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Salat und Gemüse aus dem eigenen Anbau verarbeitet Brigitte Lautenbacher.

Kochabende

Sprossen gegen die Frühjahrmüdigkeit

Tutzing - Mit regionalen Zutaten kochen ist im Trend. Aber wie? Das wird an mehreren Abenden in Tutzing demonstriert – im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zur Passionszeit.

Brigitte Lautenbacher ist Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft. Daheim in Bauerbach kocht sie gern – und das tut sie in den nächsten Wochen auch im Tutzinger evangelischen Gemeindehaus. Als Mitglied des Kirchenvorstands in der evangelischen Pfarrgemeinde Tutzing-Bernried organisiert sie im Rahmen einer Veranstaltungsreihe in der Passionszeit Kochabende. 

Jeweils acht Interessierte können mitmachen, Anmeldungen sind im Pfarramt möglich unter Tel.  (0 81 58) 80 05 oder pfarramt.tutzing@elkb.de. „Gemeinsam kulinarisch reisen“ heißt das Motto der Veranstaltungsreihe. Auch in dieser Jahreszeit, sagt Brigitte Lautenbacher, gebe es viele saisonale Lebensmittel: „Man muss nur den Mut haben, solche Lebensmittel zu verwenden, die vor Ort wachsen, die man vielleicht gar nicht kennt oder vergessen hat – aus denen kann man wunderbare Gerichte zubereiten.“ 

Daheim in der Küche der Lautenbachers steht ein Holzofen, draußen hält die Familie ein paar Schweine. Im Garten gibt es auch diverse essbare Pflanzen, darunter Zuckerhut. „Der schmeckt eigentlich bitter“, sagt Brigitte Lautenbacher. Aber sie versichert, dass man ihn „wohlschmeckend“ zubereiten kann. Es gibt auch schon die ersten Wildkräuter –. Brunnenkresse und Birkensprossen zum Beispiel, oder auch Bärlauch. Gegen Frühjahrsmüdigkeit, meint sie, gebe es „nichts Kräftigeres als Sprossen mit ihren frischen Trieben“. 

Am Samstag, 27. Februar, gibt es Pizzabacken mit Kindern, eine „Genießerküche mit gutem Gewissen“ und einem „fairen und festlichen“ Fünf-Gänge-Menü (7. März), und Brot selbst backen, dazu werden feine Brotaufstriche hergestellt (12. März). Für entscheidend hält es Brigitte Lautenbacher, etwas gemeinsam mit anderen zu tun – und anschließend, beim Verspeisen, auch gemeinsam „den Genuss zu erleben“ und nebenbei ins Gespräch kommen, so zum Beispiel darüber, was es bedeutet, wo man seine Lebensmittel einkauft. 

Eine ganz andere Tendenz als die Tutzinger Aktion scheint eine Aufsehen erregende Entscheidung in Traunstein zu haben: Dort hat eine einheimische Köchin jahrelang mit regionalen Produkten für Mittelschüler gekocht, diesen Auftrag aber nun wie berichtet bei einer Ausschreibung an einer Großküche in der Nähe von Würzburg verloren, die pro Gericht um sechs Cent billiger liefert. „Das ist das, was wir entgegensetzen“, sagt Brigitte Lautenbacher über ihre Tutzinger Kochabende. 

Das Grundproblem in Traunstein ist ihrer Meinung nach durch die Bindung an die Ausschreibungspflichten entstanden. „Die Gesetze haben schon ihre Richtigkeit“, sagt sie. Doch man müsse halt die Dinge selbst in die Hand nehmen – und bei Ausschreibungen könne man durchaus Vieles von vornherein regeln.

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