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König Maha Vajiralongkorn hatte die Villa Stolberg an der Brahmspromenade noch als thailändischer Kronprinz für kolportierte zwölf Millionen Euro gekauft. Mittlerweile hängen mehrere Überwachungskameras rund um das 6500-Quadratmeter-Grundstück, teils in Nistkästen versteckt.

Prominenz

Der König und die Kameras

In Tutzing gibt es Ärger wegen mehrerer Überwachungskameras, die Thailands König Maha Vajiralongkorn an seinem Grundstück hat anbringen lassen.

Tutzing – Sie hängen – von Vogelhäuschen schlecht getarnt – in einiger Höhe an Bäumen: Thailands König hat auf seinem 5600 Quadratmeter großen Grundstück an der Brahmspromenade mehrere Überwachungskameras anbringen lassen und damit Anwohner verärgert. Die Kameras sind in Richtung See ausgerichtet und hätten damit im Sommer auch Badegäste im Blick, lautet die auch den Behörden vorgetragene Beschwerde. Ein Verbindungsbeamter des Landeskriminalamts sei derzeit damit beschäftigt, „die Sache auf solide und rechtsstaatliche Füße zu stellen“, sagt Starnbergs Polizeichef Bernd Matuschek.

Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg sagt auf Anfrage des Starnberger Merkur: „Meines Wissens wohnt der König gar nicht in Tutzing, sondern in Feldafing – sein Tutzinger Haus läuft offenbar als thailändisches Konsulat, insofern wäre es exterritoriales Gebiet.“ Grundsätzlich stelle die See-Seite durchaus eine Gefahr dar, so Dörrenberg, „wenn zum Beispiel Attentäter von dort mit Schnellbooten kämen“. Sie könne also das Sicherheitsbedürfnis des Königs nachvollziehen.

„Ich habe auch schon mal bei ihm geläutet, damals mit dem Hochzeitslader für die Fischerhochzeit. Die Leute sind nicht mal an die Gegensprechanlage gegangen, sprechen offenbar auch nur bedingt Englisch.“ Zur Beschwerde von Badegästen sagt Dörrenberg amüsiert: „Die ganze Brahmspromenade ist gar kein ausgewiesener Badebereich. Wenn da einer nackt badet, dann will er auch gesehen werden.“

Polizeichef Matuschek erklärt: „Das ist eine Abwägung zwischen dem Sicherheitsbedürfnis des Königs und dem Recht der Öffentlichkeit auf informationelle Selbstbestimmung.“ Für Persönlichkeiten, die ein berechtigtes Schutzinteresse haben, gebe es durchaus Sonderrechte. „Und wir wissen ja, dass der thailändische König auch Gegner hat.“

Zum Status des baumbestandenen Grundstücks mit der 1926 errichteten Villa Stolberg, in der sich nach Beobachtungen Einheimischer bis zu 20 Sicherheitsleute tummeln, erklärt Landratsamtssprecher Stefan Diebl: „Für die Kameras hat er die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis, eine Baugenehmigung ist nicht erforderlich.“ Das Auswärtige Amt in Berlin teilt auf Anfrage mit, man wisse nichts von einem „Antrag auf Erteilung einer Nutzungsgenehmigung betreffend einer Liegenschaft des Königreichs Thailand in Tutzing“. Eine solche Genehmigung sei dem Königreich am 24. Oktober „für ein Generalkonsulat und Residenz des Generalkonsuls“ in der Törringstraße 18-20 in München erteilt worden.

Dass der König neuerdings in Feldafing wohnt, ließ sich bei der Gemeindeverwaltung nicht bestätigen: „Bei uns ist nur einer seiner Söhne gemeldet“, heißt es im Rathaus. Der 65 Jahre alte Maha Vajirlongkorn ist seit Oktober 2016 König von Thailand. Am Starnberger See ist er seither nur noch höchst selten gesichtet worden. Von Thomas Lochte

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