Vater und Sohn: Mit gerade einmal elf Jahren hat Lucas Ramirez alias Little Lucas seinen ersten Song aufgenommen. Sein Papa Sergio Ramirez, langjähriger Hobbymusiker, hat ihn dabei tatkräftig unterstützt.
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Vater und Sohn: Mit gerade einmal elf Jahren hat Lucas Ramirez alias Little Lucas seinen ersten Song aufgenommen. Sein Papa Sergio Ramirez, langjähriger Hobbymusiker, hat ihn dabei tatkräftig unterstützt.

Tutzings Musiknachwuchs

Drei einfache Dinge

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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Die Corona-Krise hinterlässt viele Wunden, fördert allerdings auch so manches Kreatives. Den elfjährigen Lucas Ramirez aus Tutzing hat sie inspiriert, ein Lied zu schreiben. Darin fordert er drei einfache Dinge von seinen Mitmenschen: Wascht euch die Hände, tragt eine Maske, und haltet Abstand – damit das Virus möglichst bald Geschichte ist.

Tutzing – Lucas Ramirez hat einen Wunsch. Oder vielmehr eine Bitte. Sie richtet sich an jeden von uns und ist so simpel wie klar: Sich regelmäßig die Hände waschen, eine Maske tragen, Abstand halten – mehr ist es gar nicht. „Und das kann man ja schließlich von allen verlangen“, findet der elfjährige Tutzinger. „Sonst hört das mit dem Virus doch nie auf.“ Diesen Gedanken und viele mehr rund um die Corona-Pandemie hat Lucas Ramirez nun in einem Lied niedergeschrieben. Es heißt „3 simple things“ (zu Deutsch: drei einfache Dinge) und ist mittlerweile auf Youtube und Spotify zu hören.

In dem Hip-Hop-Song rappt sich der Schüler so manchen über die vergangenen Monate angestauten Frust von der Seele. Neben dem jeweils im Refrain wiederkehrenden Appell an seine drei gewünschten, einfachen Dinge geht sein Blick auch über das Einhalten der Corona-Regeln hinaus. So rät Little Lucas, wie er sich als Musiker nennt, seinen Zuhörern, trotz der derzeitigen Lage die Ruhe zu bewahren. „Lasst euch nicht verrückt machen“ (Anm. d. Red.: Liedtext-Zitate zum besseren Verständnis vom Englischen ins Deutsche übersetzt) heißt es etwa in der zweiten Strophe. Auch solle man bloß nicht auf die Idee kommen, sich während des Lockdowns die Haare von seinem Vater schneiden zu lassen. „Es wird sehr nackt aussehen danach.“

Es ist eine dieser Textpassagen, bei denen der Zuhörer merkt, dass da gerade ein Elfjähriger seinen Gedanken freien Lauf lässt. An vielen anderen Stellen klingen Ramirez’ Worte bemerkenswert reif und erwachsen. Etwa wenn er klar macht, dass es bei einer Infektion nie allein um die eigene Gesundheit gehe, sondern es genauso wichtig sei, möglichst niemanden sonst anzustecken. Auch solle nicht jeder alles glauben, was im Internet steht oder irgendwo erzählt wird. „Denn Corona kommt nicht von 5G-Masten.“ Für Lucas Ramirez jedoch nicht der Rede wert. Er sagt: „Auch Kinder denken über Dinge nach.“

Die Idee, ein Lied zur Corona-Krise zu schreiben, kam dem Tutzinger relativ spontan. Er brachte einfach mal all seine Gedanken aufs Papier und fragte danach seinen Vater, Sergio Ramirez, seit Jahrzehnten als Hobbymusiker aktiv, ob man damit nicht etwas anfangen könnte. Der Vater war sofort begeistert. „Der Text ist klasse“, betont der 42-Jährige, der aus Kolumbien stammt und mit seiner argentisch-portugiesischen Frau noch vor der Geburt ihres Sohnes Lucas nach Deutschland gekommen war. Also zapfte Sergio Ramirez seine Kontakte in der Szene an – und stieß auf offene Ohren. Innerhalb weniger Wochen war das Lied „3 simple things“ offiziell aufgenommen und produziert sowie samt Gema-Lizenz und Musikvideo auf Youtube und Spotify hochgeladen. Gekostet hat Ramirez das alles nichts. „Jeder fand das Lied so klasse, dass keiner Geld dafür wollte.“

Seither verdient der Nachwuchskünstler sogar etwas mit seinem Song. Pro Zuhörer gibt es von den entsprechenden Plattformen einen Centbetrag. Rund 40 Euro sind so mittlerweile zusammengekommen. „Super“, findet das Lucas Ramirez. Nicht jedoch, weil er sich davon selbst etwas kaufen will. Der Tutzinger denkt auch hier an das große Ganze, möchte das Geld, das er mit seinem Corona-Song zusammenbringt, spenden. An welche Institution genau, das weiß er noch nicht. „Hauptsache irgendetwas, wo Kindern geholfen wird, denen es nicht so gut geht“, sagt er. „Ich selber brauche nichts. Ich hab’ doch schon alles.“ Bei dieser Aussage lacht sein Vater und streichelt ihm über den Kopf. „Es macht mich stolz, dass er so denkt.“

Hier finden Sie das Lied

Den Song „3 simple things“ von Lucas Ramirez können Sie im Internet auf dem Videoportal Youtube oder auf der Musik-Plattform Spotify hören – einfach nach dem Liednamen oder „Little Lucas“ suchen.

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