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Der Ausbau der Tutzinger Hauptstraße - im Bild die Ortsmitte - soll im Süden beginnen. Einige Gemeinderäte wollten das nun ändern.

Tutzings großes Projekt für 2018

Hauptstraße: Bauamt hält am Start im Süden fest

Im Tutzinger Gemeinderat überlegen einige, den Bauablauf für die Hauptstraße im nächsten Jahr zu ändern. Das Staatliche Bauamt winkt ab.

Tutzing Einen Sanierungsbeginn der Tutzinger Hauptstraße in der Mitte oder im Norden hält man beim Staatlichen Bauamt Weilheim nicht für sinnvoll. Die Grundstücksprobleme reichen Jahrzehnte zurück. Jetzt wird verhandelt.

„Die größten Straßenschäden sind im Süden“, sagt Christian Probst, „da holpert es einen ordentlich durch.“ Der für den Landkreis zuständige Abteilungsleiter des Staatlichen Bauamts hält es unter anderem aus diesem Grund nach wie vor für sinnvoll, im Süden mit der Sanierung zu beginnen. Für Beginn im Süden und Beendigung im Norden spricht nach seiner Meinung auch, dass die Gemeinde Feldafing das Konzept übernehmen möchte. Der in Tutzing geplante Fahrrad-Schutzstreifen soll dann in ihrem Ortsteil Garatshausen bis zur Staatsstraße nach Traubing fortgeführt werden.

Zweifel an der Reihenfolge sind am Dienstag im Tutzinger Gemeinderat vorgebracht worden. Dr. Thomas von Mitschke-Collande und Dr. Ernst Lindl (beide CSU) regten stattdessen einen Beginn im Norden oder in der Ortsmitte an. Anlass war, dass die Entscheidung über Kreisverkehr oder Einmündung an der Lindemannstraße verschoben worden war – wegen ungeklärter Grundstücksangelegenheiten und offener Finanzierungsfragen. Gegen einen Baubeginn in der Mitte fanden andere Gemeinderäte unterschiedliche Argumente, von den Kanalarbeiten bis zur geplanten Tiefgarage im Ortszentrum, die erst fertig werden müsse. „Dann“, erwiderte Mitschke-Collande, „fangen wir erst in zehn Jahren mit der Mitte an.“

Eigentumsverhältnisse nie endgültig geklärt

Sehr verwundert zeigte sich der CSU-Gemeinderat über Probleme bei den Grundstücksangelegenheiten, die nun angeführt werden. So neu sind die aber gar nicht, wie Christian Probst vom Staatlichen Bauamt erläutert: Die Eigentumsverhältnisse an der Einmündung der Lindemannstraße seien bei ihrem Bau 1967 nicht endgültig geklärt worden.

Nach seinen Worten gibt es viele derartige Fälle in Bayern: Privatgrund ist zwar vertraglich für Straßen abgetreten worden, doch die Überführung ins Grundbuch ist ausgeblieben. Das Eigentum am betreffenden Straßengrund liegt dann noch immer beim Privateigentümer. Auch im Landkreis soll das an etlichen Stellen der Fall sein. Gesperrt werden kann eine öffentlich gewidmete Straße aus so einem Grund laut Probst zwar nicht. Aber bei Baumaßnahmen, wie etwa in Tutzing, wird so eine Frage nicht selten aktuell – und dann wird oft über den Preis verhandelt.

Die Planungsarbeiten könnten aber unabhängig von der Verschiebung der Entscheidung über den Kreisverkehr fortgesetzt werden, unterstreicht Probst. Es gehe auch nicht um den Neuerwerb von Grundstücken, sondern um die Bereinigung bestehender Verhältnisse. Wegen der Spartenplanung könne man sowieso erst 2019 mit den Sanierungsarbeiten beginnen: „Bis dahin ist die Grundstücksfrage geklärt“, ist Probst überzeugt.

Auch Mitschke-Collande mahnte, schnell für Planungssicherheit zu sorgen – besonders wegen der Gewerbetreibenden. Fraglich sei etwa, ob jemand einen der leer stehenden Läden bei unklarer Parkplatzsituation mieten werde. Dazu sagte Bürgermeisterin Marlene Greinwald, die Gemeinde sei mit den Einzelhändlern in Kontakt. 

Von Lorenz Goslich

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