Freud und Leid mit der Tutzinger Turnhalle haben die TSV-Vertreter Henny Hein, Uli Dillmann, Mark Habdank, Andreas Hollwich und Gundi Ascherl (v.l.).
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Freud und Leid mit der Tutzinger Turnhalle haben die TSV-Vertreter Henny Hein, Uli Dillmann, Mark Habdank, Andreas Hollwich und Gundi Ascherl (v.l.).

Freud und Leid dicht beieinander

Die Tutzinger Turnhalle: Ein Problemkind von Beginn an

Seit zehn Jahren ist Tutzings Dreifachturnhalle in Betrieb. Doch sie bereitete von Anfang an Sorgen. Und die Probleme halten sich hartnäckig bis heute.

Tutzing – Brandneu und schon kaputt: Die Dreifachturnhalle in Tutzing war von Anfang an ein Sorgenkind. Wegen gravierender Mängel zögerte die Gemeinde vor genau zehn Jahren, sie für den Schulsport zuzulassen. Aber nebenan ging es los: Der TSV Tutzing hatte einen eigenen Trakt an die Halle angebaut – und dort begann Henny Hein im März 2011 mit dem Training. Die Tochter des Ehepaars Nieradzek, das einst die Vereinswirtschaft „Kneipp-stüberl“ geführt hatte, gehört seit Jahrzehnten zum treuen Übungsleiterstamm des Vereins. Später im Jahr 2011 wurde die neue Dreifachturnhalle dann doch geöffnet. Der TSV zog feierlich aus seiner alten Halle an der Greinwaldstraße aus und in die neue ein. Doch zu dieser Zeit waren die Probleme am Neubau längst von Gutachtern belegt. Kopfzerbrechen bereitet das Bauwerk noch immer.

Undichte Dächer, nicht absturzsichere Glasschauben und vieles mehr

Damals berichteten die Experten über undichte Dächer, nicht absturzsichere Glasscheiben, die entgegen der Ausschreibung eingebaut worden waren, nicht fachgerecht hergestellte Luft- und Dampfsperrebenen sowie „systematische Fehlstellen“ bei der Luftdichtigkeit. Und wie steht es heute um die Würmseehalle, wie sie inzwischen genannt wird?

Die Dachsanierung wird teuer. Bürgermeisterin Marlene Greinwald brachte es am Freitag gegenüber dem Starnberger Merkur so auf den Punkt: „Wir sind froh, dass wir die Halle haben – aber zu einem sehr schmerzhaften Preis.“ Der TSV trat das Areal seiner alten Halle an der Greinwaldstraße einst an die Gemeinde ab und bekam im Gegenzug den Teil des Grunds an der Bernrieder Straße für seinen neuen Bautrakt sowie eine Aufzahlung. TSV-Vorsitzender Mark Habdank sagt, die alte Halle sei mit ihrer Lage in der Ortsmitte einmalig und für viele fußläufig erreichbar gewesen: „Aber jetzt sind wir glücklich, dass wir die Dreifachturnhalle und ein Stadion direkt daneben entsprechend den Bedürfnissen an Freizeit- und Wettkampfsport haben.“

„Spagat zwischen Tradition und Moderne gelungen“

Für den früheren TSV-Vorsitzenden Hans-Ulrich Dillmann ist „der Spagat zwischen Tradition und Moderne gelungen“. Henny Hein hat aus der Anfangszeit viele Kommentare in Erinnerung, dass die neue Gymnastikhalle des Vereinstrakts viel kleiner sei als die alte Halle. Aber bald konnte der Verein auch die große Dreifachhalle nutzen – „ein Riesengewinn“, sagt Dillmann. Er sieht die Gründe für die Schwierigkeiten vor allem in späteren Wünschen, die nach schon fertiger Planung hinzugekommen seien: Mehrzweck- statt Sporthalle, neue Anforderungen bei Heizung, Lüftung und Klimafreundlichkeit, Dachbegrünung. Der Architekt kann nach einem Rechtsstreit, der mit einem Vergleich endete, offenbar nicht mehr auf sein Urheberrecht pochen.

Mit der Sanierung werden die Kosten der Halle, vor zehn Jahren mit etwas mehr als sechs Millionen Euro angegeben, weiter steigen – um wie viel, ist offen. Für heuer hat die Gemeinde im Haushalt 450 000 Euro für die Schadenbeseitigung im Anbautrakt bei den Umkleiden eingeplant. Der TSV hofft laut Habdank auf die baldige Reparatur des Süddachs und wünscht sich ein Vordach am Eingangsbereich, damit die Leute nicht im Regen stehen müssen. Sportler müssten oft warten, weil die Türen nur zu bestimmten Zeiten geöffnet seien.

Von Lorenz Goslich

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