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Tempo 130 auf der Hauptstraße: So sieht ein gelungener Freinachtscherz aus. 

Freinacht

Randale, Denkzettel und schlechter Scherz

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Tutzing/Pöcking – Die Freinacht am Starnberger See ist größtenteils sehr ruhig verlaufen. Nur in Tutzing wurde randaliert und in Pöcking ermittelt sogar die Polizei – der Scherz dort hätte Leben gefährden können.

Der Freinachtscherz in Pöcking hätte voll ins Auge gehen können. Drei Jugendliche spannten am Sonntagabend gegen 21 Uhr eine kaum sichtbare Schnur zwischen zwei Verkehrszeichen über die Straße. Eine ahnungslose 49-jährige Autofahrerin aus Starnberg fuhr mit ihrem Nissan in die gespannte Schnur hinein. Dabei riss die Schnur und beschädigte den Wagen leicht, verletzt wurde niemand. „Personen wurden dabei glücklicherweise nicht verletzt“, so ein Polizeisprecher.

Wer dahinter steckt, ist unklar. Die Frau sah drei Kinder oder Jugendliche, die mit ihren Mountainbikes in die Dunkelheit flüchteten. Eine sofort eingeleitete Fahndung der Polizei blieb ohne Ergebnis. Die Tat ist gravierend: „Nicht auszudenken wären die Folgen für einen Rad- oder Motorradfahrer gewesen“, sagte der Polizeisprecher. „Es ist hierbei deutlich zu erwähnen, dass die Grenze zum Freinachtscherz weit überschritten wurde.“ Die Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Wie hoch der Sachschaden in Tutzing ist, kann die Polizei noch gar nicht sagen. Die Beamten der Starnberger Inspektion waren ab 22.40 Uhr am Sonntagabend im Einsatz. Eine Gruppe Jugendlicher wurde ausfindig gemacht, die laut Polizei eventuelle für die zahlreichen Sachbeschädigungen verantwortlich sein könnte. Auch mehrere Kinder waren in Sachen Freinacht unterwegs: Die Polizei griff sie gegen 1 Uhr beim Aldi-Markt in Tutzing auf.

Die erste Nachricht aus Tutzing erreicht die Polizei gegen 22.40 Uhr: Eine Gruppe Jugendlicher randaliert am Gymnasium. Tatsächlich finden die Beamten dort aber vor allem zerbrochene Glasflaschen. Eine Viertelstunde später die Nachricht, dass eine an der Kirchstraße eine umgebogene Anschlagtafel nun auf der Fahrbahn liegt. „Da diese noch mit den Metallstreben im Fundament verankert war, musste die Feuerwehr zur Beseitigung anrücken“, so ein Polizesprecher.

Um 0.10 Uhr stößt die Streife im Bereich der Hauptstraße auf mehrere umgeworfene Baustellenverkehrszeichen und Mülltonnen. Gegen 1 Uhr kommt die Nachricht, dass Kinder beim Aldi Wettrennen mit den Einkaufswagen machen – dabei gilt für Minderjährige längst Sperrzeit. Die Polizei sammelt die Kinder ein und übergibt sie ihren Erziehungsberechtigen.

Der Brahmsweg ist die nächste Station der Randalierer. Von eingeworfenen Gläser von Straßenlaternen und beschädigten Mülleimern erfährt die Polizei um 1.20 Uhr. Gleichzeitig melden Anwohner mehrere randalierender Jugendliche im Bereich der Fiedererstraße, wobei keine Schäden festzustellen waren. Gegen 2.30 Uhr meldet jemand mehrere abgetretene Fahrzeugspiegel im Bereich der Traubinger Straße.

Den Tätern ist die Polizei die ganze Nacht auf der Spur – zunächst ohne Erfolg. „Bei jeder Meldung wurde eine Gruppe Jugendlicher benannt“, sagt ein Polizeisprecher. „Obwohl die Polizei Starnberg diesen Bereich über die ganze Zeit mit mehreren Streifenfahrzeugen abdeckte, konnten zunächst keine Verursacher festgestellt werden.“ Erst nach halb drei Uhr morgens stießen die Beamten auf eine Gruppe in der Nähe des Rathauses. „Inwieweit diese Personen den jeweiligen Sachbeschädigungen zuzuordnen sind, müssen die Ermittlungen klären“, so der Sprecher.

Wesentlich gelungenere Scherze sind zwei Schilder, die während der Freinacht in Tutzing aufgehängt wurden: „Zone 130“ auf der Hauptstraße angesichts des bevorstehenden Straßenausbaus. Und ein Hinweis auf die angeblich neuen Öffnungszeiten im Rathaus: täglich außer mittwochs von 8 bis 12 und 13 bis 18 Uhr, auch samstagvormittags und dienstags und donnerstags bis 21 Uhr.

Jetzt sind die Beamten auf der Suche nach Zeugen – sowohl für die Ereignisse in Tutzing als auch in Pöcking. Wer Hinweise geben kann, soll sich bei der Polizei in Starnberg unter  (0 81 51) 36 40 melden.

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