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Wissen nicht, wie es im BRK-Hort „Krambambuli“ weitergeht: Leiterin Anika Engelhardt, Andrea Griese-Pelikan, BRK-Bereichsleiterin für Kinder, Jugend und Familie, sowie die langjährige Hortleiterin Katja Mehlberg-Brödner.
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Wissen nicht, wie es im BRK-Hort „Krambambuli“ weitergeht: Leiterin Anika Engelhardt, Andrea Griese-Pelikan, BRK-Bereichsleiterin für Kinder, Jugend und Familie, sowie die langjährige Hortleiterin Katja Mehlberg-Brödner.

Zukunft ungewiss

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung: Deshalb hängt der Tutzinger BRK-Kinderhort in der Luft

Der geplante Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Schulkindern sorgt in Tutzing für Diskussionen: Ob auf Dauer noch ein Hort benötigt wird, ist offen. Vertreterinnen des BRK, Betreiber des „Krambambuli“, betonen: Eine Schließung würde Eltern vor Probleme stellen.

Tutzing – Auf drei Ebenen ist der Kinderhort „Krambambuli“ im alten Tutzinger Grundschulgebäude untergebracht. Bei einer Vorstellung des Sanierungskonzepts für die Mittelschule im Juni kam der vom Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) geführte Hort aber nicht vor. Andrea Griese-Pelikan, BRK-Bereichsleiterin für Kinder, Jugend und Familie, zeigte sich darüber in einem Gespräch mit dem Starnberger Merkur irritiert.

Bei einem Bericht über die Kinderbetreuung im Hauptausschuss des Gemeinderats klangen kürzlich tatsächlich Zweifel am langfristigen Bestand des Horts durch. Wegen eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung wurde offen die Frage aufgeworfen, ob ein Hort benötigt wird oder ob das alles doch eher über schulische Ganztagsbetreuung geregelt werden wird. „Wir wissen noch gar nicht, wie es weitergeht“, bestätigte Bürgermeisterin Marlene Greinwald auf Merkur-Nachfrage. Bitter fügte sie hinzu: „Die große Politik lässt uns im Stich.“ Es werde Anspruch auf Nachmittagsbetreuung geben: „Aber keiner weiß, wie es aussehen soll.“

Für die Betreuung von Schulkindern gibt es zurzeit in Bayern vier Varianten

Für die Betreuung von Schulkindern gibt es zurzeit in Bayern vier Varianten: Hort, Mittagsbetreuung sowie Ganztagsschule gebunden – mit verpflichtender Teilnahme – und offen, ohne Teilnahmepflicht. Auf den Rechtsanspruch für Betreuung von Kindergartenkindern soll von 2025 an in ganz Deutschland ein Rechtssanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder folgen. Trotz finanzieller Versprechungen des Bunds gilt noch vieles als offen. Müssen die Kommunen hohe Lasten übernehmen? Bayern sei bei der Ganztagsbetreuung in Deutschland Schlusslicht, sagt Griese-Pelikan: „Es gibt Bundesländer, die machen es seit 20 Jahren, da gibt es zum Teil keine Horte mehr.“

In diese Phase fällt nun der Umbau der Schule. Nicht geklärt ist schon die Unterbringung der Hort-Kinder während der Bauarbeiten. Für Schulkinder sind Container im Gespräch, bei den Hort-Kindern könnte es ähnlich sein. Der Bedarf nehme zu, sagt Griese-Pelikan. Immer mehr Kinder kämen schon in die Krippe. Den Hort Krambambuli besuchen zurzeit 65 Kinder, von September an werden es 82 sein. Auch qualitative Aspekte stellt man beim BRK heraus. Wesentlich sei die Kombination von Erziehung, Betreuung und Bildung, sagen die langjährige Hortleiterin Katja Mehlberg-Brödner und ihre Nachfolgerin Anika Engelhardt, die zudem auf engagierte Sozialarbeit verweist: „Wir lösen Konflikte.“ Angesichts der allgemeinen Unsicherheit sendet Bürgermeisterin Greinwald ans BRK positive Signale: „Demnächst tut sich was in Richtung Hort.“ Sie versichert: „Das BRK wird nicht vergessen, und die Kinder werden nicht vergessen.“

Ohne Hort würde zudem die Ferienbetreuung wegfallen

Vielleicht werde man künftig nicht den gesamten bisherigen Hortraum benötigen, vielleicht werde man Räume des Schulhauses nutzen können. Dass die Ganztagsschule zumindest in ihrer bisherigen Form nicht ausreichen wird, ist ohnehin allen Beteiligten klar. Sie endet um 15.30 Uhr, doch viele Eltern kommen später von der Arbeit nach Hause. Ohne Hort würde zudem die Ferienbetreuung wegfallen, sagt Griese-Pelikan. Beim Hort gebe es jährlich nur 25 bis 30 „Schließtage“. Er sei im Sommer nur zwei Wochen geschlossen, die Ganztagsschule dagegen die gesamten Ferien. „Für viele wird es ein großes Problem“, sagt Katja Mehlberg-Brödner, Abteilungsleiterin für die BRK-Kitas in Feldafing, Tutzing, Raisting und Weilheim. „Wir richten uns im Hort bei den Öffnungszeiten auch nach dem Bedarf der Eltern“, versichert Griese-Pelikan. So bleibe der Hort nicht selten bis 18 Uhr geöffnet. Bei der Ganztagsschule müssten die Kinder nach deren Ende um 15.30 Uhr bis 17 Uhr oder 18 Uhr wieder in eine andere Betreuung, sagt auch Bürgermeisterin Greinwald.

Dafür werde es Angebote geben, kündigt sie an. Sie hofft auf eine Zusammenarbeit auch mit anderen, etwa der Musikschule, aber auch mit dem BRK. In dessen Kreisverband gibt man sich aufgeschlossen für neue Ansätze. „Wir legen gern ein Konzept vor für Ganztagsbetreuung und Hort“, sagt Griese-Pelikan. Katja Mehlberg-Brödner ergänzt: „Wir könnten uns auch vorstellen zu bauen.“

Lorenz Goslich

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