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Die haben was zu sagen (v.l.): Dominik Graf, Josef Bierbichler, S ylvia Griess, Matthias Helwig und Direktorin Professor Ursula Münch auf der Terrasse der Politischen Akademie. 

Fünf-Seen-Filmfestival

Der Bierbichler, der Graf und viele gute Gedanken

Einen gemeinsamen Film haben sie noch nicht gemacht. Josef Bierbichler, der in Ambach geborene Schauspieler, Autor und Sprecher, dem der Ruf vorauseilt, ein unzugänglicher Grantler zu sein – und der Münchner Regisseur Dominik Graf, der auf dem Fünf-Seen-Filmfestival (fsff) seinen neuen Film „Hanne“ mit Iris Berben in der Titelrolle vorstellt und in den Gesprächen bereitwillig Rede und Antwort steht. Am Sonntagnachmittag trafen sie sich zum Filmgespräch in der Politischen Akademie in Tutzing.

Tutzing – „Hanne“ läuft heute um 18 Uhr in Seefeld und erzählt die Geschichte einer Mittfünfzigerin, der das Fürchten gelehrt wird, als sie erfährt, dass sie möglicherweise Leukämie hat. Josef Bierbichler ist mit seiner „Mittelreich“-Verfilmung „Zwei Herren im Anzug“ auf dem fsff, bei der er als Drehbuchautor, Regisseur und Darsteller auftritt. Für das Filmfest wechselte er dann doch mal auf die andere Seite des Sees, dieser „touristisch verseuchten Vorstadtpfütze Münchens“, wie Dominik Graf den Starnberger See einmal genannt hat. Das Vorurteil konnte Bierbichler revidieren. Aus dem Vortragssaal der Politischen Akademie, wo die beiden mit „Capriccio“-Redakteurin Sylvia Griess auf dem Podium saßen, präsentierte sich der See hinter dem Parkgelände von seiner nobelsten Seite.

Natürlich wollte die Moderatorin wissen, warum die beiden noch nie zusammengearbeitet haben. Prompt kam von Bierbichler ein „Du hast mich ja nie gefragt“ an Dominik Graf gewandt, ganz ohne Vorwurf und bestens gelaunt, wie überhaupt das Gespräch sehr locker war. Dann räumte Bierbichler ein, dass er mit Krimis, die Graf gerne dreht, ja auch nicht viel anfangen kann.

Es waren sehr witzige eineinhalb Stunden, bei denen sich die beiden mit Leichtigkeit die Bälle zu den viele Themen zuwarfen, die die Moderatorin ansprach. Es ging um Zeit und Film – natürlich –, aber auch um Sprache, Serienhype, Produktionsbedingungen und Produzenten, die Filmlängen vorschreiben („völliger Quatsch“ für Graf) und um Musik, die Graf als Montagemittel einsetzt. „Musik kann einen Film befördern oder endgültig erledigen“, sagte auch Bierbichler.

Bei ihm kommt sie nie als Untermalung vor, sondern nur, wenn die Quelle der Musik auch im Bild ist, weil „mit Musik unglaublich manipuliert wird“ und „Gefühle untergejubelt werden“. Welche Zeitgeschichte verfilmt werden müsse? Für Graf war das „eine Albtraumfrage“. Warum historische Stoffe? Für Graf haben die Menschen aus dem 18. Jahrhundert „anders getickt, weil sie dem Tod näher waren“. Den Gedanken fand Bierbichler richtig gut. „Ein aufregender Satz“.

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