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Engagiert für Zivilcourage: der Schulleiter des Tutzinger Gymnasiums, B runo Habersetzer, der Regionalkoordinator von „Schule ohne Rassismus“, Ron Otto, die engagierten Schülerinnen Matilda Briegel, Anabel Gösswein, Anna Bocksteeg, Sarah Thomann und Vanessa Lang, Bürgermeisterin Marlene Greinwald und Lehrer Sebastian Knoller.

Deutschlandweite Initiative

Kein Rassismus, kein Mobbing: Tutzinger Gymnasiasten verpflichten sich selbst

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Das Tutzinger Gymnasium hat sich selbst zum Kampf gegen Mobbing und Rassismus verpflichtet - aber die Taten müssen erst noch folgen. 

Tutzing – „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: Hinter dem Schild, das die Zehntklässlerinnen des Tutzinger Gymnasiums gestern in der Aula präsentierten, steckt kein Titel, kein Zertifikat und keine Auszeichnung für bereits Geleistetes. Das Schild steht für die Unterschriften von 76 Prozent der Schüler und Lehrer. Sie haben sich dazu verpflichtet, gegen jede Form der Diskriminierung vorzugehen und sich einmal im Jahr an Projekten zu beteiligen, die sich gegen Rassismus, Gewalt oder Mobbing starkmachen.

70 Prozent der Unterschriften sind nötig, um sich an der Initiative zu beteiligen, 3000 Schulen machen deutschlandweit mit, in Oberbayern sind es bislang 130. Die Selbstverpflichtung der Tutzinger nahm gestern der Regionalkoordinator Ron Otto entgegen. Angestoßen hatte die Teilnahme der Lehrer Sebastian Knoller, der Deutsch, Geschichte und Sozialkunde unterrichtet. „Es gibt genug aktuelle Anlässe, um sich als Schule zu positionieren“, sagte er. Knoller zitierte eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, nach der 54 Prozent der Deutschen sich offen abfällig gegenüber Asylsuchenden äußern.

Es ist traurig, dass es so viel Unterdrückung und Hass auch in Deutschland gibt“

Fünf Schülerinnen hatten die Initiative vorangetrieben und Bürgermeisterin Marlene Greinwald als Patin gewonnen. Eine von ihnen, Anabel Gösswein, hielt eine längere Ansprache gegen Diskriminierung: „Nur weil jemand anders aussieht, darf man ihn nicht anders behandeln. Es ist traurig, dass es so viel Unterdrückung und Hass auch in Deutschland gibt“, sagte sie unter anderem.

SPD-Kreisrätin Sissi Fuchsenberger erschien als Vertreterin des Starnberger Dialogs, der sich gegen Intoleranz einsetzt. Sie betonte, dass das Schüler-Engagement erst beginnt: „Petitionen zu unterschreiben ist wichtig, aber damit ist es nicht getan. Der Protest muss in der Öffentlichkeit sichtbar werden.“

Lesen Sie auch bei tz.de*: In Bayern ist eine Lehrerin beleidigt und bespuckt worden - und zwar von der Mutter eines Schülers.

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