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Mit der Postzustellung sind einige Tutzinger nicht zufrieden.

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Kunden brauchen Geduld

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Die Postzustellung in Tutzing läuft nicht rund. Das Unternehmen räumt ein, dass es Probleme in der Vergangenheit gab – die seien nun aber behoben. Davon merkt der ehemalige Tutzinger Postbote Otto Enzinger nichts.

Tutzing – Dass ein Postbote die Tageszeitung nicht zustellt, ist für Otto Enzinger ein Unding. Er weiß, wovon er spricht: Der 89-jährige Tutzinger war 40 Jahre lang selber Postbote in Tutzing. „Wir durften nicht eher ins Postamt rein, bevor nicht jede Karte, jedes Päckchen ausgetragen war“, sagt er. Er ärgert sich, dass er seinen Starnberger Merkur in den letzten Wochen nur unregelmäßig bekommt.

Auch vergangene Woche sei die Zeitung zweimal nicht gekommen, und Auskunft über die Gründe zu erhalten, sei schwierig.

Eigentlich müssten die Zustellungsprobleme seit zwei Wochen behoben sein, sagt Postsprecher Dieter Nawrath. „Zuvor hatten wir Probleme mit Krankheitsfällen, aber seit 14 Tagen läuft alles so, wie es laufen soll.“

Nicht besetzte Stellen seien nicht schuld an den Schwierigkeiten, sagt Nawrath. Denn das fällt einem angesichts der Tutzinger Probleme als erstes ein: Seit Wochen wirbt die Post auf der Eisenbahnüberführung an der Münchner Straße in Starnberg um neue Zusteller. Doch in Tutzing sei es anders gewesen, Mitarbeiter seien erkrankt, sagt Nawrath. Für die Verzögerungen im Tutzinger Gebiet entschuldigt sich der Postsprecher, sagt aber: „Wir konnten nicht alle Briefe zustellen. Es gab etliche Kranke, das kann man nicht so planen.“

Das versteht auch Otto Enzinger. Was er nicht versteht: Dass ein Zusteller einfach aufhört. „Ich habe mit einem geredet, der sagte: Ich habe aufgehört, weil ich über der Zeit bin.“

Auch dafür hat der Postsprecher eine Erklärung. „Die gesetzliche Höchstarbeitszeit pro Tag beträgt zehn Stunden. Wenn ein Postbote noch nicht fertig ist, weil er zum Beispiel für einen kranken Kollegen einen Bezirk übernommen hat, und die Zehn-Stunden-Grenze ist erreicht, bricht er ab.“ Doch am nächsten Tag fange er genau an dieser Stelle wieder an, versichert Nawrath. „Sonst würde es schlimmstenfalls die selben Kunden ein zweites Mal treffen.“ Und das wolle man vermeiden.

Dennoch hat Otto Enzinger das Gefühl, dass der Postbote öfters gerade bei ihm seine Arbeitszeit beendet. Dafür hat er als ehemaliger Zusteller wenig Verständnis: „Dass wir eine Zeitung nicht in den Briefkasten werfen, hätte es nicht gegeben. Da ist kontrolliert worden, ob wir etwas zurückbringen.“ Zudem wohne er mitten in Tutzing, im ehemaligen Postgebäude.

Otto Enzinger war bis 1991 als Zusteller in Tutzing unterwegs. 1951, als er bei der Post angefangen hatte, zu Fuß, später mit dem Rad und noch später mit dem Auto. „Ich hatte einen Landbezirk mit vielen Paketen, da ging es nicht mehr mit dem Rad.“ In Tutzing war er überall unterwegs, aushilfsweise auch in Seeshaupt und einmal in der Vorweihnachtszeit in München.

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