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Der Katalog ist fertig: (v.l.) Roswitha Duensing, Elke Schmitz und Brigitte Grande freuen sich.

Tutzing

Fünf Routen zu 79 Baudenkmälern

Wie schön das Tutzinger Ortsbild ist, zeigt ein neuer Katalog über denkmalgeschützte Häuser.

Tutzing – Im Vergleich zu anderen Orten am Starnberger See hat Tutzing sein Ortsbild relativ gut bewahrt. Dieses Lob hat Kreisheimatpfleger Gerhard Schober im Grußwort zu einer bemerkenswerten neuen Publikation festgehalten: „Denkmalgeschützte Häuser in Tutzing“. Der Katalog dokumentiert erstmals die 79 Baudenkmäler von Tutzing, ergänzt um weitere wichtige Bauwerke.

Die meisten Denkmäler sind in privater Hand. „Ohne ihr Engagement gäbe es vielleicht mehrere dieser Gebäude gar nicht mehr“, sagte Bürgermeisterin Marlene Greinwald bei der Vorstellung im Rathaus über viele Eigentümer anerkennend. Die Publikation geht auf eine Ausstellung zurück, die Stefanie Knittl und Elke Schmitz vom ortsgeschichtlichen Arbeitskreis 2017 zum 1275. Ortsjubiläum gemeinsam mit Gemeindearchivarin Roswitha Duensing und Fotografin Heidi Gläsener erarbeitet hatten. In der nun überarbeiteten Form liefert sie „einen wahren Erinnerungsschatz“, schwärmte Kulturreferentin Brigitte Grande.

Alte und neue Bilder werden gegenübergestellt 

Interessante Aufschlüsse erlaubt die Gegenüberstellung alter und neuer Bilder. Nicht thematisiert werden Diskussionen über manche Gebäude, etwa über das 1915 errichtete, seit mehr als einem Jahr gesperrte ehemalige Lehrerwohnhaus. Das 1853 erbaute Midgardhaus, Tutzings erste Villa, war ein Streitpunkt ersten Ranges, bevor es zum Restaurant wurde. Im Mittelpunkt ausdauernder Debatten stand auch die 1872/73 erbaute Villa Trutz. Die Geschichte etlicher Häuser reicht weit zurück. Das Gasthaus Tutzinger Hof etwa wurde 1527 erstmals erwähnt, zehn Jahre früher als der Guggerhof gegenüber. Manches Haus ist durch Prominente bekannt. Die Villa Stolberg gehört dem König von Thailand. Im Haus Lautenbacher wohnte der Maler Hermann Fricke, im Brahmshaus Johannes Brahms, das „Fischkäufl“ war im Eigentum des Sänger-Ehepaars Therese und Heinrich Vogl.

„Die Tutzinger Häuser erzählen, wie Tutzing begann: als kleines Fischer- und Bauerndorf“, schreibt Achim Schröer von dem 2012 in Tutzing gegründeten Denkmalnetz Bayern in einem Katalogbeitrag. Das Haus Lettner, Tutzings letztes erhaltenes Fischerhaus mit Fischereirecht, fehlt ebenso wenig wie das Vetterlhaus aus dem 17. Jahrhundert.

„Ein optimales Weihnachtsgeschenk“, folgerte die Kulturreferentin. Man habe den Katalog bewusst erschwinglich gehalten: Er soll nicht in einem Bücherregal stehen, sondern zum Nachschlagen benutzt werden. Zum Beispiel bei Spaziergängen durch den Ort, für die die Autorinnen eigens fünf Routen entworfen haben.

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