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Die Tutzinger Hochzeitsgesellschaft: Die Darsteller der Fischerhochzeit haben am Montagabend erfahren, wer welche Rolle spielen darf. Eines haben die Laienschauspieler gemeinsam: Sie sind aus alten Tutzinger Familien oder haben sich um die Gemeinde verdient gemacht. 

Historische Fischerhochzeit in Tutzing

Die Festgesellschaft steht

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Eine Ehre und eine Verpflichtung und eine Freude: Wer bei der Tutzinger Fischerhochzeit mitmachen darf, hat sich irgendwie um den Ort verdient gemacht. Jetzt steht fest, wer dabei ist.

Tutzing – Die Stimmung im Tutzinger Rathaussaal ist eine Mischung aus fröhlichem Treffen im Bekanntenkreis, Ehrfurcht vor der Historie und Wissen um den Ernst ihres Tuns. Die Darsteller für die diesjährige Tutzinger Fischerhochzeit erfahren an diesem Montagabend, welche Rolle sie bei der Aufführung einnehmen werden. Dass sie dabei sein würden, hatten sie schon zuvor vernommen. „Es ist für alle eine Überraschung“, sagt Zweite Bürgermeisterin und Organisatorin Elisabeth Dörrenberg. „Wer dabei ist, ist aus einer alten Tutzinger Familie oder hat sich um Tutzing verdient gemacht“, sagt ihre Mitstreiterin, Dritte Bürgermeisterin Marlene Greinwald.

Das Brautpaar Theresa Feldhütter und Benedikt Greif steht schon seit Jahreswechsel fest. Jetzt wissen die beiden, wer mit ihnen verwandt und verbunden sein wird – zum Teil in echt und zum Teil nur im Spiel. Verbandelt sind sie alle irgendwie – so ist das Tutzing, wie in jedem anderen kleinen Ort.

Der Wirt der Fischerhochzeit wird von einem Experten gespielt: Midgardhaus-Wirt Fritz Häring übernimmt die Rolle. Seine Frauist Claudia Schiffer, die bei der Heimatbühne aktiv ist. Die Naderin, die Schneiderin auf dem Brautwagen, spieltVeronika Boveaus der alten Fischerfamilie Greinwald. Sie ist gleichzeitig Tochter vonWilfried Hauer, der die Fischerhochzeit zum dritten Mal moderiert. DerAltknechtauf der Kutsche der Braut wird von RathausmitarbeiterChristian Wolfertgespielt.Schreiner auf dieser Kutsche istMichael Wiesnet.

Der Vater des Bräutigamsist in echt sein Onkel Wolfgang Fentzloff. Er stammt aus der Fischerfamilie Zistl. Seine Frau und Mutter des Bräutigams spielt Ulrike Weißvon der Tutzinger Gilde.

Die Schwester der Brautist Veronika Weiß, im richtigen Leben Tochter von Ulrike Weiß. Vater der Braut ist der Tutzinger Fischer Johannes Lettner, von dessen Hafen aus die Braut am Sonntagmorgen mit dem Boot losfährt – auch wenn sie offiziell aus Ambach über den See kommt. Die Ehrmutter der Braut – die richtige Mutter ist gestorben – ist Brigitte Sturm, die Tante der Brautstellt Birgit Habdank dar.

Dann sind die Adeligen dabei: Hans Christoph von Mitschke-Collande spielt den älteren Grafen, den Schlossherrn. Seine – ihm nicht angetraute – Dame ist Verena von Jordan-Marstrander. „Sie heißt Verena wie meine richtige Frau“, sagt der Graf mit einem Lachen. Der gräfliche Neffe ist Jan-Philipp Grande, seine Frau ist Sophia Pfeufer, deren Großvater Bräutigam bei der Fischerhochzeit war.

Den Hofmarksrichter, gewissermaßen der Standesbeamte, spielt der Direktor der Evangelischen Akademie, Udo Hahn. „So liberal ist Tutzing!“, sagt er auf die Frage nach seinen Verdiensten. Andi Stöckerl gibt den Beireiter und Trompeter, Christian von Jordan ist der Hochzeitslader, der an dem Abend leider verhindert ist.

Regisseur ist Michael Fleddermann. „Ändern geht nicht“, sagt er, das habe der Autor Josefranz Drummer verfügt. „Aber man kann inszenieren und an der Sprache arbeiten.“ Fleddermann hat Erfahrung: Der Schauspieler hat viele Jahre mit der Pöckinger Theatergruppe gearbeitet, jetzt ist er bei den Traubingern. „Ein Historienspiel zu inszenieren, ist etwas Neues für mich“, sagt er.

Jetzt kommen probenintenisve Wochen auf Darsteller und Regisseur zu. Erst in Einzelproben, irgendwann als Ganzes. Die Premiere ist gleichzeitig die einzige Vorstellung – wie das eben so ist bei einer Hochzeit. Termin ist am Wochenende, 1./2. Juli.

Ihr Engagement verlangt den Darstellern nicht nur zeitlich etwas ab, sondern auch finanziell. „Die Darsteller bezahlen ihre Kostüme meistens selbst“, sagt Marlene Greinwald. Die Trachten sind oftmals individuell, und für die Biedermeierkleider mit der hohen Taille und den Schirmchen gibt es einen Kostümverleih in München.

Tutzing steht für die Fischerhochzeit bereit – auch seine Friseure. „Wir haben einige, die die besonderen Biedermeierfrisuren machen können“, sagt Greinwald. Eigene lange Haare müssen die Damen nicht vorweisen. Für die Hochsteckfrisuren gibt es Haarteile.

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