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Das neue Jahresprogramm stellten Judith Stumptner (v.l.), Studienleiterin Dr. Ulrike Haerendel, Julia Wunderlich, Dr. Jochen Wagner, Frank Kittelberger, Katharina Hirschbrunn, Dorothea Grass und Akademiedirektor Udo Hahn vor.

Jahresprogramm der Evangelischen Akademie

Prominente Gäste und neue Angebote

Die Evangelische Akademie Tutzing bietet bis Mitte nächsten Jahres etwa 80 Tagungen an. Derweil hat Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron signalisiert, sich den Toleranzpreis persönlich in Tutzing abholen zu wollen.

Tutzing – Für Christian Wulff war die Amtszeit zu kurz: Als Bundespräsident war er nicht in Tutzings Evangelischer Akademie. Aber vorher und nachher war Wulff dort zu Gast. So rechnete ihn Akademiedirektor Udo Hahn ein, als er stolz sagte: „Alle Bundespräsidenten und Bundeskanzler waren schon bei uns.“ Dass bei der Akademie im Schloss Tutzing immer wieder Prominente auftauchen, war aber bei der Präsentation des Jahresprogramms auch ein Thema.

Ende Oktober nimmt Liedermacher Konstantin Wecker an einer Tagung über spirituelle Erfahrung in philosophischer Perspektive teil, am 29. September ist der Schriftsteller Frido Mann bei einer Tagung über seinen Großvater Thomas Mann. Mittlerweile hat auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron zugesagt: Er will den ihm von der Akademie verliehenen „Toleranz-Preis“ persönlich in Tutzing entgegennehmen, den in einer anderen Kategorie auch Fernsehmoderatorin Dunja Hayali erhält (wir berichteten).

Die rund 80 Tagungen bis Mitte 2019 haben es in sich. „Die Rente ist eben nicht sicher!“ steht in einem Tagungstitel. „SOS an Europas Grenzen“ – so beschreibt die Akademie die „riskante und tödliche Route über das Mittelmeer“. Und zu einer Tagung über Syrien: „Barbarei ohne Limit. Waffendeals, Zerstörung, Folter, Tod – der Krieg verhöhnt jede humane Idee.“ Vom strukturellen Rassismus in der Gesellschaft über die Schere zwischen Arm und Reich bis zur radikalen Veränderung der Arbeit durch Digitalisierung reicht das Spektrum.

Akademie-Direktor Hahn gab sich überzeugt: „Eine freie Demokratie braucht Orte, an denen eine Bürgergesellschaft zusammenkommen kann, um nach Lösungen oder wenigstens nach Teillösungen zu suchen.“ Bei einer Tagung zum 200. Geburtstag von Karl Marx demnächst erwarten die einen mehr Besucher der Richtung Kapitalismus-Kritik, die anderen eher eine Tendenz „von Linksaußen zur Mitte“. Wie es mit der Neutralität aussieht? „Wir sind ja zu 100 Prozent eine Tochter der Evangelischen Landeskirche“, sagte Studienleiterin Dr. Ulrike Haerendel, „also sind wir nicht zu 100 Prozent neutral.“  nz

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