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Die Freistellung der historischen Kalle-Villa ist ein großer Wunsch Bruno Habersetzers. Das Foto zeigt den Leiter des Tutzinger Gymnasiums im Jahr 2015 mit seinem Stellvertreter Rolf Maiwald.

Schulleiter verabschiedet sich

Gymnasium Tutzing: Bruno Habersetzer freut sich auf Beethoven statt Büro

Bruno Habersetzer verlässt zum Ende dieses Schuljahres das Tutzinger Gymnasium, das er seit 2013 leitet. Gerade die Debatte über die Trägerschaft prägte seine Arbeit. 

Tutzing – Sechs Jahre lang leitete er das Tutzinger Gymnasium, am Ende des Schuljahres geht Oberstudiendirektor Bruno Habersetzer mit 63 Jahren in Ruhestand. Er nimmt eine Altersteilregelung in Anspruch, wie er dem Starnberger Merkur sagte. Das Bewerbungsverfahren für seine Nachfolge läuft beim bayerischen Kultusministerium, eine Entscheidung erwartet er bald.

Der gebürtige Dachauer hat in München Deutsch und Französisch fürs Lehramt studiert. Auch viele seiner Vorfahren waren Lehrer. Eine internationale Ausrichtung hat den Vater dreier erwachsener Kinder geprägt. Seine Frau ist Französin, neun Jahre war er in Brüssel auf einem Campus mit tausenden Schüler aus vielen europäischen Ländern tätig.

Diskussion um die Trägerschaft des Gymnasiums ist noch nicht erledigt

Prägend für Habersetzers Tutzinger Zeit waren die Diskussionen über die Trägerschaft des Gymnasiums. Mit der generellen Entscheidung des Starnberger Kreistags, dass der Landkreis sie von der Gemeinde übernehmen soll, ist das Thema noch längst nicht erledigt. Auf Drängen des Elternbeirats, der nun langwierige Verzögerungen bei als dringlich betrachteten Sanierungen befürchtet, treffen sich alle Beteiligten von Gemeinde, Kreis und Schule am 3. Juni an einem Runden Tisch.

Habersetzer freut sich darüber, dass die Gemeinde die Sanierung ins Auge gefasst habe. Dabei erinnert er an die vorliegende Gesamtplanung eines Architekturbüros, für die sich der verstorbene Bürgermeister Rudolf Krug eingesetzt habe. „Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen müssen an erster Stelle stehen“, sagt der Direktor. Einer seiner größten Wünsche aber wäre eine Freistellung der historischen Kalle-Villa, an die derzeit die beiden Turnhallen angebaut sind. Bautechnisch wäre das nach seiner Kenntnis möglich.

Habersetzer ist zufrieden mit der Zahl von rund 750 Schülern

Als wichtigste pädagogische Neuerung seiner Tutzinger Zeit betrachtet Habersetzer die so genannten Einführungsklassen für Schüler von Real-, Mittel- und Montessorischulen, die sich nach seiner Überzeugung sehr bewährt haben. Zufrieden ist er auch mit der Schülerzahl (seit Jahren um die 750), angesichts des demografischen Wandels und der Konkurrenz durch Gymnasien im Umfeld. Neu war für ihn die hohe Übertrittsquote aufs Gymnasium, die den bayerischen Durchschnitt von etwa 40 Prozent mit rund 60 Prozent der Schüler deutlich übersteigt.

Auf seinen Ruhestand bereitet sich Habersetzer schon vor. „Ich bin dabei, mir einen kleinen Kulturkalender zusammenzustellen“, sagt er. Unter anderem möchte er einige besonders schöne Konzertsäle besuchen, von Bad Kissingen über Luzern bis zur Elbphilharmonie in Hamburg. Auch auf Aufführungen zu Beethovens 20. Geburtstag im nächsten Jahr freut er sich schon.

von Lorenz Goslich

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