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Anwohner wunderten sich über den Bau des Funkturms an der Kirchenstraße in Tutzing. Inzwischen ist der Bau eingestellt. 

Geplante Anlage an der Kirchenstraße in Tutzing

Funkturm: Greinwald ruft zu Widerstand auf

Die Tutzinger sollen sich gegen den geplanten Mobilfunkmast an der Kirchenstraße wehren. Das fordert Bürgermeisterin Marlene Greinwald.

Tutzing Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald ruft die Bürger zum Widerstand gegen den seit Wochen umstrittenen Mobilfunkmast-Bau in der Kirchenstraße auf. „An dieser Stelle darf der Mast meiner Meinung nach nicht errichtet werden“, sagte sie am Montag bei einer Sitzung der Aktionsgemeinschaft Tutzinger Gewerbetreibender (ATG). „Wir als Gemeinde sind aber die falsche Anlaufstelle“, fügte sie hinzu. „Ich habe das Gefühl, dass es von den Bürgern kommen muss – offenbar brauchen die öffentlichen Druck.“

Die: Damit ist die Deutsche Funkturm GmbH gemeint, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom. Sie hatte Anfang Juni auf einem der Telekom gehörenden Grundstück an der Kirchenstraße damit begonnen, einen offenbar mehr als 30 Meter hohen Mobilfunkmasten aufzustellen (wie berichtet). Ein Sprecher der Deutschen Funkturm hatte dies als Ersatz für einen Mobilfunkstandort an der Bahnhofstraße bezeichnet, der wegen des dortigen Gebäude-Abbruchs auf dem ehemaligen Roche-Gelände vorläufig weggefallen ist.

Greinwald wies bei der ATG darauf hin, dass nur weniger als zehn Meter hohe Masten genehmigungsfrei seien. Baurechtlich könne man nicht einfach einen mobilen Turm ohne Baugenehmigung hinsetzen. Die Deutsche Funkturm habe lange zuvor gewusst, dass der Bau abgerissen werde, sagte Grünen-Gemeinderat Bernd Pfitzner. „Sie hätten sich frühzeitig darum kümmern können.“

Der Mastbau an der Kirchenstraße hatte zu Aufsehen und Beschwerden von Nachbarn bei der Gemeinde und beim Landratsamt geführt, das dann einen Baustopp verfügte. Seitdem bleiben beide Seiten – Landratsamt und Deutsche Funkturm – bei ihren Standpunkten: Für das Landratsamt ist der Mastbau genehmigungspflichtig, für die Deutsche Funkturm genehmigungsfrei. Das begründet das Unternehmen mit Regelungen über so genannte fliegende Bauten und Provisorien in der Bayerischen Bauordnung.

Der Mast steht unterdessen unvollendet auf dem Grundstück an der Kirchenstraße. Sie telefoniere immer wieder mit der Deutschen Funkturm in dieser Angelegenheit, sagte Greinwald. „Die wollen offensichtlich eine Baugenehmigung nachreichen.“ Sie habe aber das Gefühl, dass die Firma bisher noch gar nichts unternommen habe. Die Haltung der Bürger beschrieb sie so: „Die einen haben Angst, dass sie einen Funkturm vor die Nase bekommen, die anderen fürchten, dass ihre Geräte nicht mehr funktionieren.“

Das Thema Mobilfunk kommt auch in der heutigen Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses zur Sprache. Beginn: 17.30 Uhr im Rathaus.

Die schlechte Mobilfunk-Verbindung der Telekom in Tutzing hat Auswirkungen. Die Betreiberin eines DHL-Paketshops muss in einen anderen Ortsteil fahren, um sich einzuloggen.

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