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Auslosung des Sommerrätsels mit Schwester Magda, Ursula Rabben, Jakob Blätte, Schwester Aline, Vera Brißlinger und Susanne Tamas (v.l).  

Pfarrgemeinde St. Joseph

150 Paten unterstützen Kinder in Indien

Die katholische Pfarrgemeinde Tutzing unterhält seit 40 Jahren eine Partnerschaft mit einem Frauenorden in Indien. An die drei Millionen Euro wurden bislang in das Hilfsprojekt gesteckt.

Tutzing – Ein herzliches Willkommen hat Tutzings katholische Pfarrei St. Joseph einer Besucherin aus Indien bereitet: Schwester Aline ist in Bangalore (Indien) führend beim Orden SMMI (Salesianische Missionarinnen der Unbefleckten Jungfrau Maria) tätig. Mit ihm verbindet die Tutzinger seit 40 Jahren eine Partnerschaft. Nahezu 1500 Ordensschwestern setzen sich weltweit – von Indien über Südamerika bis Afrika – besonders für die Würde und die Rechte von Frauen und Armen und für Kinder ein.

„Die armen Menschen lieben uns“, sagte Schwester Aline bei einem Empfang im Roncallihaus. Pfarrer Peter Brummer erklärte: „Die Gemeinschaft ist sehr wichtig für uns.“ Etwa 150 Menschen unterstützen derzeit als Paten regelmäßig 256 Kinder. Sie zahlen meistens 20 Euro. „Es gibt auch einige unter ihnen, die sich das vom Mund absparen“, sagte Jakob Blätte. Der Tutzinger und frühere Abteilungsleiter einer Rückversicherung hat mit viel persönlichem Engagement die meisten Kontakte hergestellt.. So auch zu Nicole Hammerstein, die wie eine Reihe anderer Paten an dem Empfang teilnahm. „Unsere Patenkinder haben wir nie kennen gelernt“, sagte sie. Das ist üblich. Zweimal jährlich bekommen die Paten aber Briefe von ihren Patenkindern.

Fast drei Millionen Euro sind mittlerweile in die Aktion geflossen, wie Blätte sagte. Hilfe kam schon von vielen Seiten, vom Tutzinger Weltladen und Second-Hand-Märkten über das Gymnasium und die Realschule bis zur Sternstunden-Aktion des Bayerischen Rundfunks. „Wir haben eine Mittlerfunktion“, sagte Alfons Mühleck von der Kirchenverwaltung. Gerührt nahm Schwester Aline von der Kirchenstiftung 5000 Euro für einen Schulbus entgegen.

Das Erreichte kann sich sehen lassen. Von sechs Kinderheimen spannt sich der Bogen über Gesundheitsfürsorge mit einer Klinik, Schulen und Solaranlagen bis zu 15 errichteten Brunnen. Viel Wert wird auf die Bildung gerade junger Frauen gelegt – und auch darauf, dass sie Englisch lernen, um für bestimmte Arbeiten überhaupt in Frage zu kommen, sagte der Finanzexperte Herbert Klein aus Bernried, der zu den Organisatoren gehört.

Im Tutzinger Weltladen kam am Samstag für die indische Ordensschwester Aline noch ein Schmankerl hinzu. Bei einem Gewinnspiel sollten die Kunden die Zahl von Kaffeebohnen in einem Glas schätzen – es waren exakt 2477. Am Samstag wurden die Gewinner des Preisrätsels ermittelt. Mit ihrer Schätzung von 2500 Bohnen im Glas lagen drei Teilnehmer gleichauf, sodass zwischen ihnen Schwester Aline als Glücksfee die Plätze eins bis drei ziehen musste. Eigentliche Gewinner der Aktion ist des Projekt bei Bangalore: Für jeden Teilnahmeschein hat der Weltladen 5 Euro gespendet. Schwester Aline erhielt deshalb einen Scheck über 400 Euro. Sie berichtete den Anwesenden, wie durch das geplante Regenauffangbecken für die Bewässerung der Felder die Leistungsfähigkeit des Dorfbrunnens verbessert wird.

Weitere Hilfe ist den Initiatoren willkommen. Wer die Patenschaft Tutzing-Indien unterstützen möchte, nutzt dieses Spendenkonto: Missio München, Liga-Bank München, IBAN DE78 7509 0300 0002 1440 69, Verwendungszweck 56670 St. Mary’s Convent Bangalore.

Lorenz Goslich

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