Diskutieren eifrig: Die Gymnasiasten beschäftigen sich einen ganzen Tag lang mit dem G7-Gipfel in Elmau. foto: svj

Schülergipfel am Starnberger See

Tutzing - Oberstufenschüler des Landschulheims Kempfenhausen und des Starnberger Gymnasiums sind in die Geschichte des G7 eingetaucht und haben den Gipfel vorgespielt.

Dazu hatte die Akademie für politische Bildung in Tutzing eingeladen. Mit dabei war unter anderem Hans-Peter Kammerer vom Polizei-Planungsstab des echten G7-Gipfels auf Schloss Elmau. Er stand den Mädchen und Buben Rede und Antwort.

Vorher plauderte Kammerer jedoch aus dem Nähkästchen, schließlich kennt er sich mit den geplanten Sicherheitsvorkehrungen bestens aus. So werden rund 17 000 Polizisten, teils auch aus anderen Bundesländern, die Sicherheit auf Schloss Elmau garantieren. Zur Koordination wurde bereits im Februar eine Stabsstelle in Milbertshofen eingerichtet. Das Sicherheitskonzept beginne am Flughafen und ende an der Landesgrenze zu Östereich, sagte der Beamte. Zwar liege Elmau mit nur einer Zufahrtsstraße strategisch günstig. „Das Gelände ist jedoch sehr weitläufig und es gibt viele Möglichkeiten, sich dem Schloss zu nähern“, erzählte Kammerer. Daher sei das Ganze „kein leichter Job“.

Gegner des G7-Gipfels wird das weiter nicht interessieren. Was Kritiker denn einwenden könnten gegen das Gipfeltreffen, wollte Raphael von Müller vom Centrum für angewandte Politikforschung in München von den Jugendlichen wissen. Er hatte zuvor über die Entstehungsgeschichte der „Gruppe der Sieben“ referiert. „Es ist ein riesiger Aufwand, bei dem viele Steuergelder aufgewandt werden“, erklärte sich Kilian Baumgärtner (17) aus Söcking die angekündigten Proteste. Einige Schüler nicken. Kammerer: „In einer solchen Umgebung fällt es leichter, gerade schwierige Inhalte in die richtige Richtung zu bringen.“ Deshalb habe die Bundesregierung das gute Recht, eine Umgebung wie Elmau zu wählen.

Im Anschluss an die Diskussion, bei der auch ein Journalist des Bayerischen Rundfunks zugegen war, besuchten die Schüler am Nachmittag Workshops. Dabei nahmen sie bei einer Art Planspiel die verschiedenen Rollen der beteiligten Länder Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, USA, und Großbritannien ein.

Der Schülergipfel war für die Teilnehmer ein Erfolg. Nick Rupprechter (17) aus Berg zeigte sich von der Veranstaltung begeistert: „Es war schon recht interessant.“ Er bedaurte nur, dass der eingeladene G7-Kritiker Markus Weber nicht den Standpunkt der Gipfelgegner erläutern konnte. Weber hatte noch kurzfristig für die Akademieveranstakltung abgesagt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Insgesamt 441 Fälle, 219 Menschen nicht mehr in Quarantäne
Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis ist dramatisch gestiegen - und die Situation ändert sich beinahe jede Minute. Das Neuste zur Lage lesen Sie in unserem Ticker.
Insgesamt 441 Fälle, 219 Menschen nicht mehr in Quarantäne
Nur für Einheimische: AWISTA öffnet sechs Wertstoffhöfe
Der AWISTA öffnet ab Mitte nächster Woche einige Wertstoffhöfe, es gelten strenge Regeln für Abstände, Anfahrt und dergleichen. Eingelassen werden nur Einheimische.
Nur für Einheimische: AWISTA öffnet sechs Wertstoffhöfe
Aufstiegsheld Ritzer nach Oster-Pleite vor dem Aus
Vor 30 Jahren wird SpVgg-Trainer Gerd Ritzer nach zwei Niederlagen kurz vor Ostern angezählt. Drei Wochen später wird er gefeuert.
Aufstiegsheld Ritzer nach Oster-Pleite vor dem Aus
Roberto Seidel zieht Gilchings Register
Roberto Seidel übernimmt in der Pfarrgemeinde St. Sebastian in Gilching das Amt des Kirchenmusikers.
Roberto Seidel zieht Gilchings Register

Kommentare