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Idyll: Ein Blick auf den Eingang des Landhauses, in dem dereinst der Besitzer der Pschorr-Brauerei aus München wohnte und das jetzt denkmalgeschützt ist.

Kulturelles Erbe

Neuzugang auf Denkmalliste

Das Landhaus von Julius Violand in Tutzing soll für die folgenden Generationen bewahrt werden.

Tutzing – Auf Anregung von Kreisheimatpfleger Gerhard Schober und des Bayeri-schen Landesamts für Denkmalpflege soll ein im Jahre 1880 von Julius Violand errichtetes Landhaus an der Traubinger Straße 7 in die Denkmalliste aufgenommen werden.

Umbauten fanden 1895 und 1911 statt

Der Bau- und Ortsplanungsausschuss der Gemeinde begrüßte den Vorstoß und stimmte diesem einmütig zu. Der auf der Flurnummer 412 liegende, „zweigeschossige Satteldachbau mit Putzbänderung, Kniestock, Dachgaube, Veranda-Anbauten und Hausfigur“ – so die Beschreibung durch die Obere Denkmalschutzbehörde – hatte 1895 und 1911 Umbauten erlebt.

Die Denkmaleigenschaft des Gebäudes war nach einem Hinweis Schobers am 9. Februar 2017 vom Landesamt geprüft worden. Das Ergebnis im Wortlaut: „Aufgrund seiner geschichtlichen und künstlerischen Bedeutung erfüllt das Objekt die Kriterien nach Artikel 1 Bayerisches Denkmalschutzgesetz. Seine Erhaltung ist aus den das öffentliche beziehungsweise allgemeine Interesse gesetzlich definierenden Bedeutungsarten erforderlich und damit im Interesse der Allgemeinheit.“

Umbau 1911 zeigt „gesteigerte Repräsentationsabsichten“

Das Landesamt war vor Ort im Beisein von Vertretern des Landratsamtes (Untere Denkmalschutzbehörde) und des heutigen Eigentümers zu der Einschätzung gelangt, das Gebäude besitze „als im Kern spätklassizistisches Landhaus, das im Jahre 1911 einen qualitätsvollen Umbau in alpenländischen Formen erhielt“, auch künstlerische Bedeutung.

Seinen geschichtlichen Rang beziehe es aus dem Umstand, dass solche Landhäuser aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sich in der Region des Starnberger Sees „nur noch selten“ erhalten haben. Der Umbau um 1911 zeige „die gesteigerten Repräsentationsabsichten des neuen Besitzers und Brauereidirektors der Pschorr-Brauerei in München“.

Das Landesdenkmalamt, vertreten durch Oberkonservator Dr. Detlef Knipping, hatte der Gemeinde für die „Herstellung des Benehmens“ eine Frist bis zum 31. August gesetzt, in Tutzing aber letztlich sogar offene Türen eingerannt.

Von Thomas Lochte

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