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Kritik an Tutzinger Breitbandausbau 

Schnelles Internet bleibt oft nur Vision

Unzufriedenheit mit dem Breitband-Ausbau durch die Deutsche Telekom herrscht in Tutzing. Im Gemeinderat werden Rufe nach anderen Anbietern laut.

Tutzing – Die Klagen über Digitalisierungsmängel gehören in Tutzing schon zur Tagesordnung. „Immer wieder beschweren sich Bürger“, bestätigte Imme-Susanne Thüring von der Rathausverwaltung im Gemeinderat, als sie über den Breitbandausbau in Tutzing berichtete. Das viel beschworene schnelle Internet bleibt vorerst an vielen Stellen der Gemeinde Vision.

Zwar gab es in einigen Teilen von Tutzing Fortschritte. Fertig ist der Breitbandausbau in Traubing, Kampberg, Diemendorf, Unterzeismering, Tutzing Nord, Tutzing Süd, Obertraubing West und Monatshausen. Doch das Sorgenkind ist der so genannte Nahbereich – etwa 500 Meter rund um einen Netzknoten der Deutschen Telekom an der Kirchenstraße. Dieser Bereich des Ortszentrums ist mit schnellem Internet immer noch schlecht versorgt. Angeblich will die Telekom die Infrastruktur dort bis Ende 2020 oder spätestens bis zum ersten Quartal 2021 verbessern. „Ob es dabei bleibt, ist eine andere Sache“, kommentierte Thüring skeptisch.

Noch viel mehr Geduld benötigen die Bewohner einiger als „peripher“ bezeichneter Ortsteile, nämlich Deixlfurt/Quellenstraße, im östlichen Teil von Obertraubing – Kustermannstraße 38-53 – sowie in Rößlberg. Die Gemeinde hat für diese Bereiche zwar im September 2019 ein Angebot der Telekom angenommen, obwohl es viel teurer war, als zuvor geschätzt. Die Fertigstellung der betreffenden Anschlüsse ist nach ihren Angaben aber nicht vor Anfang 2024 zu erwarten.

Aus ihrer Unzufriedenheit mit der Deutschen Telekom macht das Tutzinger Rathaus kein Geheimnis. Im Gemeinderat wurden nun Rufe nach anderen Anbietern laut. Die Telekom habe in Tutzing nach eigener Aussage 80 Prozent Marktanteil, sagte Thüring dazu. Das Unternehmen Vodafone scheint zwar nach ihren Andeutungen vor einiger Zeit Interesse gezeigt zu haben, doch das ist wohl im Sande verlaufen. „Es ist halt eine Monopolstellung“, sagte Bürgermeisterin Greinwald lakonisch über die Telekom.

Leerrohre für Glasfaser, die nach und nach in ganz Tutzing verlegt werden sollen, stehen generell jedem Anbieter offen. Das hat Imme-Susanne Thüring auf Nachfrage von Ludwig Horn (CSU) bekräftigt. Die Telekom bestehe aber darauf, immer ihre eigenen Rohre zu verwenden. Für die Gemeinde war dies schon einmal Grund, mit einem anderen Unternehmen zusammenzuarbeiten, nämlich mit M-Net im Ortsteil Unterzeismering. Doch eine größere Konkurrenz für die Telekom in Tutzing ist daraus nicht geworden. Ein so genannter Masterplan für die Breitbanderschließung in Tutzing ist bereits seit Ende Mai 2019 fertig. Das Regensburger Unternehmen IK-T hat in diesem Rahmen eine Planung für ein Glasfaserverbundnetz bis zu den Hausanschlüssen vorgelegt. Ein Komplettausbau würde jedoch mindestens 25 Millionen Euro kosten. „Für uns eher nicht so umsetzbar“, kommentierte Thüring.

Unterdessen hat die Gemeinde Anträge im Rahmen eines Glasfaser-Förderprogramms für die Schulen und das Rathaus gestellt. Um das Gymnasium, dessen Trägerschaft am 1. August auf den Landkreis übergeht, will sich laut Thüring das Landratsamt kümmern.

Lorenz Goslich

Rubriklistenbild: © dpa / Bernd Weißbrod

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