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Farbvergleich: Melissa Heirler vor den vielen verschiedenfarbigen Folien, aus denen Autowerbung gemacht wird. Die 20-jährige Tutzingerin ist Innungsbeste.

Ausgezeichnet

Kreativ und handwerklich begabt: Das ist Bayerns beste Schildermacherin aus Tutzing

Melissa Heirler aus Tutzing vermag es, Werbung besonders darzustellen. Die Schilder- und Lichtreklameherstellerin ist bayernweit Kammersiegerin in ihrer Branche.

Tutzing – Sie klebt Werbung auf Autos, designt leuchtende Schriftzüge für Geschäfte oder montiert Hinweisschilder. Melissa Heirler (20) hat die Ausbildung zur Schilder- und Lichtreklameherstellerin mit Bravour abgeschlossen: Die Tutzingerin ist die Beste in ganz Bayern. Im allgemeinen Leistungswettbewerb gewann ihr Gesellenstück auf Kammerebene und auf Bayernebene.

„Ich wollte schon immer etwas Kreatives und etwas Handwerkliches machen“, berichtet die 20-Jährige. Dass sie Schilder und Reklamen herstellen will, weiß sie seit ihren letzten Schuljahren an der Benedictus-Realschule Tutzing. „Es kam einmal ein Berufsberater zu uns und der hat mir diesen Beruf vorgeschlagen“, sagt sie. „Ich habe dann ein Praktikum gemacht und es hat mir gut gefallen.“

Die Ausbildung enttäuscht Heirler nicht. Drei Jahre lang lernt sie abwechselnd in der Berufsschule und im Betrieb. Bei der Kuhn Werbetechnik München GmbH in Dachau erfuhr Heirler, wie man Autos mit Werbung foliert, Messestände beschriftet, Folien zuschneidet oder Leuchtkästen montiert.

„Das Folieren von Autos macht mir am meisten Spaß“

„Das Folieren von Autos macht mir am meisten Spaß“, sagt Heirler. Zuerst vereinbaren die Kunden einen Beratungstermin. Dann kümmert Heirler sich um das Design der Werbung, die auf das Auto soll. „Bei kleineren Sachen designe ich selbst. Bei größeren Aufträgen arbeiten wir mit Grafikern zusammen“, erklärt sie. Wenn das Design fest steht, werden die Folien gedruckt und zugeschnitten. „Die Produktion dauert etwa zwei bis vier Wochen“, weiß Heirler. Ganz wichtig: Vor dem Bekleben muss das Auto gewaschen werden. Dann kann Heirler endlich die Werbefolien aufkleben.

Das Folieren von Autos gehört mittlerweile zu ihrer Hauptaufgabe. Die Tutzingerin arbeitet jetzt nämlich im Betrieb Sax Design in Weilheim, welcher darauf spezialisiert ist.

Trotzdem kennt sie sich auch gut mit beispielsweise Leuchtkästen aus. „Unter einem Leuchtkasten versteht man die leuchtenden Schilder, die vor Läden oder Büros hängen. Zum Beispiel die Schriftzüge vor Modegeschäften“, erklärt Heirler. Dass ihr das ebenfalls liegt, zeigte sie bei ihrer Gesellenprüfung. 23 Stunden hatten die Auszubildenden Zeit, um eigenständig für ein fiktives Unternehmen ein leuchtendes Schild mit vorgegebenem Text zu entwerfen. Melissa Heirler baute eine Werbung für ein Tonstudio. In den Leuchtkasten setzte sie LED-Lampen.

Heirler setzte sich auf mehreren Ebenen durch

Ihre Idee war offenbar überzeugend: Heirler gewann den Leistungswettbewerb der Handwerkskammer. Alle Gesellenstücke werden automatisch im Leistungswettbewerb miteinander verglichen. Die Sieger der verschiedenen Handwerksberufe auf Kammerebene rücken zunächst in die Bayernebene, danach in die Bundesebene, vor.

„Ich würde mich sehr freuen, Sie bei der Ehrung der Landes- oder Bundessieger wiederzusehen“, sagte Franz Xaver Peteranderl, der Präsident der Handwerkskammer, bei der Siegerehrung auf Kammerebene zu den Siegern. Und so kam es: Melissa Heirler sah er auch bei der Siegerehrung auf Bayernebene wieder. Ihr Leuchtkasten hatte erneut gewonnen. Der nächste Schritt ist der Wettbewerb auf Bundesebene.

Allerdings möchte Melissa Heirler nicht aufhören zu lernen. „Jetzt sammele ich erst einmal ein paar Jahre Berufserfahrung im Betrieb“, erzählt sie von ihren Plänen. „Dann möchte ich die Meisterprüfung ablegen.“ Auch eine eigene Firma könnte sie sich irgendwann einmal vorstellen.  

Vanessa Lange

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Auch zwei Weltmeister kommen aus Tutzing. Sie heißen Viola Partheymüller und Tobias Winterholler.

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