Auch Tote nach Einsturz der Autobahnbrücke in Italien

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Viel befahren und viel diskutiert: Obwohl mit der Sanierung der Tutzinger Hauptstraße heuer nicht mehr begonnen wird, gehen die Debatten weiter. Heute Abend gibt es ein Bürgerforum dazu.

Hauptstraße

Die Bürger haben das Wort

Der Zeitplan des Baubeginns wird nicht eingehalten, der der Diskussionen aber schon. Heute, am Montagabend, findet im Roncallihaus ein „Tutzinger Bürgerforum zur Neugestaltung der Hauptstraße“ statt.

Tutzing – Außer dem Seehof bewegt kaum ein Thema die Tutzinger wie die Sanierung der Hauptstraße. Viele generelle Themen der Ortsgestaltung werden mit ihr verbunden, für die das Projekt regelrecht wie ein Wegweiser empfunden wird. Der Start der Arbeiten ist auf 2019 verschoben worden. Grund sind ungeklärte Fragen im Untergrund: Nach Angaben des Abwasserverbands ist die Lage vieler Kanäle unbekannt. Doch während das alles untersucht wird, werden die Diskussionen zur Straßensanierung fortgesetzt. Heute Abend findet im Roncallihaus ein „Tutzinger Bürgerforum zur Neugestaltung der Hauptstraße“ statt (Beginn 19 Uhr) – die erste von der neuen Bürgermeisterin Marlene Greinwald geleitete große Bürgerveranstaltung. Der Starnberger Merkur beleuchtet einige Kernthemen rund um das Großprojekt Hauptstraße, das Tutzing über Jahre begleiten wird.

Ortszentrum: Der Wunsch nach mehr „Aufenthaltsqualität“ zieht sich durch viele Diskussionen. Aber für sie ist meist zu wenig Platz – wegen Gebäuden, die nah an die Straße reichen, und wegen Autoparkplätzen, die die Fahrbahn säumen. Dennoch gibt es schon diverse Überlegungen dazu. Auf einer Skizze von 2015 stand der frühere Tengelmann- und heutige Edeka-Markt von der Straße zurückgesetzt. Auf erstaunte Fragen wurde erklärt, bei Visionen für Neugestaltungen sei es die einzige Möglichkeit, so etwas in Bebauungsplänen festzulegen. Autos waren auf der Skizze kaum zu sehen, das Ambiente wirkte wie eine Fußgängerzone. Hinweise auf den geplanten Wegfall von Parkplätzen haben aber bei Geschäftsleuten Befürchtungen ausgelöst, dass Kunden Supermärkte vorziehen werden, bei denen man gut parken kann. Wie eine Bestätigung wirkte die Schließung der Brahms-Apotheke Ende 2017: Die Kundenströme hätten sich mehr und mehr zu den Einkaufszentren verlagert, hieß es. Inwieweit ein geplantes Parkhaus an der Grund- und Hauptschule diesen Effekt mildern kann, ist umstritten. Mittlerweile ist aber wiederholt versichert worden, dass nur bestimmte Parkplätze wegfallen sollen.

Lindemannstraße:Bleibt es bei einer Einmündung oder wird ein Kreisverkehr angelegt? Schon für den 6. März ist ein Beschluss des Gemeinderats angekündigt worden, doch noch immer zeichnet sich keine einheitliche Meinung ab. Ein Kreisverkehr wird unter anderem vom Fahrradclub ADFC als sicherer eingestuft. Der Platz ist allerdings begrenzt und es gibt Bedenken, dass ein eher kleiner Kreisel nicht die gewünschte Temporeduzierung am Ortseingang bewirken könnte. An den drei Straßen, die in einen Kreisel münden würden – Hauptstraße, Bernrieder Straße, Lindemannstraße – sind Schutzstreifen für Radfahrer vorgesehen, doch im Kreisverkehr selbst sollen die Radfahrer quasi mit den Autos mitfahren. Es gab schon Forderungen nach einer Radspur außen am Kreisel. Das könnte einen Eingriff in den Johannishügel – ein Naturdenkmal – bedeuten, was eigentlich ein Tabuthema ist. Angeregt wurde auch, mit einem privaten Grundeigentümer auf der anderen Seite über eine Grundabtretung zu verhandeln. Als Argument gegen einen Kreisverkehr wurden immer wieder die Kosten von 150 000 bis 200 000 Euro angeführt, die die Gemeinde Tutzing übernehmen müsse. Ob das wirklich stimmt, daran bestehen Zweifel.

Tempo 30:Forderungen nach Geschwindigkeitsbeschränkungen gibt es schon lange in Tutzing. 2012 war ein Konzept „Tempo 30 für ganz Tutzing“ weit gediehen, es wurde aber nicht realisiert. Oft plädiert wird für Tempo-30-Regelungen an bestimmten Stellen, so vor den Schulen. Die Grünen haben eine Tempo-30-Zone fürs gesamte Ortszentrum beantragt, die dann wohl auch mit einer Rechts-vor-Links-Regelung verbunden wäre. Am Dienstag wird sich der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Gemeinderats mit dem Antrag beschäftigen. In einem umfangreichen E-Mail-Wechsel mit dem Tutzinger Eberhard Möller haben Landratsamt und Regierung von Oberbayern neue Regelungen für Tempo 30 bestätigt, aber gleichzeitig erklärt, dass die verkehrsrechtlichen Voraussetzungen in Tutzing jedoch nicht vorlägen. Auf Höhe des Gymnasiums sei es wegen beidseitiger Gehwege und einer fest installierten Fußgängerbedarfsampel „den Kindern gefahrlos möglich, die Staatsstraße zu überqueren“. Es komme auch nicht auf die „subjektive Ängstlichkeit“ von Schülern und Eltern an.

Umgebung:In die Planungen der Straßensanierung werden inzwischen offenbar die angrenzenden Straßen einbezogen. Als kritische Verkehrsstelle wird beispielsweise oft die Zufahrt zum Einkaufszentrum an der Lindemannstraße bezeichnet. Ob auch für solche und andere Verkehrspunkte abseits der Hauptstraße Lösungen gefunden werden, muss sich zeigen.

Gehwege: Eine auskömmliche Gehwegbreite zum Beispiel vor den Schulen scheint vorgesehen. Als problematisch gilt es bisher, dass sich in diesem Bereich viel Radverkehr mit den Fußgängern mischt. Auf dem Weg um den See fahren viele Radler, weil sie am Ufer nicht weiter kommen, auf dem Gehweg, der näher am Ortszentrum noch enger wird. Dann kommt es nicht selten zu kritischen Situationen, wenn Fußgänger aus einem Laden treten, während gerade Radler – manchmal nicht gerade langsam – vorbeifahren.

Von Lorenz Goslich

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