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Notfall im Juli: Nach ihrem Einsturz wurde die Traubinger Friedhofsmauer mit Kies gestützt. Jetzt ist klar: Die Mauer kann nicht so saniert werden, dass sie als standsicher gilt. Deshalb muss eine Betonmauer errichtet werden.

Traubinger Friedhofsmauer

Denkmal muss durch Beton ersetzt werden

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Die Friedhofsmauer in Traubing kann nicht so saniert werden, dass sie standsicher ist. Deshalb wird sie abgerissen und durch eine Betonmauer ersetzt. Das kündigte Pfarrer Leander Mikschl an.

Traubing – Mitte Juli vergangenen Jahres hat der Mörtel endgültig versagt. Er konnte die Feldsteine, die die Hauptsubstanz der Traubinger Friedhofsmauer bilden, nicht mehr zusammenhalten – die Mauer stürzte auf einer Länge von etwa fünf Metern ein. Jetzt ist klar: Die Mauer kann nicht wiederhergestellt werden. „Es gibt keine technische Möglichkeit, die Mauer zu sanieren“, sagt der Traubinger Pfarrer Leander Mikschl. Man könne sanieren, aber dann sei die Standsicherheit nicht gewährleistet. „Die Mauer ist nicht zu retten.“ Das habe auch der Denkmalschutz eingesehen, berichtete Mikschl von einem gemeinsamen Termin vergangene Woche, bei dem auch das Denkmalamt und der beauftragte Statiker dabei waren. „Die Mauer darf ersetzt werden.“

Geplant ist laut Mikschl eine Betonmauer, die 2,10 Meter unter Straßenniveau gegründet wird. „Die jetzige Mauer liegt 15 Zentimeter tief, das ist keine Frosttiefe. Jeder Frost hebt sie leicht.“ Das habe sich im Lauf der Jahre bemerkbar gemacht und sei sicher mit ein Grund gewesen, weshalb die Mauer im Juli eingestürzt sei.

„Seit 340 Jahren steht eine Mauer an dieser Stelle“, sagt Mikschl. Wobei unklar sei, ob in dieser Form. „Da streiten sich Archäologen und Denkmalamt.“ Hinter der Mauer steht jedenfalls eine zweite, ältere. Auf einer Votivtafel von der Traubinger Kirche Mariae Geburt sei eine verputzte Mauer zu sehen. „Ob der Putz zwischenzeitlich abgefallen ist oder ersetzt wurde, ist ungeklärt.“

Jetzt ist zumindest geklärt, dass die aus mit Mörtel zusammengehaltenen Feldsteinen gebaute Mauer nicht mehr tragfähig sein wird. „Die Steine haben kaum mehr eine Verbindung zum Mörtel. Selbst wenn wir alle Fugen freikratzen und neu verfugen, wenn wir den Mörtel mit Hochdruck hineinspritzen, weiß man nicht, wo er rauskommt“, sagt der Pfarrer. Die Stelle ist prekär: Direkt neben der Mauer liegen Gräber. Die würden durch den Bau einer neuen Betonmauer nicht tangiert, sagt Mikschl. „Man kann von der Straße aus arbeiten.“ Er ist froh, dass sich das Denkmalamt überzeugen ließ. „Es hat gesehen, dass wir alles geprüft haben. Aber die Mauer ist nicht zu retten.“

Jetzt muss die Pfarrei Traubing einen Bauantrag für die neue Mauer stellen und die Arbeiten ausschreiben. Mikschl hofft, dass die Erneuerung noch im Herbst starten kann. „Die Baufirmen sind so ausgelastet, vielleicht müssen wir bis zum Frühjahr warten.“

Außerdem will sich die Pfarrei mit der Gemeinde Tutzing abstimmen, was diese im Rahmen der Dorferneuerug an der Friedhofsmauer plant. Mikschl weiß bereits, dass die Wasserleitung, die an der Mauer verlegt ist, ausgetauscht werden soll. „Das sollten wir synchron hinkriegen, sonst muss man die Straße zweimal aufmachen.“

Die Kosten für eine neue Mauer liegen deutlich unter denen der Renovierung für die alte. „Alle Methoden für die Sanierung der alten Mauer lagen weit über 500 000 Euro“, berichtet der Pfarrer. „Und dann hätten wir keine Standsicherheitsgarantie.“ Eine neue Mauer koste den ersten Schätzungen nach rund 300 000 Euro. Und der Statiker garantiere, dass sie zumindest 40, 50 Jahre stehen bleibe. Wie sich die Kosten verteilen, ist noch unklar. Mikschl wird einen Antrag bei der politischen Gemeinde stellen. Auch die Diözese Augsburg ist gefordert: „Es handelt sich ja um eine sicherheitsrelevante Angelegenheit“, sagt Mikschl.

Seit dem Mauersturz ist das Bauwerk provisorisch mit Kiessäcken gesichert. Die neben dem Friedhof verlaufende Weilheimer Straße war zunächst gesperrt, seit Oktober ist sie wieder einspurig befahrbar.

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