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Ganz schön eng: Wenn sich zwei Schulklassen auf dem Bürgersteig vor der Tutzinger Realschule begegnen, ist kaum mehr ein Durchkommen. Eltern, Schulen und der ADFC drängen darauf, dass es nach der Straßensanierung besser wird.

Hauptstrasse Tutzing

Gefahrenzone vor den Schulen

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Der südliche Teil der Hauptstraße in Tutzing ist mit dem Gymnasium, der Realschule und der naheliegenden Grund- und Mittelschule ein neuralgischer Verkehrspunkt. Eltern und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) haben deshalb gestern demonstriert, wie es Radfahrern und Fußgängern dort ergeht.

Tutzing – Fazit: Es ist eng – und die Situation muss sich in jedem Fall verbessern. Das sagte auch Benjamin Neudert, dessen Büro im Auftrag des Staatlichen Bauamts die Planung der Straße übernommen hat.

Es ist wirklich eng auf dem Gehweg vor dem Gymnasium und der Realschule. Der Bürgersteig ist nur rund 1,50 Meter breit, dazu fahren regelmäßig Radfahrer mit hoher Geschwindigkeit auf dem Trottoir. In der halben Stunde, die die Demonstration des ADFC gestern dauerte, waren es sicher zehn Radler, die verbotenerweise von der Straße auf den Bürgersteig ausgewichen sind. Dort war es schon eng: Die Klasse 7a der Benediktus-Realschule, Schüler des Gymnasiums und der Grundschule übten den Begegnungsverkehr auf dem Gehweg. Koordiniert wurde das Ganze von ADFC-Kreischef Anton Maier, organisiert hatte dies der Tutzinger ADFC-Vorsitzende Martin Held. „Dieser Abschnitt ist der sensibelste“, stellte Held fest. Umso wichtiger sei es, dass im Zuge der Hauptstraßen-Sanierung etwas passiere.

Das ist dem Staatlichen Bauamt als Bauherrn klar. Noch sei alles offen, die Planung sei noch nicht festgelegt, unterstrich Neudert. Im nördlichen und südlichen Bereich der Hauptstraße seien Radschutzstreifen vorgesehen und so breite Gehwege wie möglich, sagte gestern der für den Landkreis Starnberg zuständige Mitarbeiter, Christian Probst, auf Nachfrage am Telefon. Das würden die Fachbehörden und auch der gemeindliche Arbeitskreis für die Hauptstraße empfehlen. „Vor dem Gymnasium muss man die Bussituation nochmals überplanen, damit sie sicherer als bisher wird“, sagte Probst.

Sicher sei es dort nämlich keineswegs. Held berichtete bei der Demo von vielen Beinahe-Unfällen vor den Schulen. Die würden auch mit einem Radschutzstreifen nicht verhindert: „Die Leute fahren trotzdem auf dem Gehweg.“ Platz für mehr Bürgersteig gibt es kaum. „Im Moment ist die Planung für den Gehweg auf der öffentlichen Fläche“, erklärte Planer Neubert. „Wenn wir Privatflächen einbeziehen wollen, muss man das vorsichtig vorbereiten.“ Dann spielt auch der Denkmalschutz eine Rolle: Zum Beispiel ist die Toranlage der Realschule denkmalgeschützt. Deshalb darf sie nicht verschoben werden, und deshalb kann der Gehweg dort auch nicht breiter werden.

Die sicherere Gestaltung des südlichen Endes der Hauptstraße ist dem ADFC ein Anliegen. Er wünscht sich einen Kreisverkehr dort, damit die Autofahrer vom Gas runterkommen. Der Kreisel ist noch nicht aus dem Rennen, wie Neudert versichert. „Im September werden wir verschiedene Varianten im Gemeinderat vorstellen, der Kreisel ist dabei.“ Der ADFC würde sich zudem Tempo 30 vor den Schulen wünschen. „Rein rechtlich ist dies möglich“, unterstreicht Held. Er hat alle Demo-Teilnehmer auf ein Eis eingeladen. Die Schüler waren hocherfreut: „Eis statt Erdkunde ist super“, sagten die Realschüler Jamal und Michael.

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