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Orlando an der Leine: Paul und Doris Schmid, die gestern mit ihrem Schäferhund an der Seepromenade beim Midgardhaus in Tutzing unterwegs waren, zeigen Verständnis für die Maßnahmen der Gemeinde. 

Gerücht sorgte für Aufregung

Hundeverbot und Leinenpflicht: Gemeinde Tutzing greift an Spielplätzen und Seepromenade durch

Die Gemeinde Tutzing greift durch: Hunde sind auf Kinderspielplätzen künftig verboten, an Teilen der Uferpromenade gibt es Leinenzwang – an einigen Stellen nur tagsüber, an anderen durchgehend.

Tutzing – Ein Gerücht hat für Aufregung gesorgt: Angeblich sei in ganz Tutzing eine Leinenpflicht für Hunde geplant. Eine solche sei nie im Gespräch gewesen, versicherte Bürgermeisterin Marlene Greinwald am Dienstag im Gemeinderat. Dennoch kursiert nach ihren Angaben bereits eine Unterschriftenliste. Katrin Bernwieser, Leiterin des Hauptamts im Rathaus, berichtete über einen „deutlichen Ansturm“ einiger Bürger. Tatsächlich hat der Gemeinderat für einige Bereiche der Seepromenade Einschränkungen beschlossen.

Eine Satzung für die Benutzung öffentlicher Grün- und Parkanlagen soll künftig ein komplettes Hundeverbot für Spielplätze enthalten. Im Bagnères-de-Bigorre-Park neben dem Midgardhaus soll es ganztags einen Leinenzwang für Hunde geben. Für die Brahmspromenade wurde ein kompletter Leinenzwang mit Stimmengleichheit (9:9) abgelehnt. Auf Anregung von Dr. Ernst Lindl (CSU) soll dort aber von 9 bis 19 Uhr eine Leinenpflicht gelten und zwar im Bereich zwischen Fischergassl und Spielplatz. Lindl warb erfolgreich für eine gewisse Möglichkeit – morgens vor 9 Uhr, abends nach 19 Uhr –, Hunde ortsnah laufen und sich austoben zu lassen.

Diskussion über Hunde: Ein Dauerbrenner im Rathaus

Die Diskussionen über Hunde sind ein Dauerbrenner im Rathaus. „Beschwerden und Wünsche nach Regelungen in jeder Richtung“ sind bei der Gemeinde laut Bürgermeisterin Greinwald angekommen. Durch frei laufende Hunde fühlten sich manche belästigt. Zu berücksichtigen sei auch das Verhalten angeleinter Hunde, denen freilaufende Hunde entgegenkommen, zudem gebe es ein großes Konfliktpotenzial zwischen Fahrradfahrern und Hunden beziehungsweise deren Haltern.

Im Gemeinderat waren alle Meinungen vertreten. Gegen eine Leinenpflicht an der Promenade außerhalb von Spielplätzen sprach sich Stefanie Knittl (SPD) aus: „Hunde gehören zum Menschen dazu.“ Verena von Jordan-Marstrander (Freie Wähler) plädierte für eine komplette Anleinpflicht sowohl an der Brahmspromenade als auch im Bagnères-de-Bigorre-Park: „Es gibt genügend Gegenden in Tutzing, wo Hunde frei laufen können.“ Wie Lindl setzten sich demgegenüber Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) und Georg Schuster (FDP) für ortsnahe Ausgehmöglichkeiten mit Hunden zumindest zeitweise auch ohne Leinenpflicht ein.

Bisher gab es in Tutzing keine solchen Regeln, sondern nur auf Schildern formulierte Bitten, die Hunde anzuleinen. „Es wäre auch möglich, das Mitführen von Hunden in sämtlichen Parkanlagen einzuschränken“, stellte Greinwald zur Disposition. So weit kommt es aber vorerst nicht. Kustermannpark, Thomaplatz und Bleicherpark bleiben von den Regelungen frei. Doch weitergehende Maßnahmen behält sich die Gemeinde für den Fall problematischer Ereignisse vor. Und für Kampfhunde gilt künftig im gesamten Tutzinger Gemeindegebiet Leinenzwang.

Lorenz Goslich

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