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Feuerwehrhaus Tutzing: Umbau oder Neubau

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Symbolbild Feuerwehr
Eine Machbarkeitsstudie läuft: Die Zukunft des Tutzinger Feuerwehrhauses wird derzeit diskutiert. © Symbolbild: Michael Stürzer

Für das Tutzinger Feuerwehrhaus an der Oskar-Schüler-Straße ist eine neue Lösung zwingend nötig. Das bedeutet: Umbau oder Neubau, wie Stefan Mertens, Projektbearbeiter bei der Bonner Gesellschaft Forplan, sagte.

Tutzing - Projektbearbeiter Stefan Mertens von der Bonner Gesellschaft Forplan stellte den Feuerwehrbedarfsplans im Gemeinderat Tutzing vor. In einer Machbarkeitsstudie werden zurzeit die Möglichkeiten geprüft. Diese Fläche würde allerdings laut Mertens die Leistungsfähigkeit der Tutzinger Feuerwehr reduzieren. Bisher sind etwa 70 Prozent der Einsatzkräfte in maximal 8,5 Minuten am Ort des Geschehens, nach 11,5 Minuten mehr als 90 Prozent. Vom Würmseestadion aus wären viele Anfahrtswege länger, gerade in die nördlichen Teile von Tutzing. „Es wird geprüft, ob im alten Feuerwehrhaus alles unterzubringen ist“, sagte Bürgermeisterin Marlene Greinwald. Die Machbarkeitsstudie hatte Feuerwehr-Kommandant Christoph Knobloch angeregt.

Mertens zählte zahlreiche wichtige Punkte auf: Stellplätze und Umkleiden, Werkstätten, Schulungs- und Sozialräume, Stabsraum für Großschadenslagen, kreuzungsfreie Parkplätze sowie eine „Schwarz-Weiß-Trennung“ für die getrennte Aufbewahrung von Einsatz- und Privatkleidung – alles zusammen würde einen „großflächigen Umbau“ bedeuten.

Als sehr gelungen lobte Mertens die Renovierung des Traubinger Feuerwehrhauses mit viel Unterstützung durch ehrenamtliche Mitarbeiter. Dennoch sieht der Fachmann auch dort noch viel Bedarf, so für eine Verlängerung der Fahrzeughalle, eine Abgasabsauganlage, Markierungen, Gefahrstoff-Lagerung und jene Schwarz-Weiß-Trennung. In Diemendorf seien keine Maßnahmen erforderlich – in Monatshausen allerdings eine angemessene Wärmeisolation und Maßnahmen gegen Schimmelbildung.

Kosten von rund zwei Millionen Euro entstünden durch Ersatzbeschaffungen von Feuerwehrfahrzeugen in den nächsten fünf Jahren. Allein für eine Drehleiter fallen 800 000 bis 900 000 Euro an. Die technische Ausstattung der Feuerwehren sei aber auf gutem Niveau, sagte Mertens. Zu prüfen seien zusätzliche Sirenen-Standorte in Unterzeismering und Kampberg für ein Schallkonzept, um die Bevölkerung im Katastrophenfall zu warnen. In Diemendorf wird eine ansteuerbare Sirene gebraucht.

Einen positiven Trend sieht Mertens bei den ehrenamtlichen Einsatzkräften in Tutzing. Ihre Zahl ist über die Jahre gestiegen, von 53 (2004) auf 71 (2019). Über Rückgänge der Personalstärke berichtete er für Traubing – von 38 (2004) auf 33 Kräfte (2019) und Monatshausen (von 13 auf 10). In Diemendorf ist die Zahl der Ehrenamtler nach einer Steigerung auf 21 Personen 2009 wieder auf 14 Personen, den Stand von 2004, gesunken. Die Altersstruktur bezeichnete Mertens als positiv, 74 Prozent der Einsatzkräfte kämen aus der Jugendfeuerwehr. Zur Personalstärkung empfahl er, kommunale Mitarbeiter von einer Teilnahme zu überzeugen und mit lokalen Arbeitgebern zusammenzuarbeiten.

Lorenz Goslich

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