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Engere Netze muss Fischer Martin Greinwald mittlerweile einsetzen. Die Renken werden immer kleiner. 

Fischfang

An große Renken ist nicht zu denken

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Die Renken im Starnberger See sind heuer klein und knapp. Das Fischen lohnt sich nicht so recht für die Berufsfischer. Sie hadern mit einem Problem: Der See ist zu sauber. Auch das letztjährige Hochwasser änderte daran nichts.

Leoni/Tutzing – Martin Greinwald zieht und zieht und zieht. Der 59-jährige Fischer aus Tutzing steht auf seinem Boot und holt das dritte Netz aus dem See. Wieder nur ein Fisch, eine kleine Renke. An diesem Tag holt er nur sechs Fische insgesamt aus dem See, vier Renken und zwei Saiblinge, für zwei Stunden Arbeit. Gut, es war windig, das mögen die Renken nicht. Doch Greinwald stellt fest: „Heuer ist es wirklich miserabel schlecht, die Renken sind sehr klein.“ In der Woche zuvor hatte er einen Fang mit fünf Fischen, und einmal war gar keiner im Netz.

Auch das Hochwasser hat an der Situation nichts geändert

Das Problem ist, dass das Plankton erst jetzt kommt, sagt Greinwald. Das Plankton ist die Nahrung für die Fische, und weil der Starnberger See so sauber ist, haben die Fische wenig zu fressen und können in der Folge auch nur wenig wachsen. Das Problem der kleinen Fische wächst, weil der See immer sauberer wird. „Vor 15 Jahren galt die Regel: drei Renken auf ein Kilogramm, heute sind es fünf“, sagt Greinwald. Das zeige sich auch beim Werkzeug: Inzwischen nehme man Netze mit 38er- oder 36er-Maschen (Maschenweite in Millimeter) für die Renken. „Früher waren es 40er-Maschen.“

Hoffnungen hatten die Fischer auf die Folgen des Hochwassers des vergangenen Jahres gesetzt. Durch ein solches gibt es allgemein mehr Nährstoffeintrag in den See, wie die Fischer sagen. Konkret heißt das: Durch den vielen Regen und den starken Zulauf in den See – 2016 war von Mai bis September Hochwasser – fließen eben auch mehr Dünger, Phosphate und Stoffe ein, die das Plankton und damit das Fischwachstum fördern. Diese Erwartung habe sich allerdings nicht erfüllt, sagt Greinwald.

Die Renken sind schwierig: „Ein Trauerspiel“

„Wir hoffen noch“, ergänzt der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Würmsee, Andreas Gastl-Pischetsrieder. „Gemerkt haben wir es noch nicht.“ Schon im März hätte das Plankton wachsen müssen, sagt Greinwald. Aber es wachse erst ab sieben Grad, und heuer sei es sehr lange kalt gewesen. Das hat Folgen, bis hin zur Gastronomie. „Die Münchner Lokale nehmen die kleinen Renken gar nicht“, hat der Tutzinger festgestellt. „Die sagen: Mit deinem Seniorenteller kannst dich schleichen.“

Andere Fischer bestätigen den Trend der knappen Renke. „Ich hab’ heute gar keinen Fisch gehabt“, gibt Lorenz Lidl aus Unterzeismering zu. „Der Einsatz für die Renken rechnet sich gar nicht. Ich fische mehr Aal, Brachsen und Weißfische.“ Brigitte Spittank von der Fischerei Schuster aus Allmannshausen berichtet Ähnliches. Spittank will die Hoffnung aber nicht aufgeben, dass es bald besser wird. Im Moment laufe es schlecht, sagt sie. „Das ist bei allen dasselbe.“ Vor allem die Renken seien schwierig, sagt Gastl-Pitschetsrieder von der Fischereigenossenschaft Würmsee. „Das ist unser so genannter Brotfisch, und bei dem ist es ein Trauerspiel.“ Aber das lasse sich nicht verallgemeinern. „Man muss eben auf andere Fischarten umschwenken. Momentan gibt es Karpfen.“ Immerhin: Vergangenes Jahr sei es Mitte Juni besser geworden. Vielleicht sei das heuer wieder so.

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