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Die Tutzinger Hauptstraße wird umgebaut - dabei könnte auch ein Kreisverkehr an der Lindemannstraße angebracht werden.

Ortsdurchfahrt Tutzing

Geld für den Kreisel in Aussicht

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Ein Kreisverkehr an der Lindemannstraße in Tutzing im Zuge der Umbauarbeiten der Hauptstraße scheitert offenbar nicht am Geld. Allerdings ist der Gemeinderat noch uneins, ob er einen Kreisel überhaupt will.

Tutzing – Das Projekt Umgestaltung der Hauptstraße Tutzing nimmt Fahrt auf. In seiner März-Sitzung soll der Gemeinderat entscheiden, ob der neuralgische Punkt Lindemannstraße eine Einmündung bleibt oder ob ein Kreisverkehr gebaut wird. Das kündigte Bürgermeisterin Marlene Greinwald an. „Es ist noch schwierig“, stellte sie in der Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses am Dienstag fest. Das Geld sollte die Entscheidung der Gemeinderäte jedenfalls nicht beeinflussen, sagte sie. „Die Finanzierung darf kein Argument sein.“ Sie werde noch Gespräche mit dem Innenministerium und dem Landratsamt führen und stellte eine finanzielle Förderung für die Gemeinde in Aussicht. Das ist neu – bisher war die Kommune davon ausgegangen, dass ein Kreisel von ihr allein bezahlt werden muss.

Geiger gibt zu: „Ich schwanke auch“

Dabei sind sich weder die Gemeinderäte noch die Experten einig, ob ein Kreisverkehr tatsächlich die sicherere Alternative für Radler und Fußgänger an dieser neuralgischen Stelle im Süden Tutzings darstellt. Bernd Pfitzner (Grüne) forderte deshalb am Dienstag ein Verkehrssicherheit-Audit, um eine weitere Experten-Meinung zu haben. Zumal auch der zuständige Verkehrsplaner Benjamin Neudert keine eindeutige Meinung in der Sache vertrete. „Also nochmal ein externer Experte?“, fragte Greinwald nach. 

„Jetzt einen Experten finden, der von den anderen Experten als Oberexperte akzeptiert wird – ich weiß nicht“, machte sie ihre Zweifel deutlich. Eventuell könnte es einen im Staatlichen Bauamt geben, sagte Klaus Hirschvogel vom Bauamt. In der Frage, ob Kreisverkehr oder Einmündung, sind einige Gemeinderäte sehr unsicher. „Das wird knapp“, sagte Stefanie von Winning (CSU). Sie rechne mit einer 51:49-Prozent-Entscheidung. „Ich schwanke auch“, gab Renate Geiger (SPD) zu. Sie sei gegen den Kreisel gewesen wegen des Landschaftsverbrauchs. Doch der Johannishügel bleibe unangetastet, versprach Greinwald.

Klärung notwendig: Finanzierung und Besitzverhältnisse

Für Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste) ist der Kreisverkehr der Stand der Technik. Das Kostenargument sei keines: „Bei der Einmündung kommt eine Ampel dazu, ich kann mir nicht vorstellen, dass das billiger kommt. Wir sollten erst diskutieren, was wir wollen, und dann erst aufs Geld schauen.“ Und wenn das Kreisel 100 000 Euro teurer komme, sollte es das dem Gemeinderat wert sein.

Für Thomas Parstorfer (CSU) war die Sache klar angesichts der Chance, dass der Staat die Kosten für den Kreisverkehr übernimmt: „Wenn man einen Kreisel zum Nulltarif kriegt, muss man nicht überlegen.“ Und Toni Aigner (Freie Wähler) forderte unbedingt eine Entscheidung im März: „Jetzt langt’s, es ist alles diskutiert.“ Zuvor müssten zwei Dinge geklärt sein: die Finanzierung und die Besitzverhältnisse.

Letztere könnten zum Problem werden. Allerdings sowohl für den Kreisel als auch für die Einmündung, wie die Bürgermeisterin sagte. „Die Einmündung ist jetzt schon in Privatbesitz. Das haben wir in Tutzing an vielen Stellen.“

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