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Symbolbild.

Thema im Gemeinderat

Gymnasium: Ringen um die Trägerschaft

Die Gemeinde Tutzing würde ihr Gymnasium nur zu gern an den Landkreis Starnberg abgeben. Intensive Gespräche darüber laufen. Mit dem Stand der Dinge befasst sich morgen der Gemeinderat.

Tutzing Ein Tutzinger Dauerbrenner steht an diesem Dienstag auf der Tageordnung des Gemeinderats: die Trägerschaft für das Gymnasium Tutzing. Dass die Gemeinde diese gern an den Landkreis abgeben möchte, steht eigentlich nicht mehr in Frage. Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) führt darüber seit einiger Zeit Sondierungsgespräche mit Landrat Karl Roth, zuletzt vor den Sommerferien.

In Tutzing gibt es zwar noch keinen Gemeinderatsbeschluss, das Gymnasium abzugeben, aber einen Auftrag des Gemeinderats, mit dem Kreis darüber zu verhandeln, wann dies geschehen kann. Dabei hat sich Tutzing wegen ähnlich gelagerter Probleme mit der Gemeinde Gauting zusammengetan.

Aus dem Landratsamt sind dazu noch zurückhaltende Äußerungen zu hören. Wenn der Landkreis Starnberg die Trägerschaft des Gymnasiums übernehmen würde, dann müsse er eine Schulverwaltung aufbauen, sagt Behördensprecher Stefan Diebl auf Anfrage des Starnberger Merkur. Und in der Folge werde der Kreis die Kreisumlage erhöhen müssen. Die Gemeinde Tutzing nehme durch das Gymnasium mehr Geld ein, als sie dafür ausgebe, sagt Diebl zudem. „Darunter sind auch die Gastschulbeiträge – die würden bei einer Übernahme durch den Landkreis wegfallen.“

Dagegen hat die Gemeinde vorgerechnet, dass es beim Gymnasium ein jährliches durchschnittliches Defizit von rund 250 000 Euro gebe – Personalkosten der Gemeindeverwaltung noch nicht eingerechnet. Seit Anfang 2016 übernimmt der Landkreis 90 Prozent der Baukosten im Gymnasium, zuvor war es die Hälfte. Die Schulausstattung wird laut Diebl zu 100 Prozent vom Kreis bezahlt.

Doch aus der Gemeindeverwaltung gibt es Klagen. Der Investitionszuschuss betreffe nicht die Planungskosten, die der größte Brocken seien. Deshalb blieben bei der Gemeinde nicht nur zehn Prozent der Kosten. Diebl verneint dies: Der Kreis übernehme die Planungskosten. Das Rathaus moniert zudem, dass es bei der Schulausstattung immer wieder Probleme mit Nachmeldungen gebe, weil alles über den Landkreis genehmigt werden müsse.

Voraussetzung für eine Übernahme durch den Landkreis sei es, dass die Gemeinde das Grundstück lastenfrei übergeben müsse, sagte Landratsamtssprecher Diebl. In Tutzing hält man die Chancen einer Übernahme dennoch für gut. Bei einer Informationsveranstaltung mit Eltern, Schulleitung und Lehrern hat Rathaus-Geschäftsleiter Marcus Grätz schon vor einigen Monaten klar gesagt: „Es ist eine gesetzliche Aufgabe des Landkreises.“ Ein Gymnasium sei – im Gegensatz zu Grundschule, Mittelschule und Kindergärten – keine Pflichtaufgabe der Gemeinde, sondern des Landkreises. Damals wurde sogar der Eindruck erweckt, dass der Landkreis angesichts dieser Pflichtaufgabe in Argumentationsnöte geraten könnte, wenn er der Gemeinde das Gymnasium nicht abnehmen sollte. Der Landkreis ist nämlich gleichzeitig die zuständige Aufsichtsbehörde, die neue Kreditaufnahmen durch die Gemeinde Tutzing wegen deren finanziell schwachen Situation kritisch sieht.

Von Lorenz Goslich und Sandra Sedlmaier

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