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Die Suche nach Netz: Bettina Müller fährt nach Traubing, um sich ins Netz einloggen zu können. 

Telekom-Probleme in Tutzing

Ärger wegen schlechtem Netz - DHL-Shop-Betreiberin muss zum Einloggen in anderen Ortsteil fahren

Seit Anfang Juni ist die Mobilfunk-Verbindung der Telekom in Tutzing schlecht. Unternehmen und Behörden können sich nicht über einen Mastbau einigen. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Tutzing – Bettina Müller sucht zurzeit täglich funktionierenden Mobilfunk. Sie benötigt ihn dringend für ihren DHL-Paketshop in Tutzing, den sie mit ihrer Familie seit Jahren im Haushalts- und Eisenwarengeschäft Anton Müller KG an der Hauptstraße betreibt. Denn man soll die Sendungen im Internet verfolgen können. „Track & Trace“ ist dafür das Zauberwort. Aber beim Unternehmen Deutsche Telekom hapert es in Tutzing seit Wochen mit den Verbindungen, weil es für einen im Ort weggefallenen Mobilfunk-Standort keinen Ersatz gibt – und DHL ist Kunde der Deutschen Telekom.

Tutzing: Schlechte Mobilfunk-Verbindung der Telekom hat Folgen für DHL-Shop-Betreiberin

Ein Techniker hat Bettina Müller geraten, mit ihrem Handy irgendwohin zu fahren, wo sie ein Netz hat, sich dort anzumelden und zurück in den Shop zu fahren. Tatsächlich funktioniert das, wie sie bestätigt: „Aber das war ein Riesenumstand, bis wir es herausgefunden haben.“

Ausgangspunkt der Tutzinger Mobilfunk-Misere ist der Abbruch eines Gebäudes an der Bahnhofstraße. Dort standen zwei Mobilfunk-Antennen von verschiedenen Anbietern. Das eine von ihnen hat schnell für Ersatz gesorgt: mit drei Flächenantennen auf einem Funkmast am Bahnhof. Dagegen ist bei der Telekom ein versuchter Mastbau der zuständigen Firma Deutsche Funkturm an der Kirchenstraße Anfang Juni gescheitert. Wegen fehlender Genehmigung hat das Landratsamt einen Baustopp verhängt.

Telekom-Kunde: „Geschäftliche Anrufe kommen bei mir per Handy nicht mehr an“

Telekom-Kunden im Tutzinger Zentrum bekommen das seit Wochen zu spüren. „Geschäftliche Anrufe kommen bei mir per Handy nicht mehr an“, bestätigt etwa Ümüt Erin, der an der Hauptstraße ein Café betreibt. Am Bleicherpark dagegen sei der Empfang gut, sagt Erin, der auch für den Kiosk im Gymnasium zuständig ist. Von anderen Antennen im Nachbarort Bernried oder am Ostufer des Starnberger Sees finden stellenweise Funkwellen auch nach Tutzing. Ob und wie, das hängt unter anderem von der Luftfeuchtigkeit und der Windrichtung ab.

Trotz zahlreicher Beschwerden hätten viele Bürger verstanden, dass es nicht an der Gemeinde liege, sagte Bürgermeisterin Marlene Greinwald kürzlich im Gemeinderat. Auch die Deutsche Telekom erhält Anrufe verärgerter Kunden. „Aber das hat keinen Sinn“, sagt Bettina Müller ernüchtert.

Café-Betreiber Erin hat nach einer Weile in der Warteschleife die Auskunft erhalten, dass er vorerst „selbstverständlich“ keine Handy-Rechnung bezahlen müsse. Schadenersatz? Da macht sich Bettina Müller wenig Hoffnungen. Dabei werde jeder Fall geprüft, versichert Telekom-Sprecher Dr. Markus Jodl.

Lorenz Goslich

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Unbekannte haben am Wochenende versucht, zwei Bootshütten an der Brahmspromenade in Tutzing einzutreten. Die Polizei sucht nun Zeugen des Vorfalls.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger stellte ihr Buch „Angst essen Freiheit auf“ in der Tutzinger Buchhandlung Held vor. Die darin enthaltene Botschaft an die Bürger ist eine Warnung.

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