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Das Team vor der Herzkatheteranlage: Dr. Georg von Bodman, Professor Rudolf Beisse, Dr. Tobias von Lukowicz, Professor Jürgen Pache, Katharina Lang und Dr. Corinna Böttiger (v.l.).

Klinik-Landschaft

Ein komplettes Herz-Team für Tutzing

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Tutzing - Neue Anlaufstelle für Herzpatienten am Westufer des Starnberger Sees: Im Benedictus Krankenhaus Tutzing hat zum Jahreswechsel eine komplett neue Kardiologie-Abteilung geöffnet – mit Herzkatheter-Labor und einem sechsköpfigen Team, das geschlossen von der Schön Klinik Kempfenhausen kommt.

Das Benedictus Krankenhaus in Tutzing rüstet auf. Genießt die Klinik mit ihren 200 Betten bereits für die Behandlung von Gefäßkrankheiten einen hervorragenden Ruf, so baut sie jetzt eine komplett neue Kardiologie-Abteilung auf. Allein die Investitionen in zwei Herzkatheter-Labore dürften im Millionenbereich liegen, dazu kommt prominenter personeller Zuwachs: Mit Professor Jürgen Pache (54) ist der bisherige Chefarzt der Schön Klinik Kempfenhausen nach Tutzing gewechselt – und mit ihm der leitende Oberarzt Dr. Georg von Bodman, die Oberärzte Dr. Corinna Böttiger und Dr. Tobias von Lukowicz, die Leiterin des Herzkatheterlabors, Katharina Lang, sowie eine Schwester.

Die Klinikchefs freuen sich sichtlich über ihren Coup. „Überlegungen über den Aufbau einer Kardiologie gab es bei uns schon lange“, sagt Artemed-Geschäftsführer Dr. Clemens Guth, zu dessen Gruppe das Benedictus Krankenhaus gehört. „Es ist die perfekte Ergänzung für unser Gefäßzentrum.“ Bislang haben die Verantwortlichen aber wohl das Risiko gescheut, in Schlagdistanz zu den Kliniken in Weilheim, Starnberg, Herrsching und bis dato Kempfenhausen die hohen Investitionen zu tätigen. Mit dem Aus der Schön Klinik ist das nun ganz offensichtlich anders. Zum einen, weil durch den Wechsel der kompletten Führungsmannschaft aus dem Stand heraus ein eingespieltes Team zur Verfügung steht – zum anderen, weil Pache und seine Mitarbeiter bislang jährlich zwischen 1800 und 1900 Patienten im Labor in Kempfenhausen betreut haben.

„Es ist für uns eine exzellente Chance weiterzumachen“, sagte der 54-Jährige gestern bei seiner offiziellen Vorstellung in Tutzing. „Diese Chance konnten wir nicht an uns vorbeiziehen lassen.“ Das erste Herzkatheterlabor ist bereits zum Jahresbeginn im Gartengeschoss der Klinik in Betrieb genommen worden. „Die ersten Eingriffe wurden bereits vorgenommen“, erklärte Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Simon Machnik.

Die zweite Anlage soll in den nächsten drei bis vier Monaten folgen. Dann gibt es in Tutzing Hilfe unter anderem für Infarktpatienten, bei Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz – und auch die Möglichkeit zur Ablation, einem speziellen Verfahren, das vor allem Patienten mit Rhythmusstörungen dauerhaft mehr Lebensqualität verspricht als eine medikamentöse Einstellung.

Auch für Notfallpatienten soll die neue Kardiologie künftig ein Anlaufpunkt sein. „Dafür bauen wir die Infrastruktur auf, an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden am Tag auf gleich hohem Niveau behandeln zu können“, erklärte der Ärztliche Direktor des Benedictus Krankenhauses, Professor Rudolf Beisse. „Das wollen wir uns auch zertifizieren lassen.“ Die Klinik sei bereits bei der Integrierten Leitstelle als Anlaufstelle hinterlegt.

Chefarzt Pache freut sich auf die Herausforderung. Den 54-Jährigen hatte das Ende der Schön Klinik vergangenen Herbst genauso überrascht wie alle anderen Beschäftigen. „Da steht man erst einmal mehr als schockiert da“, erzählte er gestern. „Alles fällt in sich zusammen.“ Das ärztliche Führungspersonal war von der Konzernleitung gerade mal zwei Stunden vor den übrigen Beschäftigten und der Öffentlichkeit über die bevorstehende Schließung informiert worden.

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