1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Tutzing

Zonta-Präsidentin im Kreis Starnberg: „Frauen sind nach wie vor benachteiligt“

Erstellt:

Kommentare

Einen Zonta-Scheck für die Lebenshilfe: Dr. Christine Herrmann (l.) und Marlen Peix überreichten kürzlich 1500 Euro an die Lebenshilfe Starnberg und Geschäftsführerin Edith Dieterle.
Einen Zonta-Scheck für die Lebenshilfe: Dr. Christine Herrmann (l.) und Marlen Peix überreichten kürzlich 1500 Euro an die Lebenshilfe Starnberg und Geschäftsführerin Edith Dieterle. © Andrea Jaksch

Der Zonta Club Fünf-Seen-Land kämpft für Gleichberechtigung und will sein Netzwerk ausbauen. Und heuer steht noch eine prominent besetzte Podiumsdiskussion an.

Landkreis – Gleichberechtigung? „Frauen sind nach wie vor benachteiligt“, sagte Dr. Charlotte von Bodelschwingh, Präsidentin des Zonta Clubs Fünf-Seen-Land, in einem Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Auch deshalb ist der Club auf der Suche nach weiteren Unterstützern für sein Netzwerk.

Zonta, ein internationaler Zusammenschluss berufstätiger Frauen zur Verbesserung ihrer Stellung, hat weltweit 30 000 Mitglieder in 63 Ländern. In Deutschland gibt es 136 Clubs mit mehr als 4000 Mitgliedern. Gründerinnen des Zonta Clubs Fünf-Seen-Land waren vor 22 Jahren Erika Borchard vom Feldafinger Hotel Kaiserin Elisabeth, Judith Szel aus Tutzing und Ingrid Rachinger aus Dießen. Der hiesige Club hat zurzeit 48 Mitglieder. In einem Netzwerk mit möglichst vielen Beteiligten würden die Verantwortlichen die Interessen von Frauen gern noch viel mehr als bisher bündeln. Gerade die Berufswahl und die Vorbeugung gegen Altersarmut von Frauen gehören zu den wichtigen Themen. Eine Frau müsse für sich selbst sorgen können und in ihre eigene Altersvorsorge investieren, sagt Charlotte von Bodelschwingh.

Zonta-Fünf-Seen-Land-Präsidentin Dr. Charlotte von Bodelschwingh (l.) mit Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald im November 2019, als das Rathaus als Zeichen gegen Gewalt orangefarben beleuchtet wurde. 
Zonta-Fünf-Seen-Land-Präsidentin Dr. Charlotte von Bodelschwingh (l.) mit Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald im November 2019, als das Rathaus als Zeichen gegen Gewalt orangefarben beleuchtet wurde.  © Lorenz Goslcih

Der Zonta Club Fünf-Seen-Land beteiligt sich an internationalen Projekten, er vergibt Stipendien und Preise, so 2020 an die Kulturwissenschaftlerin Ingvild Richardsen aus Olching und Christina Konrad Daga aus Weilheim. Wesentlich für Zonta sind lokale Projekte wie zum Beispiel die Lebenshilfe Starnberg, die sich auch für Mütter mehrfach behinderter Kinder einsetzt. Kürzlich hat Zonta der Lebenshilfe einen Scheck über 1000 Euro übergeben. Auch dem Verein Frauen helfen Frauen, an den sich Frauen, die Gewalt erfahren haben, wenden können, steht Zonta finanziell zur Seite. Scheckübergabe in Herrsching ist am 1. Oktober.

Orange wird es dann ab 25. November: Die Initiative „Orange the World“ soll in Herrsching, Pöcking, Tutzing und Starnberg Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen. Im Jahresverlauf gibt es auch Frühlingstage, Lesungen und Podiumsdiskussionen, so am 22. Oktober in Feldafing mit der ehemaligen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Trotz des Engagements: Etlichen Fallen bleiben, warnt Christine Herrmann, Vorsitzende des Fördervereins Zonta pro Women: Viele Frauen verließen sich auf ihren Partner, schlössen Ausbildungen nicht ab, seien in Gehaltsverhandlungen zu zurückhaltend, präsentierten sich nicht selbstbewusst. Zonta-Vorstandsmitglied Nikola Bachfischer hat sich in Tutzing auf Innovationsmanagement spezialisiert. Sie kennt die abweisenden Reaktionen, „wenn eine Frau bei einer Venture-Capital-Finanzierung zehn Männern gegenüber sitzt“.

Auch interessant

Kommentare