen am frühen Morgen und am späten Nachmittag zusammen betreuen dürfen. Das gehe nicht mehr. Und weitere Mitarbeiter zu finden, sei schwierig. Vor allem in den nördlichen Einrichtungen. Dort zahlen andere Träger oft München-Zulagen. „Die können wir uns nicht leisten“, sagt Griese-Pelikan.

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